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Von Tieren und anderen Menschen

Alexander Tschäppät macht jetzt bei der Fleischlobby mit. Es könnte ganz interessant werden.

Was treibt eigentlich Alexander Tschäppät? Seit er den Erlacherhof verlassen hat, ist es um den jovialen Lebemann ruhig geworden. Doch nun gibt es neue Einblicke in Tschäppäts postpräsidiale Aktivitäten. Der ehemalige Stadtvater kümmert sich nun um Mutterkühe. Präziser ausgedrückt, um die Vermarktung von deren Kindern. Neu hat er sich das Amt als Ehrenpräsident von Beef.ch geangelt – einer Organisation, die sich laut Eigenbeschrieb dem «Ansehen der Rindfleischproduktion als wichtigem Landwirtschaftszweig» verpflichtet hat. Damit begibt sich Tschäppät auf ein hart umkämpftes Schlachtfeld. Denn gerade in der Stadt Bern wird die Fleischeslust immer mehr in die Obszönitäten-Ecke abgedrängt.

Zeitgleich mit der Bekanntgabe von Tschäppäts Engagement für die Fleischlobby hat die Tierrechtsgruppe Tier im Fokus ein gewichtiges Manifest veröffentlicht. Darin fordern die Aktivisten, dass Tiere als «vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft» anerkannt werden. Die Positionen dieser beiden Gruppen könnten also kaum weiter auseinanderklaffen. Die einen wollen Tiere von ihrem Standort in der Nahrungskette ausgliedern und mit den Annehmlichkeiten von Grundrechten ausstatten. Die anderen sehen im Rinderessen einen wichtigen Stützpfeiler der Landwirtschaft.

Für die beiden Anliegen gibt es wohl kaum eine konsensorientierte Lösung. Doch als langjährigem Parlamentarier könnte es Tschäppät gelingen, den Weg der Mitte zu finden. Wenn Tierrechtler zumindest Rindfleisch als Konjunkturgarant akzeptieren könnten, würde Tschäppät bestimmt seine Beziehungen spielen lassen, um andere Rassen besser in die Gesellschaft zu integrieren. Beispiele: Die Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Schweine, erleichtertes Einbürgerungsverfahren für exotische Zootiere, Kita-Plätze für Kaninchen oder Vaterschaftsurlaub für Zuchtbullen.

Martin Erdmann

Martin Erdmann


Publiziert am 19. Juli 2017

5 Kommentare

  1. Eva Schmid says:

    Es ist schade, werden die Anliegen der Tierrechtsorganisation ins Lächerliche gezogen, anstatt sie zu analysieren und sich zu fragen, weshalb die Solidarität – ein Grundwert, den sich die Sozialdemokratische Partei von Tschäppät auf die Fahne schreibt, – bei der Spezies menschliches Säugetier endet. Dies ungeachtet dessen, ob man der Meinung ist, Tiere seien eigene Rechtspersönlichkeiten (mit Blick auf die Urteilsfähigkeit gem. ZGB wohl nicht einfach) oder die wissenschaftlichen Beweise dafür ernst nimmt, dass das abrupte Lebensende (auch von Bio-Tieren!) von Angst und Schmerz geprägt ist.

  2. Florian Keller says:

    Auch Kinder z.B. verfügen zu Recht nicht über ein Stimm- und Wahrecht, sehr wohl aber über Grundrechte. Da sich nichtmenschliche Tiere von uns homines sapientes in ethisch relevanter Hinsicht nicht unterscheiden, müssen die Rechte auf Leben und Unversehrtheit auch für diese gelten. Herr Erdmann, es fällt schwer, über Ihre Frotzelei zu lachen, da auch jedes ernst gemeinte Argument gegen Veganismus und Tierrechte zwangsweise absurd ist und dem vorgeschobenen so das komische Element fehlt.

    • SaoiAebi says:

      Danke, Florian Keller für diese rationale Rückmeldung.

      Der Autor des Textes versteht offenbar nicht, was Grundrechte bedeuten und kapiert dabei ausserdem ebenso wenig, dass er sich selber lächerlich macht, wenn er die Überlegungen hinter dem Tierrechts-Manifest der Lächerlichkeit preis gibt.

      Das sind übrigens genau diejenigen Leute, die sich vor Jahrzehnten lustig darüber gemacht hätten, als man Frauen, Homosexuellen oder Menschen mit Migrationshintergrund mehr Rechte geben wollte.

      Aber eben: Speziesismus ist im Gegensatz zu Rassismus, Sexismus und Homophobie aktuell noch…

  3. Châteaunimportequoi says:

    @Keller@Aebi und Missionare wie Sie haben über Jahrhunderte sehr viel Leid über Tier und Mensch gebracht.

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  1. Eva Schmid says:

    Es ist schade, werden die Anliegen der Tierrechtsorganisation ins Lächerliche gezogen, anstatt sie zu analysieren und sich zu fragen, weshalb die Solidarität – ein Grundwert, den sich die Sozialdemokratische Partei von Tschäppät auf die Fahne schreibt, – bei der Spezies menschliches Säugetier endet. Dies ungeachtet dessen, ob man der Meinung ist, Tiere seien eigene Rechtspersönlichkeiten (mit Blick auf die Urteilsfähigkeit gem. ZGB wohl nicht einfach) oder die wissenschaftlichen Beweise dafür ernst nimmt, dass das abrupte Lebensende (auch von Bio-Tieren!) von Angst und Schmerz geprägt ist.

  2. Florian Keller says:

    Auch Kinder z.B. verfügen zu Recht nicht über ein Stimm- und Wahrecht, sehr wohl aber über Grundrechte. Da sich nichtmenschliche Tiere von uns homines sapientes in ethisch relevanter Hinsicht nicht unterscheiden, müssen die Rechte auf Leben und Unversehrtheit auch für diese gelten. Herr Erdmann, es fällt schwer, über Ihre Frotzelei zu lachen, da auch jedes ernst gemeinte Argument gegen Veganismus und Tierrechte zwangsweise absurd ist und dem vorgeschobenen so das komische Element fehlt.

    • SaoiAebi says:

      Danke, Florian Keller für diese rationale Rückmeldung.

      Der Autor des Textes versteht offenbar nicht, was Grundrechte bedeuten und kapiert dabei ausserdem ebenso wenig, dass er sich selber lächerlich macht, wenn er die Überlegungen hinter dem Tierrechts-Manifest der Lächerlichkeit preis gibt.

      Das sind übrigens genau diejenigen Leute, die sich vor Jahrzehnten lustig darüber gemacht hätten, als man Frauen, Homosexuellen oder Menschen mit Migrationshintergrund mehr Rechte geben wollte.

      Aber eben: Speziesismus ist im Gegensatz zu Rassismus, Sexismus und Homophobie aktuell noch…

  3. Châteaunimportequoi says:

    @Keller@Aebi und Missionare wie Sie haben über Jahrhunderte sehr viel Leid über Tier und Mensch gebracht.

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