So optimieren Sie Ihre PK-Rendite

Trotz schlechter Verzinsung: Freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse lohnen sich nur schon wegen der Steuerreduktion.

Renditegarantie und hoher Umwandlungssatz: Der obligatorische Teil der PK hat so einige Vorzüge. Foto: iStock

Vielen Dank für Ihre erhellenden Beiträge zum Thema Pensionskasse und Teilzeitarbeit. Ich habe eine ergänzende Frage: Bei der PK besteht die Möglichkeit, Lücken durch einen Einkauf zu schliessen. Gelten die in diesem Rahmen eingezahlte Vorsorgegelder als Vorsorgegelder nach BVG oder als überobligatorisches Guthaben? Letzteres würde nicht nach BVG-Zinssatz, sondern zu einem weit tieferen Zinssatz verzinst, oder? Lohnt sich in diesem Fall ein Einkauf überhaupt? M.S.

Bevor Sie einen freiwilligen Einkauf in Ihre Pensionskasse tätigen, sollten Sie sich bei Ihrer Vorsorgeinstitution erkundigen, wo genau Ihr Geld hinfliesst. Meist ist es nämlich so, dass freiwillige Zahlungen nicht etwa in den obligatorischen Teil gehen, sondern in den überobligatorischen Teil. Das hat, wie Sie es in Ihrer Frage richtig ansprechen, den Nachteil, dass man auf diesem Geld in der Regel eine tiefere Verzinsung hat.

Im obligatorischen Teil gilt ein Mindestzins, der vom Bundesrat jeweils vorgeschrieben wird. Man hat also eine Renditegarantie. Im überobligatorischen Teil sind die Kassen frei. Sie dürfen selbst bestimmen, wie hoch sie die Guthaben verzinsen. Unter Umständen werden die Guthaben dann auch gar nicht verzinst. Im obligatorischen Teil werden die Guthaben aktuell indes zu mindestens 1 Prozent verzinst. In Zeiten rekordtiefer Zinsen ist das attraktiv. Sehr sichere Bundesobligationen in Schweizerfranken werfen im Vergleich eine Negativrendite ab. Ob freiwillige Einzahlungen in den obligatorischen oder den überobligatorischen Teil gehen, können Sie auch im Reglement Ihrer Pensionskasse nachlesen oder eben direkt bei der Kasse nachfragen.

Im obligatorischen Teil gilt auch ein gesetzlich festgelegter Umwandlungssatz von aktuell nach wie vor hohen 6,8 Prozent, mit dem das Guthaben in eine Rente umgewandelt wird. Im überobligatorischen Teil sind die Pensionskassen auch punkto Umwandlungssatz frei. Viele Kassen haben diesen tief angesetzt, was dann über die gesamten Guthaben hinweg gerechnet einen tieferen Satz ergibt.

Durch eine Staffelung der PK-Einkäufe erreichen Sie, dass Sie dem Fiskus während mehrerer Jahre weniger abliefern müssen.

Wie hoch Ihre Rendite dank einem freiwilligen Einkauf in die Pensionskasse ausfällt, hängt allerdings nicht nur allein von der Verzinsung der Guthaben ab, sondern auch vom Steuereffekt. Denn Ihre freiwilligen Einzahlungen in die 2. Säule-Säule dürfen Sie von der Steuer abziehen und zahlen deshalb im Folgejahr je nach Höhe der Einzahlung deutlich weniger Steuern. Das ist bei der Renditeberechnung mit zu berücksichtigen.

Falls Sie nicht nur in einem einzelnen Jahr einzahlen, können Sie den Steuereffekt sogar noch optimieren: Durch eine Staffelung der Einkäufe in die Pensionskasse erreichen Sie, dass Sie dem Fiskus gleich während mehrerer Jahre weniger abliefern müssen. Diese oft erhebliche Steuerersparnis führt dazu, dass sich freiwillige Einzahlungen in den meisten Fällen auch dann noch lohnen, wenn das Kapital in den überobligatorischen Teil geht und dieses schlecht verzinst wird.

Ich rate Ihnen, den genauen Steuereffekt anhand Ihrer konkreten Zahlen abzuklären und gleichzeitig zu prüfen, wie Ihre Einzahlungen verzinst werden. Dann haben Sie Klarheit. Bei dieser Gelegenheit würde ich auch noch schauen, wie robust Ihre Kasse dasteht. Ein wichtiger Anhaltspunkt dazu liefert der Deckungsgrad der Kasse, der nicht unter 100 Prozent liegen sollte.

22 Kommentare zu «So optimieren Sie Ihre PK-Rendite»

  • Anh Toàn sagt:

    Wenn es sich lohnt wegen der Steuerreduktion, subventioniert also der Staat diejenigen, welche sich Einkäufe in die PK Leisten können, also ab der Mitte aufwärts: Das sind aber die, welche den Staat tragen müssen, die Armen können nicht, die Reichen wollen nicht.

    Das ist eine typisches Resultat der Dummheit der Demokratie: Die Forderung der Staat müsse etwas für die Mitte tun, kommt gut an, die Mitte ist ja die Mehrheit, aber letztlich zahlt die die Subventionen an sich wieder selber, freut sich übers gespart haben und ärgert sich über hohe Steuern: Im Ergebnis hat die Subventionen die Finanzwirtschaft erhalten, dank dem Steuervorteil können die Gebühren abzweigen.

    • Mamamarcel sagt:

      Die PK-Rendite optimiert man am besten, wenn man auswandert, sich das Kapital auszahlen lässt und das Geld anschliessend selber anlegt. Seit Mitte Oktober 2019 habe ich 7,5% Rendite erwirtschaftet und war selbst während dem Crash im März keinen einzigen Tag lang im Minus. Ich rechne mit weiter steigenden Gewinnen. Gut, dieser Kommentar ist nicht ganz ernst gemeint. Nicht alle Menschen können einfach auswandern. Trotzdem: Man sollte wenigstens versuchen, über den eigenen Lebenshorizont hinaus zu denken. Scheitern kann man immer und überall. Gewinnen aber auch! Den Mutigen gehört die Welt, die anderen bleiben einfach stehen.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Für Sie ist es Dummheit, wenn der Staat Gesetze erlässt, die es so vielen Menschen wie möglich erlauben, im Alter AUF EIGENEN BEINEN ZU STEHEN und dem Staat nicht DAUERHAFT während 20 Jahren ZUSÄTZLICH ZUR LAST zu fallen?
      Wie dumm ist das denn?

      • Anh Toàn sagt:

        Ja, es ist die Dummheit der freien Bürger, sich selbst Ihrer Freiheit zu berauben: Wer nicht mehr als das Obligatorium (bzw. das des Arbeitgebers) in die pK einzahlt, subventioniert mit seinen Steuern die, welche es tun, also muss er auch: Sich binden betreffend Rückzahlung, Anlagevorschriften usw. Das nennt der mündige Bürger dann souveräne freie demokratische Selbstbestimmung, dass er sich selbst verpflichtet zu zusätzlicher Vorsorge bei Straffolge, wenn die Strafe auch auf Geld begrenzt ist.

        Abner er hat sich ja selbst geknebelt, der freie souveräne mündige Bürger, auf dass der Staat ihn nicht mal unterstütze müsse, dann ist es Freiheit, Baby, Yeah!

      • Anh Toàn sagt:

        gerade die, welche Ergänzungsleistungen brauchen im Alter „nicht auf eigenen Füssen stehen können“ können weder PK Einkäufe noch Einzahlungen in die 3 Säule zahlen, die hatten vorher kein Geld. Das ganze ist nur denen dienlich, die relativ viel Geld haben, und sehr wahrscheinlich ohnehin nie dem Staat zur Last fallen werden. Aber wenn die sich knechten lassen wollen, müssen sie das bezahlen, für die, welche die Knechtschaft in Kauf nehmen, die welche auch mit maximalen PK und sonstiger Vorsorge sicher ausreichend flüssig sind:

        Ja, das halte ich für bescheuert.

    • Panja Flöte sagt:

      Ob sich ein freiwilliger Einkauf unterm Strich finanziell wirklich lohnt, ist gar nicht so sicher.

      Pluspunkte:
      — höhere Rente lebenslang
      — Steuereinsparungen im Einkaufsjahr

      Minuspunkte:
      — höhere Steuern lebenslang (beim Rentenbezug)
      — Schlechte langfristige Anlagerendite (ca. 2-4%; mit Aktien sind langfristig ca. 6-8% drin)

      Wer sich freiwillig in die PK einkauft, dann nur, um im Alter eine höhere (garantierte) Rente zu erhalten. Alle anderen Argumente zählen nicht wirklich.

      • Richard Wood sagt:

        Hängt von den Steuereinsparungen und der Anzahl noch verbleibenden Jahren in der PK ab.
        Bei 30% Grenzsteuersatz dauert es einige Jahre bis man die bezahlte Einkommenssteuer mit 6-8% Rendite auf die verbleibenden 70% wettgemacht hat. Und dann kommen noch die 2-4% PK seitig dazu die man auch noch aufholen muss bis zum „break even“.

      • urs brand sagt:

        Freiwillige Beiträge in die PK sind wohl am interessantesten wenn die Gelder nach ein paar Jahren für Wohneigentum wieder bezogen werden können. Wobei zu bedenken bleibt, dass beim endgültigen Verkauf von Wohneigentum die Gelder wieder in die PK zurück gezahlt werden müssen

    • urs brand sagt:

      Freiwillige Beiträge in die PK sind wohl am interessantesten wenn die Gelder nach ein paar Jahren für Wohneigentum wieder bezogen werden können. Wobei zu bedenken bleibt, dass beim endgültigen Verkauf von Wohneigentum die Gelder wieder in die PK zurück gezahlt werden müssen

  • Roger Barbis sagt:

    Ist es möglich, den überobligatorischen Teil auszahlen zu lassen und den obligatorischen Teil als Rente zu beziehen.?

    • Panja Flöte sagt:

      Das ist vom Reglement der PK abhängig. Viele PKs erlauben das (sie sind sogar froh, wenn jemand das Kapital bezieht). Oft kann man sogar 100% als Kapital beziehen.

  • Thomas Kraus sagt:

    Einkäufe in Schneeballsysteme, Ponzisysteme haben sich noch nie rentiert – Die Zeiten als der dritte Beitragszahler, nämlich Herr Zinsenszin noch aktiv war sind für sehr lange Zeit vorbei…(Es sei denn es gibt eine Währungsreform, Schuldenschnitt oder Krieg)…Beste Rendite: Mit PK und AHV ins Ausland übersiedeln mit der starken Kaufkraftnabelschnur in die Schweiz..Die die weiterhin in der CH Arbeiten finanzieren dann die AHV (= totaler Kaufkraftabfluss-Steuern aus der Schweiz)…Was für ein Erfolgsmodell…

  • M. Vetterli sagt:

    Solange die freie PK-Wahl nicht möglich ist, muss man von einem Einkauf, in der Regel, abraten. Wenn Sie nicht kurz vor der Pensionierung stehen und der regl.UWS attraktiv ist, ist der Einkauf eigentlich nie vorteilhaft. Wie im Text von Hr. Spieler erwähnt fliesst der Einkauf immer in das Ueberobligatorium. Die Entwicklung ihrer heutigen PK wissen Sie nicht. Ein Wechsel dieser Einrichtung können Sie nur zusammen mit einem AG-Wechsel umsetzen.
    Einz. in die Säule 3a sind deutlich zu bevorzugen. Diese Gelder können Sie zu einem späteren Zeitpunkt immer noch in die 2.Säule transferieren.
    Eink. in die 2.Säule sollten gefördert werden. Regl. Einkäufe könnten in ein Gefäss einbezahlt werden, welches von der PK losgelöst ist und frei gewählt werden kann. Eine “Säule 2a” zur Dep. von Einkäufen.

    • Anh Toàn sagt:

      „Meist ist es nämlich so, dass freiwillige Zahlungen nicht etwa in den obligatorischen Teil gehen, sondern in den überobligatorischen Teil. “

      „Wie im Text von Hr. Spieler erwähnt fliesst der Einkauf immer in das Ueberobligatorium. “

      Ich meine, ich der immer möglichst auf PK verzichtet hat, kann mir mittels Einkäufen in einen Minilohn (ein wenig über BVG Grenze) in den letzten 5 Jahren vor der Pensionierung noch eine kleine Rente mit Umwandlungssatz 6.8 oder vielleicht 6 bis dahin sichern. Aber vor allem, weil ich alt Vater wurde, dazu noch Kinderrenten, vielleicht studieren die, bis ich über 80 bin!

      Ich mache die Regeln nicht, ich lebe nur damit!

      • Anh Toàn sagt:

        Im kern geht es darum: bei Einzahlungen in 2te und 3ztte Säule ist man vom Willen des zukünftigen Gesetzgebers abhängig: Solange dies langfristig orientierte Vorsorge ist, ist alles ungewiss, man kann keine Mehrrendite berechnen, zu viele Annahmen sind notwendig, von denen zwangsläufig eine Menge falsch sein werden. Wird es kurzfristiger, also kalkulierbar, riecht es schon nach Umgehung, aber nur dann gibt es echte Gewinne, welche nicht auf eingegangen Risiken basieren, die sich halt nicht konkretisiert haben, insbesondere höhere Steuern und tiefere Umwandlungssätze in der Zukunft.

      • M. Vetterli sagt:

        Schönen Abend Hr. Anh Toan

        Jaja… nicht sauber geschrieben… hiess mal “praktisch immer”… 800 Zeichen…. musste gekürzt werden… habe somit Hr.Spieler falsch zitiert… Pardon…

        Aber in der Realität ist es so, dass Einkäufe praktisch immer ins Ueberobligatorium gebucht werden.
        Habe noch keinen Fall gesehen, bei dem dies nicht der Fall war.

        Zahlungen welche nicht in der PK platziert werden (Säule 3a, oder “meine Säule 2a”) können zu einem späteren Zeitpunkt immer noch in die PK eingezahlt werden und zu Rentenleistungen führen.
        Wenn sich ihr Sparkapital nur, oder überwiegend, aus obl.Geldern zusammensetzt ist ein Einkauf ins Ueberobligatorium vielfach für die Katz. Unbedingt erst Auswirkungen des Einkaufs auf die Leistungen anfragen.

  • Patrick Bünter sagt:

    @Vetterli fliesst nicht überall ins Überobligatorium. Bei unser PK ist es äussert attraktiv und die Einzahlung wird mit rund 2% verzinst, dazu die Steuerersparnis. Ihre Aussage ist daher nur bedingt richtig. Weiter kommt es auch auf die Zukunftspläne an, Immobilienkauf, Auswandern, andere Renditemöglichkeiten oder aber Frühpension, daher kann man diese Fragestellung nicht generell beantworten.

    • M. Vetterli sagt:

      Hr. Bünter,
      Eine PK kann den oblig.Teil der reglementarischen Einkäufe tatsächlich ins Obligatorium buchen.
      Diese Möglichkeit besteht. Allerdings habe ich noch nie einen solchen Fall zu Gesicht bekommen.

      Bitte senden Sie mir das Reglement oder den Link zu ihrer PK.

      Im übrigen macht eine Buchung ins Obligatorium, zumindest im Anrechnungsprinzip, nur Sinn, wenn kein oder kaum überobligatorisches Kapital vorhanden ist.
      Bei den Kassen welche die Buchführung und die Leistungen der Versicherten gesplittet ausführen, werden die Einkäufe mit Sicherheit immer ins Ueberobligatorium gebucht.

  • P Glotz sagt:

    Pensionskassen sind Räuber, denen würde ich nicht freiwillig einen Franken spendieren. Die nehmen uns Mitarbeiter aus und leben selbst in Saus und Braus.
    Jede erdenkliche Möglichkeit wird genutzt, um Zinsen und Leistungen zu reduzieren und das immer mit unrealistisch tiefen Renditeerwartungen aufgrund von erfundenen Zahlen. Ich werde mein Geld beziehen und privat anlegen. Und so haben meine Kinder noch etwas davon, falls meine Reise ins Universum unerwartet früh kommen sollte.

  • Hans sagt:

    Es ist doch immer wieder interessant zu lesen, wie hier die Demokratie (wir sind ja alles Wähler … aber nehme an, die Demokratiegegner hier finden auch hier werde manipuliert) geprügelt wird und bewährte – wenngleich sicher nicht perfekte – Sozialwerke kritisiert werden. Schuen Sie sich doch mal Länder ohne oder nur minimalen Sozialwerken an und wie es dort den Bürgern (Mittelstand und untere Finanzschichten) geht … versch…. geht es denen! Bsp. USA gefällig, als eines der finaziell reichsten Länder der Welt: rund 40 Mio (bei rund 330 Mio) leben an resp. unter der Armutsgrenze und sind auf Frewiwilligenhilfe angewiesen. Sie können sich aber auch in Europa umschauen: Osteuropa, England, Deutschland … Aber eben: diese böse CH-Demokratie und die bösen CH-Sozialwerke und Arbeitgeber!

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