Wo gibt es die höchsten Dividenden?

Neun Schweizer Börsenfirmen erreichen eine Dividende von 5 bis 6 Prozent. Sich davon leiten zu lassen, ist jedoch gefährlich.

Soll gemäss Aktienresearch bald mehr als 5 Prozent Rendite ausschütten: Orell Füssli. Foto: Keystone

Sie haben schon mehrmals geschrieben, dass man mit Aktien eine Dividende von 5 Prozent erreichen kann. Welche Aktien sind das? Welche Titel werfen aktuell am meisten Ertrag ab? K.N.

Wenn Sie sich eine Tranche am Dividendensegen der Schweizer Börsenfirmen von insgesamt über 50 Milliarden Franken abschneiden möchten, müssen Sie sich beeilen. In Kürze beginnen die ersten Unternehmen mit der Auszahlung ihrer Dividenden. In der Regel dauert die Dividendensaison dann bis Ende Mai. Einzelne Unternehmen wie die Ems-Chemie zahlen ihre Dividende allerdings viel später im Sommer aus.

Dividenden sind erst verbindlich, wenn sie von der Generalversammlung der Aktionäre abgesegnet sind. Zuvor sind es lediglich Erwartungen und Schätzungen der Analysten oder Anträge des Verwaltungsrates. Die Anträge des Verwaltungsrates auf Dividendenausschüttung werden üblicherweise angenommen, sodass man mit diesen durchaus kalkulieren kann.

Wie das Aktienresearch der Helvetischen Bank ausgewertet hat, erreicht die Dividendenrendite für den Schweizer Gesamtmarkt aktuell rund 2,8 Prozent. Angesichts der mickrigen Zinsen, die momentan auf Obligationen bezahlt werden, ist das ein attraktiver Wert.

Neun Schweizer Unternehmen bringen es sogar auf eine Rendite von 5 Prozent oder mehr. Zu den Aktien mit rund 5 bis 6 Prozent Dividendenrendite gehören laut der Aufstellung die Varia US Properties, die UBS, Sunrise, Mobilezone, Swiss Re, Orell Füssli, EFG, BB Biotech und der Versicherer Zurich.

Dividendenstars mit einer Rendite von 4 bis 5 Prozent sind demnach die Aktien von Valiant, Nebag, Burkhalter, TX Group, Carlo Gavazzi, Cie Financiere Tradition, Villars Holding, Valora, Banque Cantonale Vaudoise, Bellevue Group, Tornos, Flughafen Zürich, Swisscom, Dufry, Rieter, Poenina, Basler Kantonalbank und Adecco.

Eine Vielzahl von Firmen zahlt immerhin zwischen 3 und 4 Prozent Rendite, darunter auch bekannte Namen wie Swiss Life, LafargeHolcim, Kühne&Nagel, Helvetia, Bâloise oder ABB.

Ich warne allerdings davor, dass man sich nur von der hohen Dividende leiten lässt. Nur weil eine Börsenfirma eine superattraktive Dividende ausbezahlt, heisst das noch lange nicht, dass das Unternehmen auch erfolgreich oder solide ist.

Eine hohe Dividendenrendite kann sich auch ergeben, weil zwar die Dividende vorderhand einigermassen gleich bleibt, aber der Aktienkurs massiv gesunken ist. Ein Beispiel dafür ist die UBS, deren Kurs seit Jahren enttäuscht hat.

Eine hohe Dividende kann auch ein Mittel sein, um die Aktionäre, die sonst das Weite suchen würden, an die Gesellschaft zu binden. Vorsicht walten lassen sollte man bei Firmen, die Dividenden ausschütten, die letztlich den freien Cashflow übersteigen und so die Unternehmenssubstanz verschlechtern.

Darum gilt für mich die Regel: Eine hohe Dividende allein ist keineswegs ein Zeichen von Qualität. Man könnte auch argumentieren, dass die Firma mit dem vielen Geld, das sie den Aktionären auszahlt, lieber in Wachstum investieren würde, wenn sie dafür passende Ideen und Möglichkeiten hätte.

Für Dividendenjäger interessant sind Börsenfirmen, die einen Teil ihrer Dividende aus Kapitalreserven zurückzahlen. Der Grund: Der Teil der Dividende, der nicht aus Gewinnrückstellungen stammt, ist für die Aktionäre von der Verrechnungssteuer und der Einkommenssteuer befreit.

In den letzten Jahren haben viele Unternehmen Dividenden aus Kapitalreserven ausbezahlt. Mit der Einführung der Unternehmenssteuerreform auf Jahresbeginn wurde das allerdings schwieriger, da Börsenunternehmen nur noch maximal die Hälfte der Dividende durch Rückzahlung von Kapitalreserven finanzieren dürfen.

1 Kommentar zu «Wo gibt es die höchsten Dividenden?»

  • Geering Rene sagt:

    Guten Tag
    Kurz und bündig meine Frage.
    Soll ich weiter in mifonds v25 investieren?
    Oder in etwas anderes.
    Ich bin 60 Jahre alt, mit ca. 500000 Franken PK Gelder und 150000 3a Gelder.
    In den Fonds habe ich 24000 investiert.
    Vielen Danke für Ihre Mühe.

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