Kurzer Anlagehorizont bedeutet hohes Risiko

Wer kurz vor der Pensionierung in Vorsorgefonds investiert, läuft Gefahr, dass er happig Geld verliert.

Eine sorgfältige Pensionsplanung ist wichtig – am besten zusammen mit der Bank. Foto: iStock

Da ich jahrelang in die 3. Säule einbezahlt habe, ist eine beachtliche Summe zusammengekommen. Nun bin ich zwei Jahre vor der Pensionierung und in der komfortablen Lage, dass ich das 3.-Säule-Geld längerfristig nicht brauche. Meine Frage: Macht es Sinn und ist es überhaupt zeitlich noch möglich, das Geld in einem Fonds anzulegen? Was würden Sie tun? K.B.

Grundsätzlich können Sie Ihr 3.-Säule-Geld bis zum Bezug problemlos in Vorsorgefonds investieren. Falls Sie nach Erreichen Ihres ordentlichen Rentenalters in zwei Jahren nicht weiterarbeiten, müssen Sie das 3.-Säule-Geld beziehen. Das bedeutet, dass Ihr Anlagehorizont auf zwei Jahre beschränkt wäre. Sie wären bei der Wahl der Anlageklassen ziemlich eingeschränkt.

Wenn Sie jetzt einen Vorsorgefonds mit einem hohen Aktienanteil kaufen, was an sich die höchsten Renditechancen verspricht, gehen Sie das Risiko ein, dass dieser Fonds im Rahmen einer breiten Marktkorrektur ausgerechnet dann tief im Keller notiert, wenn Sie Ihre Säule 3a bei der Pensionierung beziehen und Sie deshalb die Fondsanteile verkaufen müssen.

Wer kurz vor der Pensionierung in Vorsorgefonds investiert, läuft Gefahr, dass er diese zu einem schlechten Zeitpunkt abstossen muss. Sie könnten daher nur Fonds nutzen, die sehr geringe Kursschwankungen aufweisen. Das heisst aber auch, dass Ihre Renditemöglichkeiten bescheiden wären.

Es gibt aber auch Anbieter, deren Vorsorgefonds Sie auch nach einem Bezug der Säule 3a im Rahmen der Pensionierung in Ihr Wertschriftendepot überführen können. Dann hätten Sie einen deutlich längeren Anlagehorizont und könnten die Papiere auch fünf bis zehn Jahre liegen lassen, da Sie das Geld vorderhand nicht brauchen.

Solange Sie noch arbeiten, dürfen Sie in die steuerbegünstigte Säule 3a einzahlen und den Betrag dann im Folgejahr in der Steuererklärung in Abzug bringen. Je nach Ihrer persönlichen Situation könnte es sich allenfalls aber auch lohnen, die Säule 3a noch vor der ordentlichen Pensionierung zu beziehen. Falls Sie mehrere Säule-3a-Konten besitzen, was ich empfehle, können Sie die 3. Säule gestaffelt beziehen. Damit sparen Sie in den meisten Kantonen beim Bezug Steuern.

Wichtig wäre ein vorzeitiger Bezug vor allem dann, wenn Sie Ihr Pensionskassenkapital nicht als Rente, sondern als Kapital beziehen. Wenn Sie das PK-Geld und das Kapital aus der Säule 3a im gleichen Jahr – etwa bei der Pensionierung – beziehen, liefern Sie mehr Geld an den Fiskus ab. Durch einen gestaffelten Bezug kann man die Steuerlast reduzieren.

Ebenso wie man noch im Erwerbsleben frühzeitig eine Vorsorgeplanung machen sollte, empfehle ich Ihnen, auch eine Pensionsplanung zusammen mit Ihrer Bank oder Versicherung zu machen. Im Rahmen einer solchen Pensionsplanung werden anhand Ihrer persönlichen finanziellen Verhältnisse Ihre Optionen ausgelotet und die optimalen steuerlichen Vorgehensweisen aufgezeigt.

Aus meiner Sicht lohnt sich eine solche Beratung. Sprechen Sie diesbezüglich direkt mit Ihrer Bank oder Versicherung. Dann haben Sie in Hinsicht auf Ihre Pensionierung Klarheit und können die Weichen für allfällige weitere Anlagen stellen.