Wie sicher sind meine 3.-Säule-Gelder?

Viele haben eine falsche Vorstellung von der Sicherheit der 3.-Säule-Gelder, warnt unser Geldberater.

Von wegen Garantie: Bei der Wahl für ein Säule-3a-Konto sollte Sicherheit ein entscheidender Faktor sein. Foto: iStock

Wie steht es um den Schutz meines Ersparten in der 3. Säule, wenn die Bank Konkurs macht? Ist es dann auch gesetzlich gesichert? U.F.

Nein. Gelder aus der steuerbegünstigten Säule 3a sind nicht durch das gesetzlich verankerte Einlagensicherungssystem der Esisuisse gesichert. Das bedeutet aber keineswegs, dass Ihre Gelder verloren wären. Denn die 3.-Säule-Guthaben sind bis zu einem Höchstbetrag von 100’000 Franken pro Kunde und Institut privilegiert.

Das heisst, dass Ihr Erspartes aus der 3. Säule im Falle eines Zusammenbruchs der Bank, bei der Ihr Geld angelegt ist, in die 2. Konkursklasse eingehen würde. Die meisten Forderungen gehen in die 3. Konkursklasse ein. Sie hätten also eine gute Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Geld aus dem verbliebenen Kapital der Bank zurückbezahlt würde. Eine Garantie haben Sie allerdings nicht.

Das ist wichtig zu wissen und meines Erachtens ein nicht unwichtiges Argument bei der Wahl der Bank für eine Säule-3a-Konto. Ein höherer Zins ist nicht alles – auch die Sicherheit hat bei 3.-Säule-Gelder einen hohen Stellenwert. Ich würde mich vor der Eröffnung eines 3.-Säule-Kontos überlegen, wie solid die Bank dasteht. Rund um die Sicherheit der 3.-Säule-Gelder gibt es immer wieder falsche Vorstellungen.

Tatsache ist: Gesetzlich von Esisuisse gesichert sind 3a-Säule-Gelder und Freizügigkeitskonten nicht, wie das bei Guthaben von Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Stellen der Fall ist, also zum Beispiel bei Privat-, Spar-, Anlage-, Lohn-, Nummern- und Depositenkonten oder bei einem Kontokorrent.

Wie Jean-Marc Felix, Mediensprecher der Einlagensicherung Esisuisse, erklärt, hat man bei einem Freizügigkeits- oder Säule-3a-Konto lediglich einen vorsorgerechtlichen Anspruch gegenüber der Freizügigkeits- oder Säule-3a-Stiftung. «Die Freizügigkeits- oder Säule-3a-Stiftung legt die Guthaben der Vorsorgenehmer im Namen der Stiftung bei einer Bank in Form von Sparguthaben an. Im Falle des Konkurses der Bank gelten maximal 100’000 Franken pro Vorsorgenehmer – Freizügigkeit und Säule 3a zusammengerechnet – als Einlage des einzelnen Vorsorgenehmers.»

Auch das gilt es also zu beachten: Die auf einem Freizügigkeitskonto und einem 3.-Säule-Konto bei der gleichen Bank angelegten Gelder werden im Konkursfall zusammengerechnet. Daher würde ich die 3. Säule und ein Freizügigkeitskonto nicht bei derselben Bank halten.

Jean-Marc Felix macht weiter klar: «Die Gelder sind im Konkurs privilegiert und werden in der 2. Konkursklasse kolloziert. Die Bank muss im Umfang von 125 Prozent der privilegierten Einlagen inländische Aktiven halten. Dank dieser 125-Prozent-Regel sollten im Konkursverfahren der Bank sämtliche Forderungen der zweiten Konkursklasse abgedeckt werden können.»

Diese konkursrechtliche Privilegierung von Freizügigkeits- und Säule-3a-Guthaben bis insgesamt maximal 100’000 Franken gilt unabhängig von den Einlagen, die man sonst auf einem üblichen Spar- oder Privatkonto einer Bank hat. Letztere wären im Konkurs der Bank anders als die Guthaben auf dem Freizügigkeitskonto oder 3.-Säule-Konto bis maximal 100’000 Franken pro Einleger und Bank durch die Einlagensicherung gesichert.