Wie Sie die Frührente clever planen

Wer früher in Rente gehen will, sollte die Konsequenzen genau berechnen: Ein Jahr Vorbezug hat eine Kürzung von 6,8 Prozent zur Folge, zwei Jahre Vorbezug eine Kürzung von 13,6 Prozent. Foto: iStock

Ich habe eine Frage zur Frühpensionierung bezüglich AHV und Pension: Wenn ich früher in Rente gehe, spielt es eine Rolle, ob unter dem Jahr, auf Ende Jahr, oder sollte ich auf den Geburtstag schauen? O.K.

Ja, es spielt eine Rolle. Grundsätzlich gilt, dass man den Bezug seiner Altersrente um ein oder zwei ganze Jahre vorziehen kann. Man spricht dann von einem Vorbezug. Wichtig zu wissen ist, dass ein Vorbezug für einzelne Monate nicht möglich ist. Sie müssen sich somit entscheiden, ob Sie den Vorbezug um ein Jahr oder um zwei Jahre vornehmen möchten.

Auch in anderer Hinsicht ist man nicht ganz frei: Die von Ihnen ins Auge gefasste Anmeldung für einen Vorbezug der AHV-Rente muss spätestens am letzten Tag des Monats, in dem Sie das entsprechende Altersjahr vollenden, eingereicht sein. Die AHV weist klar darauf hin: «Andernfalls kann der Rentenvorbezug erst mit Wirkung ab dem nächstfolgenden Geburtstag geltend gemacht werden. Eine rückwirkende Anmeldung ist ausgeschlossen.»

Daher empfiehlt die AHV, die Anmeldung für den Vorbezug der Altersrente drei bis vier Monate vor Erreichen des Altersjahrs, ab welchem Sie den Vorbezug wünschen, einzureichen. Eine Anleitung dafür sowie die nötigen Formulare finden Sie im Internet unter der Adresse www.ahv-iv.ch.

Als Mann ist für Sie ein Vorbezug erst ab 63 Jahren möglich, bei Frauen wäre es ab 62 möglich, da das ordentliche Rentenalter bei den Frauen mit 64 Jahren noch tiefer liegt. Bevor Sie sich definitiv für einen Vorbezug entscheiden, sollten Sie die finanziellen Folgen für sich genau anschauen. Ein Vorbezug der Altersrente hat nämlich zur Konsequenz, dass Ihre Rente während des gesamten Rentenbezugs – also bis ans Lebensende – gekürzt wird.

Ein Jahr Vorbezug hat eine Kürzung von 6,8 Prozent zur Folge, zwei Jahre Vorbezug eine Kürzung von 13,6 Prozent. Ich rate Ihnen, sich die genauen Konsequenzen bezogen auf Ihre monatliche Rente genau berechnen zu lassen.

Finanzielle Einbussen bringt Ihnen die Frühpensionierung allerdings nicht nur bei der AHV, sondern auch bei der Pensionskasse. Falls Sie die Rente beziehen, wird diese ebenfalls gekürzt. Um wie viel, erfahren Sie direkt bei Ihrer Kasse oder im entsprechenden Reglement der Kasse.

Das Mindestalter für eine Frühpensionierung beträgt bei den meisten Pensionskassen 58 Jahre, je nach Vorsorgeinstitution kann das Mindestalter im Reglement aber auch variieren. Sich zwei Jahre vor dem ordentlichen Pensionsalter frühpensionieren zu lassen, wie Sie es planen, ist aber kein Problem – abgesehen von den finanziellen Einbussen, die ebenso wie bei der AHV erheblich sind.

Und noch ein Hinweis: Falls Sie nach Ihrer Frühpensionierung gar keine Erwerbstätigkeit mit einem AHV-pflichtigen Lohn mehr ausüben, bleiben Sie bei der AHV noch bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters beitragspflichtig.

Wenn Sie sich als Mann also mit 63 frühpensionieren lassen, müssen Sie noch während zweier Jahre Beiträge an die AHV leisten. Falls Sie einiges an Vermögen haben, können diese Beiträge hoch ausfallen. Ärgerlich dabei ist, dass die Beiträge, die Sie während des Vorbezugs bezahlen, nicht mehr für die Rentenberechnung berücksichtigt werden.

Ich empfehle Ihnen, die Konsequenzen Ihrer Frühpensionierung auch bezüglich der verbleibenden AHV-Beitragspflicht bis 65 im Detail zu prüfen. Aus meiner Sicht lohnt es sich vor diesem Hintergrund, eine Pensionsplanung vorzunehmen, wie sie Banken und Versicherungen anbieten.

1 Kommentar zu «Wie Sie die Frührente clever planen»

  • Hobbyberater sagt:

    Bei der Pensionskasse steigen der Umwandlungssatz und das Alterskapital jeden Monat, den man länger arbeitet. Eine nicht so seltene Ausnahme ist, wenn die PK gerade dabei ist, dem Umwandlungssatz schrittweise zu senken. Dies geschieht beispielsweise immer zum Jahreswechsel. Dann ist es sinnvoll, auf Ende Jahr zu künden, um den nächsten Senkungsschritt zu vermeiden.

    Bei der AHV gibt es den Online-Rechner ESCAL. Damit kann man sich ausrechnen, zu welchem Zeitpunkt man welche Rentenhöhe erreichen wird. Als Gutverdienender hat man oft schon Jahre vor der Pensionierung genug eingezahlt und muss nur noch die fehlenden Jahre für erreichen. Diese Beiträge sind nicht besonders hoch und dürften sich daher lohnen.

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