Sunrise stösst auf Widerstand

Sunrise-Shop mit Werbung von Roger Federer: Der Telecomanbieter hat vor gut einem Monat den geplanten Kauf von UPC Schweiz für 6,3 Milliarden Franken bekannt gegeben. Foto: Ennio Leanza/Keystone

Aktien von Telecomunternehmen sind eigentlich langweilig. Die Erträge sind stabil, die Investitionen planbar, das Wachstum allerdings ist limitiert. Sunrise will dem entgegentreten. Vor gut einem Monat hat das Unternehmen den geplanten Kauf des Kabelnetzbetreibers UPC Schweiz für 6,3 Milliarden Franken bekannt gegeben. Jetzt regt sich Widerstand. Freenet, mit einem Anteil von 25 Prozent der grösste Aktionär von Sunrise, hat sich an der Generalversammlung gegen die Schaffung von genehmigtem Kapital gestellt. Auch wenn das nicht direkt im Zusammenhang mit der geplanten Akquisition steht, ist es ein Wink mit dem Zaunpfahl. Der Übernahmezirkus hat gerade erst begonnen. Bislang profitierte man als Anleger von einer relativ sicheren Dividendenrendite von fast 6 Prozent, was einen gefreut und über Kursschwankungen hinweggetröstet hat. Ob das so weitergeht, ist ungewiss. Die geplante Übernahme birgt Risiken und soll, wie es aussieht, von den Sunrise-Aktionären gestemmt werden. Der Aktienkurs hat seit der Ankündigung des geplanten Zukaufs an Wert verloren. Aufgrund dieser Unsicherheiten würde ich vorerst an der Seitenlinie bleiben. Meiden

Der Kauf könnte sich lohnen

Auch die Aktien der Kantonalbanken sind ein Garant der Stabilität. In Krisen halten sie sich über, in Hochphasen eher unter dem breiten Schweizer Markt. Die Ruhe in den Kursen rührt vom Geschäft der Geldhäuser her. Sie erzielen vor allem berechenbare Einnahmen auf lang laufende Hypotheken. Aber dadurch sind sie Risiken ausgesetzt, die sich in Zukunft verschärfen könnten. Im historischen Tiefzinsumfeld ist der Ertrag unter Druck, der Wettbewerb ist hart, die Finanzmarktaufsicht fordert eine vorsichtigere Hypothekarvergabe, und mit Postfinance ist ein neuer grosser Player in den Markt eingestiegen. Dennoch gibt es Bankaktien, bei denen sich ein Kauf lohnen könnte. Zum einen die Banque Cantonale Vaudoise. Sie hat unter den kotierten Kantonalbanken die stärkste Vermögensverwaltung, ist eine Dividendenperle und die einzige mit einer Eigenkapitalrentabilität von über 10 Prozent. Die St. Galler KB weist ein ähnliches, wenn auch weniger starkes Profil auf, die Aktien sind dadurch aber auch nicht überteuert. Genau wie jene der Glarner KB. Mit ihren digitalen Plattformen für Kunden und als digitale Dienstleisterin für Banken hat Letztere ein grösseres Wachstumspotenzial als die Konkurrenz. Kaufen

151 Millionen Dollar Gewinn

Levi Strauss hat die Rückkehr an die Börse gewagt. Am 21. März feierte das 173 Jahre alte Unternehmen ein fulminantes Comeback: Vom Ausgabepreis von 17 Dollar haben sich die Aktien auf über 23 Dollar verteuert. Die Kleider des US-Unternehmens liegen im Trend: Die Verkäufe legten im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar zu. Im ersten Quartal 2019 setzte sich das starke Wachstum fort, und der Gewinn stieg rund 80 Prozent auf 151 Millionen Dollar. Das Unternehmen profitiert nicht zuletzt vom wechselnden Modegeschmack. Nachdem in den letzten Jahren eher Sportbekleidung gefragt war, stehen Jeans wieder vermehrt in der Gunst der Konsumenten. Zudem hat Levi Strauss stark ins wachsende Onlinegeschäft und in den Ausbau des Filialnetzes investiert – das macht sich nun bezahlt. Für Analysten ist die starke Konzentration auf Jeans allerdings immer noch Grund zur Beunruhigung, auch wenn Levi Strauss nun besser am Markt positioniert sei, wie Moody’s glaubt. Beim jetzigen Kursniveau sind die Aktien kaum attraktiv. Meiden

Viel Schwung

Givaudan ist kein Produkt, das man im Laden kauft. Doch in vielen Produkten steckt Givaudan, potenziell in allem, was aromatisiert ist oder duftet. Der Aroma- und Riechstoffhersteller ist ein herausragendes Unternehmen. Wer die Aktien hat, kann sich glücklich schätzen – und sorgenfrei schlafen. Momentan bewegt sich deren Bewertung jedoch auf stattlichem Niveau, das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2019 beträgt 29. Meines Erachtens wird damit schon einiges an Erfreulichem vorweggenommen. Das könnte den weiteren Anstieg vorerst bremsen, und das macht die Titel anfällig für Enttäuschungen. Die Sache ist verzwickt. Das Umsatzwachstum zeigt viel Schwung, wie die Zahlen vom Dienstag zeigen. Die Marge dagegen ist übernahmebedingt und wegen des Anstiegs der Rohstoffkosten etwas flau. Das wird sich ändern – mit beschleunigender Wirkung auf den Gewinnverlauf. Die Wirkung des Wachstums aus eigener Kraft ist weniger klar. Noch wird es durch Preiserhöhungen gestützt. Laufen diese aus, ist eine Verlangsamung möglich. Dann kommt zum beschleunigenden auch ein bremsender Effekt. Angesichts des Bewertungsniveaus heisst das: Halten

Wachsen durch Übernahmen

Beim Gebäudetechniker Poenina liegt der Börsengang nicht lange zurück. Erst seit November 2017 sind die Aktien kotiert. Das Unternehmen ist recht klein, es setzte 2018 lediglich 158 Millionen Franken um. Im laufenden Jahr wird es allerdings in eine andere Grössenordnung hineinwachsen: Im November 2018 übernahm Poenina die ungefähr gleich grosse Inretis, die in denselben Geschäften in anderen Regionen der Schweiz aktiv ist. Der Umsatz wird dadurch auf rund 240 Millionen steigen. Ich vermute, dass Poenina vermehrt auf dem Radar von Analysten und Investoren auftauchen wird. Das Unternehmen will weiterwachsen, in erster Linie durch Übernahmen. So grosse Brocken wie Inretis dürften allerdings eher die Ausnahme bleiben. Poenina liefert solide, aber wenig berauschende Zahlen. Das spiegelt sich im Kurs: Er liegt etwa auf der Höhe des Emissionspreises von 46 Franken. Halten

1 Kommentar zu «Sunrise stösst auf Widerstand»

  • Peter Schmid sagt:

    Die neue Video-Reklame zum 5G ist mit RF ist so richtig zum fremdschämen.
    Hat en der gute RF nichts besseres zu tun als sich für viel Geld auf so idiotische Art anzubiedern? Er hat doch mehr als genug Geld, wieso hat das nötig? ist er tatsächlich so gierig? Das blöde anzügliche laute Gelächter in drei Sprachen bringt einem so gegen ihn auf, dass man den Spot unvermittelt und SOFORT abstellt und auf das Video das man eigentlich sehen möchte verzichtet.

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