So bezahlen Sie günstiger in Fremdwährungen

Nützlich bei Auslandreisen: Bei der Revolut-Karte kommt der attraktive Interbanken-Wechselkurs zur Anwendung. (Foto: Getty Images)

In meinem Kollegenkreis wird viel über Revolut diskutiert. Was denken Sie über diese neuartige Zahlungsmöglichkeit? S.O.

Das vom britischen Fintech-Unternehmen Revolut lancierte Zahlungssystem ermöglicht es, unkompliziert mit dem Smartphone oder mit der auf Bestellung von der Firma gelieferten Plastikkarte zu zahlen. Genau das kann man auch mit seiner traditionellen Kreditkarte. Doch bei Revolut funktioniert alles deutlich günstiger.

Wenn man mit der Kreditkarte Geld bezieht, kostet dies. Auch wenn man im Ausland mit seiner traditionellen Kreditkarte zahlt, bezahlt man einiges an Gebühren – insbesondere ist man mit schlechteren Umrechnungskursen und Bearbeitungszuschlägen konfrontiert.

Bei der Revolut-Karte kommt indes der deutlich attraktivere Interbanken-Wechselkurs ohne Aufschläge zur Anwendung, vorausgesetzt dass man den Währungstausch unter der Woche von Montag bis Freitag durchführt. An Wochenenden wird ein Zuschlag verrechnet.

Besonders bei Auslandreisen erweist sich die Karte als nützlich, denn Revolut rechnet Fremdwährungseinkäufe gebührenfrei zum günstigen Interbanken-Wechselkurs ab. Der Interbanken-Wechselkurs ist der sich laufend verändernde Kurs, mit dem Banken untereinander Währungen tauschen. Bei einzelnen Währungen wie dem russischen Rubel, der türkischen Lira oder dem thailändischen Baht gibts allerdings auch bei Revolut einen Aufschlag von einem Prozent.

Grundsätzlich ist beim britischen Fintech der Umtausch von ausländischen Währungen kostenlos – aber nur bis zu einem festgelegten Limit: Bei monatlichen Überweisungen zwischen verschiedenen Währungen von über 5000 Pfund – also knapp 6500 Franken – wird eine Gebühr von 0,5 Prozent erhoben. Die meisten Privatpersonen werden diese Limite kaum überschreiten und damit vom kostenlosen Umtausch profitieren können. Die erste physische Karte ist für Einsteiger umsonst. Für weitere Karten werden sieben Franken verrechnet.

Ein entscheidender Unterschied zu einer traditionellen Kreditkarte ist die Tatsache, dass man sein Konto und damit auch die Karte bei Revolut zunächst aufladen muss. Erst dann kann man sie als Zahlungsmittel nutzen. Die Kontoführung ist kostenlos. Revolut ist somit eine Prepaid-Karte, bei der man immer darauf achten muss, dass man genügend Geld darauf hat. Für das Aufladen des Kontos per Banküberweisung werden von Revolut keine Gebühren belastet.

Da das Fintech inzwischen mit der Grossbank Credit Suisse zusammenarbeitet und eine Schweizer Kontoverbindung hat, funktioniert die Überweisung in Franken oder Euro über Sepa unkompliziert. Bei Swift-Transfers würden hingegen Fremdgebühren anfallen. Die App von Revolut ist auch für nicht Tech-Freaks einfach verständlich.

Neben den offensichtlichen Pluspunkten wie dem attraktiven Wechselkurs sehe ich bei Revolut zwei Risiken: Erstens sollte man sich überlegen, was mit dem überwiesenen Geld passiert, wenn Revolut Konkurs gehen würde. Anders als bei einem Konto bei einer Bank in der Schweiz profitiert man hier nicht vom gesetzlichen Einlagenschutz. Das überwiesene Geld wäre im schlimmsten Fall wohl verloren. Darum würde ich nicht zu hohe Beträge auf das Konto überweisen.

Zweitens würde es mich nicht erstaunen, wenn Revolut nach einer Einführungsphase die Gebühren erhöhen würde. Doch dann kann man immer wieder entscheiden, ob man dabei bleiben will oder nicht, zumal der Wettbewerb unter den verschiedenen Zahlungssystemen weiter zunehmen wird.

27 Kommentare zu «So bezahlen Sie günstiger in Fremdwährungen»

  • Ralph sagt:

    Es gibt Alternativen, z.B. die DKB Karte aus Deutschland. Die kostet auch nichts (unter gewissen Bedingungen).

    • Hans Meier sagt:

      Die DKB berechnet aber ausserhalb des Euroraum auch Gebühren. Ausserdem rechnet sie nicht mit dem Interbanken-Wechselkurs, so zahlen Sie versteckt immer noch ein bisschen drauf.

      • Danny sagt:

        Immerhin kriege ich bei DKB & DibaING aber auch ein bisschen Zins..

      • Ralph sagt:

        Ich weiss nicht, woher Sie das haben, bisher habe ich noch keinerlei Gebühren auf meiner DKB-Karte gefunden. Weder in China, noch in Tibet, noch in Nepal noch im EU-Raum noch im Nicht-Euro-EU-Raum. Wobei ich die Karte in der Schweiz nicht benutzen würde, dafür gibt es andere Gratiskarten.

      • Daniel Meier sagt:

        Da sind sie falsch informiert. Die DKB rechnet mit dem Interbankingkurs, sobald man aktiv Kunde ist.

  • Hansjürg Willi sagt:

    Transferwise ist hier der Marktleader. Während 3 Monaten war ich in Australien untewegs und habe mit der dazugehörenden Mastercard (Debit) in AUS bezahlt. Ohne Gebühren, Bankspesen und Bankauszüge. 3 Fremdwährungskonten sind inkl. für fast gebührenfreie Überweisungen. Für was brauche ich eigentlich noch eine Bank??

  • Markus Steinegger sagt:

    Die horrenden Aufschläge/“Bearbeitungsgebühren“ bei Devisentransaktionen mit Kreditkarten sind tatsächlich ein grosses Aergernis. Auch die vermeintlich günstigeren Kreditkartenanbieter bedienen sich hier sehr grosszügig, wenn man die Gesamtkosten korrekt mit den Interbankkursen berechnet.
    Gibt es hier irgendwelche wirklich kompetitiven Angebote?
    Ich wundere mich übrigens, dass die WEKO noch nie auf dieses Thema aufmerksam wurde. Die „Bearbeitungsgebühren“ sind z. B. derart standardisiert; das schreit förmlich nach einer Absprache.

  • Ruth Osterwalder sagt:

    Ich reiste kürzlich in Namibia /Südafrika. Einzig beim Zwischenstopp in Frankfurt konnte ich mit Revolut bezahlen. Anschliessen funktionierte die Karte weder in Namibia noch in Südafrika. Somit musste ich dann doch mit den üblichen Kreditkarten bezahlen.

    • Rüdiger Klappstuhl sagt:

      War im März 2019 drei Wochen in Südafrika. Bei mir hat dort die Revolut Karte überall funktioniert. In China war es hingegen schwieriger.

    • Hannes Berchtold sagt:

      Das glaube ich nun kaum. Revolut ist eine (für den Verkäufer) ganz normale Mastercard und wird überall akzeptiert. Ausser natürlich, wenn sie nicht gedeckt ist. Ich jedenfalls habe in allen Ländern ausserhalb von Europa nie Probleme gehabt.
      Was allerdings, auch gemäss meinen Erfahrungen, nicht ganz stimmt ist die Aussage im Blog, Überweisungen von Banken auf das Revolut-Konto seien kostenfrei. Es ist zugegeben nicht viel, aber ein paar Franken bleiben immer hängen. Und natürlich so viel interessanter als eine Überweisung zu Lasten einer Kreditkarte.

  • Hans Meier sagt:

    Revolut wird wohl so schnell nicht bankrott gehen. Die kommen nicht einmal nach mit Karten produzieren, es gibt immer Warteschlangen. Das Geschäftsmodell ist ja ziemlich simpel: Keine unnützen Filialen usw. dafür keine Gebühren. Verdienen können sie ja immer noch an den Gebühren, die alle Händler an MasterCard/Visa bezahlen.
    Ob sie die Gebühren anheben werden wir sehen, ich glaube eher sie verfolgen eine Strategie mit Gratis und Pro Konto. So wurde die Revolut Metal Card eingeführt, welche mehr Funktionen bietet und 160Fr./Jahr kostet (übrigens auch ständig mit Warteschlange).

  • Domenique sagt:

    Ganz frech finde ich vor allem, dass ‚Auslandstransaktionen‘ in CHF und sogar chargebacks mit einer Gebühr belastet werden. Bestes Beispiel Amazon in CHF kostet bei mir (VISECA von Raiffeisen) einfach mal 1.75% mehr.
    Ich will und muss nicht alles gratis haben, Qualität und Leistung dürfen auch kosten. Aber diese kleinen, kleinen überall versteckten Gebühren nerven. Insbesondere jetzt, wo man sieht, dass es auch anders gehen kann mit Revolut (oder auch dem 100% Schweizerischen NEON.)
    A propos Einlagensicherung, diese ist tatsächlich etwas schwammig. Revolut ist der Britischen Bankenaufsicht unterstellt, und hat via Estland eine Eorpäische Bankenlizenz (mit Einlagensicherung). Inwiefern diese jedoch für die Schweiz gilt, kann ich nicht beurteilen.

  • Kurt Fischer sagt:

    Der einzige Makel an der Revlutkarte liegt darin, dass es eben KEINE Kreditkarte sondern eine Debitkarte ist und solche von Autovermietern, Hotels etc. oft nicht akzeptiert werden, da auf diesen Karten keine Kautionsbeträge gebucht werden können.

    • Daniel Fischer sagt:

      Das ist ein guter Input. Wusste ich nicht – macht aber eigentlich Sinn. Somit ist für mich die Karte aber für mich nutzlos.

      Wenn man nicht x Konti und Karten möchte, bleibt somit nur noch ein CH Produkt wie etwa CLER für Innlandzahlungen und Reservationen usw. und dann noch eine der Fintech-Lösungen für ausserhalb. Muss man aber genauer anschauen.

    • Karl Peter sagt:

      Ist mir mit Revolut erst bei Tankstellen direkt an der Zapfsäule in Canada passiert. Mit Revolut Mastercard. Visa ging erstaunlicherweise. Hotels, Mietwagen, kein Problem. Ein Hotel, DoubleTree, brauchte etwas länger, um den reservierten Betrag wieder freizugeben, das muss man beim Aufladen einberechnen. Sonst keine Probleme, Aufladung, am Morgen vor 10 Uhr bei der Bank abgeschickt, ist bisher jedes mal noch vor dem Mittag angekommen. Einmal zu wenig aufgeladen : Ein Freund schickt das benötigte Geld innert Sekunden, sobald wieder aufgeladen ist es zurück bei ihm. Wirklich sehr einfach, übersichtlich und fürs Ausland perfekt, solange das Ding nicht hopps geht…

    • Be Bachter sagt:

      Revolut ist keine Debitkarte. Es ist eine Prepaid-Mastercard. Steht auch so im Bericht. Ausser dass man sie nicht „überziehen“ entspricht sie einer normalen MasterCard.

      • André A. Perret sagt:

        Prepaid-Creditkarten werden aber in USA/Kanada wie Debitkarten behandelt, d.h. wie Daniel Fisher (11.Apr. @ 12h11) bemerkt hat, gibt es öfters Probleme für Hotels & Mietwagenfirmen die als Sicherheitsdepot einen sog. „Pre-Authorization“ buchen, welcher dann beim Auschecken (Hotel) oder Wagenrückgabe mit den realen Betrag korrigiert wird. Viele solche Dienstleister haben deshalb Notizen auf den Schaltern mit der Warnung, dass das Ajustement des Security-Deposits bis zu 14 Tage nehmen kann!
        Das ist der Grund warum ich auf meinen wöchentlichen Geschäftsreisen in US/CAN weder meine Debitkarte noch Prepaid Kreditkarten benutze.

  • Werner sagt:

    Seit es eine Schweizer Bankverbindung gibt, ist das Aufladen endlich auch für Schweizer attraktiv.
    Aber aufpassen: Das gilt im Moment nicht für die Gegenrichtung. Wer also CHF vom Revolut-Konto auf ein Schweizer CHF-Konto überweisen will, zahlt hohe SWIFT-Gebühren.

    • John sagt:

      Hmm. Und wie sieht es aus, wenn ich die Kohle an einem CH-Bancomaten herauslasse? Revolut wird auch dort eine Gebühr verlangen, aber KANN eigentlich nur günstiger sein als die CH-Gebührenabzockerbanken …

  • Claudio sagt:

    Im Februar wurden gem. Wire (gefunden im englischsprachigen Wikipedia-Artikel über Revolut) Hinweise darauf gefunden, dass Mitarbeiter zu unbezahlter Arbeit gezwungen worden sind. Im März wurden ausserdem Compliance-Probleme aufgedeckt, worauf der CFO ging oder gehen musste. Kein Wunder kann man den so günstige Bedingungen bieten… Amazon lässt grüssen.
    Achtung: Bei Compliance-Problemen kann die Aufsicht (je nach Schwere) ein Institut ganz schnell schliessen. Es braucht keinen Konkurs, um da sein voraus einbezahltes Geld zu verlieren…

  • Heinz Bulmer sagt:

    Ich habe selber eine Revolut und Transferwise Karte. Ich spare bei Euro Bezahlungen ca. 3% gegenüber meiner Migros Kreditkarte.

    Die Aufladung geht überigens sehr schnell. Von der Postfinance zu Transferwise geht es 1 Arbeitstag, zu Revolut sind es 2.

    Wer regelmässig etwas in Fremdwährungen bezahlt, rentieren sich diese Karten sehr schnell. Die Gebühren für die Schweizer Kreditkarten wurden in den letzten Jahren immer erhöht, zum Teil versteckt. Vor etwa 10 Jahren hatte ich auch bei der Migros Kreditkarte noch einen besseren Wechselkurs und die Fremdwährungsgebühren waren auch tiefer.

  • Matthias Meier sagt:

    Ein bisschen oberflächlich, Nachteile und Negatives verschweigend. Findet man mit ein paar wenigen Minuten suchen im Internet. Kommt wie bezahlte Wetbung rüber.

  • Daniel sagt:

    Leider ist bei diesen ansonsten attraktiven Angeboten oft nicht klar, wie es um den Datenschutz steht. Ich habe den Verdacht, dass dieser bei manchen Angeboten schlechter ist als bei den klassischen Banken/Kreditkartenherausgebern. Z.B. wird nach meinem Verständnis bei der DKB nicht nur die Bonität bei privaten Bonitätsauskunfteien abgefragt, sondern können später auch Profiling-Daten von der Bank an diese Auskunfteien zurückgegeben werden. Ein kritischer Artikel zum Datenschutzlage bei diesen „Gratisangeboten“ ist dringend nötig, damit man als Konsument eine informierte Entscheidung treffen kann, ohne sich seitenweise durch AGBs kämpfen zu müssen. Die Datenschutzhinweise bei Resolut sind übrigens sehr verständlich geschrieben. Ich kann jedem empfehlen, diese mal durchzusehen.

  • John sagt:

    Dieser Artikel ist ja schon mal positiver als die neuliche Cabaretshow mit zwei älteren Herren auf „Inside Paradeplatz“. 🙂 Ich denke, die Gebühren sind der springende Punkt. Bei Viseca z. B. kostet die Karte 100.- im Jahr. Als Dank dafür darf man bei jeder „Auslands“transaktion (Amazon), bei jeder Nutzung eines an sich gebührenfreien Dienstes (Paypal), und natürlich auch bei JEDER Transaktion im Ausland (Einkauf) blechen, und das nicht zu knapp. Wir Schweizer KK-Kunden werden ganz einfach ausgenommen, und das immer unverschämter und offensichtlicher. Insofern nehme ich das Risiko eines Revolut-Konkurses gerne in Kauf. Ich muss ja nicht grad 5K auf der Karte parkieren.

  • Paulo sagt:

    Revolut ist im Standard eine „Debitkarte“. Eine Kreditkarte – Visa oder Mastercard im Premium- und Masterbereich gegen monatliche Bezahlung möglich. (7.99 € bzw. 13.99 € /m). Wer Visa oder Mastercard bekommt, ist fixiert je nach Standort – Land/Region. Somit ist Revolut im Kredikarten Geschäft – auch bei den hohen Gebühren. Nur die Standardversion ist mehrheitlich gebührenfrei oder mindesten mit tieferen Gebühren belastend. Natürlich günstiger ist das Revolut „Debitkarten“ Geschäft.

  • Jonas Schmid sagt:

    Was in dem Artikel nicht erwähnt wird: Ich kann mir jederzeit gratis virtuelle Kreditkarten erstellen und aufladen was z.B bei Online Einkäufen eine zusätzliche Sicherheit gibt. Die Karte lade ich per App auf, das funktioniert eigentlich überall wo ich Internet habe, deshalb sind auch keine riesigen Beträge notwendig. Was nervt, ich bezahle zwar bei Revolut für die Transaktion nichts, aber das aufladen der Karte schlägt bei Visa dann doch mit 1.75% zu buche.

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