Attraktive Alternative zu klassischen Bankaktien

Starkes und solides Wachstum der Partners Group: Im laufenden Geschäftsjahr sollen die Zahlungszusagen der Kunden weiter steigen. Foto: Keystone

Ich hatte 30 Aktien von Partners Group für 722.75 Franken gekauft. Nun frage ich mich: Soll ich sie halten und bis 800 Franken abwarten oder verkaufen? R.K.

Partners Group ist für mich eine mögliche Alternative zu klassischen Grossbankenaktien. Anders als UBS und Credit Suisse weist das Unternehmen mit Sitz im zugerischen Baar seit Jahren ein starkes und solides Wachstum auf und macht auch den Aktionären Freude. Direkt vergleichbar sind die Titel und Geschäftsmodelle allerdings nicht.

Partners Group bezeichnet sich selbst als «einer der grössten globalen Manager von Privatmarktanlagen» und investiert für über 850 institutionelle Investoren, die Überrenditen durch Privatmarktanlagen für ihre mehr als 100 Millionen Begünstigten erzielen möchten. Aktuell verwaltet das Unternehmen gemäss eigenen Angaben Vermögen im Umfang von 83 Milliarden Dollar und beschäftigt weltweit über 1200 Mitarbeitende.

«Wir realisieren Potenzial in Privatmärkten durch die Finanzierung und Entwicklung erfolgreicher Unternehmen, begehrenswerter Immobilien und benötigter Infrastruktur», beschreibt Partners Group ihre Strategie.

Damit ist die Firma weiter gut auf Kurs, wie die neusten Zahlen zeigten. 2018 hatte sie erneut mehr Kundengelder für sich gewinnen können. Mit den erreichten Zahlungszusagen im Umfang von 13,3 Milliarden Euro hat Partners Group die eigene Zielbandbreite von 11 bis 14 Milliarden Euro eingehalten. Im laufenden Geschäftsjahr sollen die Zahlungszusagen der Kunden weiter steigen und eine Zielbandbreite von 13 Milliarden bis 16 Milliarden Euro erreichen.

Garantiert ist das aber nicht: Im ersten Semester 2018 war die Neugeldentwicklung enttäuschend, was zeigt, dass auch bei Partners Group die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Dennoch bleibe ich für die Wachstumsperspektiven des Unternehmens positiv. Gerade auch institutionelle Investoren legten ihre Gelder bislang nur zu einem kleinen Teil in Privatmarktanlagen an – jedenfalls meist weniger umfangreich, als es ihnen vom jeweiligen Regulator erlaubt wäre.

Da die professionellen Anleger angesichts der weiterhin tiefen Zinsen laufend nach Anlagealternativen suchen, rechne ich damit, dass Grossinvestoren künftig noch stärker auf Investments im Privatmarktanlagensegment setzen. Das öffnet für Partners Group weitere Chancen – und ebenso für deren Aktien.

Allerdings müssen Sie sich bewusst sein, dass sie bei diesen Papieren mit starken Schwankungen rechnen müssen. Die Titel haben sich zwar gut vom Rückschlag im letzten Dezember erholt. Dennoch erwarte ich nicht, dass die Aktien so rasch wieder die alten Höchstwerte auf fast 800 Franken erreichen. Dafür braucht es wohl mehr Geduld, aber auch die Bereitschaft und Risikofähigkeit, phasenweise weitere Kursrückschläge in Kauf zu nehmen. Auch bei Partners Group gibt es trotz der intakten Wachstumschancen keine Einbahnstrasse nur nach oben.

3 Kommentare zu «Attraktive Alternative zu klassischen Bankaktien»

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