Vorsicht bei PK-Unterdeckungen!

Pensionskasse als Sanierungsfall: Heikel wird es, wenn der Deckungsgrad unter 90 Prozent zu stehen kommt. Dabei kann sie auch von den Versicherten Beiträge an die Sanierung verlangen. Foto: iStock

Sie warnen davor, freiwillig in eine Pensionskasse mit Unterdeckung einzuzahlen. Was genau sind die Risiken dabei? R.R.

Obwohl freiwillige Einzahlungen in die Pensionskassen einige Vorteile bringen, weil man damit über Jahre hinweg viel Steuern sparen und seine Altersvorsorge wirksam stärken kann, sehe ich auch einige Nachteile, die es vor einem Entscheid über einen PK-Einkauf im konkreten Fall sorgfältig abzuwägen gilt.

Ein beträchtliches Risiko sehe ich, wenn eine Kasse in Unterdeckung ist. Heikel wird es, wenn der Deckungsgrad sogar unter 90 Prozent zu stehen kommt. Dann muss die Kasse saniert werden. Dabei kann sie nicht nur vom Arbeitgeber, sondern auch von den Versicherten Beiträge an die Sanierung verlangen.

Eigentlich müssen Vorsorgeeinrichtungen jederzeit Sicherheit dafür bieten, dass sie die übernommenen Verpflichtungen erfüllen können. Vorübergehend sind zwar Unterdeckungen erlaubt. Es müssen aber Massnahmen zur Behebung dieser Unterdeckung ergriffen werden, sodass die Kasse nach ein paar Jahren wieder einen stabilen Deckungsgrad erreicht.

Zu möglichen Sanierungsmassnahmen gehören unter anderem die bereits erwähnten Sanierungsbeiträge von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern, eine tiefere oder ein Verzicht der Verzinsung der überobligatorischen Guthaben, das Aussetzen von der Möglichkeit eines Vorbezugs für die Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum und eine weitere Senkung des Umwandlungssatzes im überobligatorischen Teil.

Für die Arbeitnehmer hat eine Sanierung zur Konsequenz, dass sie aufgrund höherer Abzüge netto weniger Lohn ausbezahlt bekommen oder sich Ihre Altersleistungen verschlechtern. Auch wenn der Arbeitgeber bei einer Sanierung mindestens die Hälfte der Sanierungsbeiträge übernehmen muss, schmerzen diese die Arbeitnehmer besonders, weil sie diese Massnahme direkt im Portemonnaie spüren.

So gesehen ist ein freiwilliger Einkauf in die Pensionskasse nicht nur Vertrauenssache: Man sollte sich auch bei der Kasse über deren Gesundheitszustand erkundigen und den Jahresbericht der Kasse lesen. Mit einem freiwilligen Einkauf, der meist nicht etwa dem gut verzinsten obligatorischen Teil, sondern dem in der Regel schlechter verzinsten überobligatorischen Teil zugeordnet wird, bindet man sich immer langfristig. Darum lohnt es sich, bei der Qualität der Kasse genau hinzuschauen und bei Zweifeln lieber auf einen freiwilligen Einkauf zu verzichten und die Altersvorsorge über andere Möglichkeiten wie die Säule 3a zu optimieren.

Prüfen sollte man vor einem freiwilligen Einkauf auch die Konsequenzen auf die Risikoleistungen. Längst nicht immer bringt der Einkauf auch bessere Leistungen im Todesfall oder Invalidität. Sollte man vorzeitig noch vor der Pensionierung sterben, und die Risikoleistungen verbessern sich durch den Einkauf nicht und es wird auch kein Todesfallkapital ausbezahlt, verliert man faktisch das Geld, das man freiwillig in die Kasse eingeschossen hat.

Darum empfehle ich, auch das Reglement seiner Pensionskasse vor einem freiwilligen Einkauf genau zu lesen und abzuklären, wie es um die Risikoleistungen tatsächlich steht.