Wieso Sie den PK-Ausweis gut lesen sollten

Den PK-Ausweis richtig lesen: Nirgends sonst haben die Schweizer so viel Geld parkiert wie in ihrer Pensionskasse. Umso wichtiger ist es, dass man genau hinschaut. Foto: iStock

Ich habe neben meiner Lohnabrechnung den Pensionskassenausweis zugeschickt erhalten. Für mich ist dies ein Formular mit viel Zahlen, die ich nicht verstehe. Was bedeuten all die Zahlen für mich? G.E.

Bei der Pensionskasse geht es für uns alle um viel Geld. Darum lohnt es sich, den Pensionskassenausweis genau zu studieren. Auf dem PK-Ausweis ersichtlich sind etwa der gemeldete und der versicherte Jahreslohn und das vorhandene Altersguthaben: Hier erfahren Sie, wie viel Sie bereits in Ihrer Kasse angespart haben.

Am meisten Interesse wecken die Leistungen für Ihr Alter: Bei dieser Zahl berechnet die Pensionskasse, wie hoch das PK-Kapital oder die Rente später bei der Pensionierung dann sein wird – vorausgesetzt man verdient bis zum Rentenalter gleich viel wie bis anhin, was keineswegs garantiert ist. Wenn das Salär und die entsprechenden Beiträge steigen, nimmt auch das PK-Kapital zu. Oft aber nimmt das Salär ab. Das führt dazu, dass auch das Vorsorgekapital nicht mehr im gleichen Umfang bis zum Rentenalter ansteigt.

Dennoch sind die Hochrechnung des PK-Kapitals und die abgeleitete Rente ein Indikator: In den meisten Fällen merkt man nämlich, dass man später bei der Pensionierung weniger Rente erhalten wird, als man vielleicht gemeint hatte. Wenn man sich früh genug damit auseinandersetzt, kann man noch handeln und seine Vorsorge durch freiwillige Einzahlungen in die steuerbegünstigte 3. Säule oder in die Pensionskasse aufbessern.

Solche freiwilligen Einzahlungen in die Säule 3a oder in die Pensionskasse, sofern man dazu die Möglichkeit hat, haben zusätzlich den Pluspunkt, dass man damit noch im Erwerbsleben kräftig Steuern spart, da man diese Einzahlungen in der Steuererklärung in Abzug bringen darf.

Auf dem Pensionskassenausweis findet man auch heraus, wie sich eine Frühpensionierung auf die spätere Rente auswirkt und ob sie überhaupt ein realistisches Ziel ist. Weiter erfährt man auf dem Formular die Leistungen für den Fall, dass man stirbt oder invalid würde, und kann so ebenfalls rechtzeitig für sich und seine Liebsten vorsorgen. Der PK-Ausweis gibt einem Anhaltspunkte, ob die zu erwartenden Leistungen im Alter oder im Invaliditäts- oder Todesfall genügen oder ob man zusätzlich auf freiwilliger Basis noch mehr vorsorgen sollte.

Nirgends sonst haben die Schweizer so viel Geld parkiert wie in ihrer Pensionskasse. Umso wichtiger ist es, dass man den Pensionskassen-Ausweis nicht einfach nur in einem Ordner ablegt, sondern genau hinschaut und das Formular studiert – allenfalls auch mit fachlicher Unterstützung, damit man versteht, was mit dem eigenen Geld und der Vorsorge fürs Alter tatsächlich passiert.

10 Kommentare zu «Wieso Sie den PK-Ausweis gut lesen sollten»

  • Stefan W. sagt:

    Ich finde den Nutzen eher bescheiden. Wenn man sieht, dass man zu wenig Pension haben wird, wird man selten in der Lage sein, ausreichend viel freiwillig einzuzahlen, damit es wesentlich mehr wird. Und selbst wenn, weiss man ja nicht, oh es etwas nützen wird: Die gigantischen Geldmenge, die die Nationalbanken in den letzten Jahren praktisch verschenkt haben, wird früher oder später zu einer relevanten Inflation führen – das mühsam angesparte Pensionsgeld wird dann viel weniger weit reichen, als geplant. Und dann?
    Besser, man investiert allfälliges überschüssiges Geld in Immobilien oder andere Sachwerte und belässt die PK auf dem obligatorischen Minimum.

    • anton german sagt:

      Ja in die Kugel schauen möchte jeder Mensch. Was passiert, wenn man das Rentenalter nicht erreicht? Sind dann die Lieben auch abgesichert? Kommt darauf an, was passiert ist. Fakt ist, freiwillige Einzahlungen werden von den Kassen unterschiedlich behandelt. Es gibt viele Kassen, die die freiwillige Einzahlung nach dem Tot des Versicherten, bei der Berechnung der Hinterbliebenen Rente nicht berücksichtigen. Die freiwilligen Gelder werden dann der PK zu 100% zugeschrieben. Begründung“ eine PK ist ja keine Bank“! Diese Unsicherheiten für die Versicherten sollten schnellsten vom Gesetzgeber einheitlich geregelt werden.

  • Anh Toàn sagt:

    Verstehen hilft, wenn man entsprechend der Erkenntnis handeln kann. Der Arbeitnehmer hat kaum eine Wahl bei der PK, also warum muss er etwas davon verstehen?

    • Carl sagt:

      Einkäufe, Vorbezug, ggf. Planwahl, Kapital- oder Rente, vorzeitige oder ordentliche Pensionierung,
      da gibt es schon einige Punkte, bei denen es besser ist, wann man sie versteht – weil man sie selbst entscheiden kann. Auch ohne Wahl der PK.

      • Anh Toàn sagt:

        Möglichst wenig rein solange man jünger ist, erst wenn der Bezug absehbar (maximal 10 Jahre vor ordentlicher Pensionierung, Eigenheimerwerb, Hypoamortisation) ist das irgendwie berechenbar. Dann kann es auch heissen, so viel wie möglich rein in 2te und steuerprivilegierte 3te Säule. Aber grundsätzlich sind Märkte und Gesetze weiter als 10 Jahre völlig ungewiss, sich solange zu binden müsste viel mehr Zusatzrendite bringen als der auf so lange Frist umgerechnete Steuervorteil, der auf lange Frist erst noch durch die Besteuerung von Kapitalgewinnen gemildert wird.

        Das steht nicht auf dem Vorsorgeausweis. Aber so verstehe ich das BVG.

  • Abundance sagt:

    Auch ich habe diesesmal genauer hingeschaut und mir ist nach Jahren aufgefallen, dass mein ehemaliger Arbeitgeber das nach der Probezeit aufgestockte und vertraglich vereinbarte Arbeitspensum der PK nicht gemeldet hat. Das mag auf die Rente keinen Einfluss haben, doch auf eine allfällige Invalidenrente schon 😉 P.S.: Die laufende IV-Abklärung dauert nun schon 8 Jahre.

  • pinkpoet sagt:

    Bislang erwähnt kein Kommentar, was für mich notabene zwischen 40 und 60 die zentralste Ernüchterung war. Nämlich die Leistungen bei Invalidität oder Todesfall – für meine Familie und meine Kinder. Die zweite Ernüchterung ist dann, dass man ja nicht einfach „etwas machen“ kann – ausser man nimmt sehr viel Geld in die Hand. Welches man gerade mit kleinen Kindern selten hat. Diese Problematik betrifft alle, welche bei Arbeitgebern tätig sind, die nur die Minimalvariante versichert haben. Und das sind zumeist jene, die Sozialleistungen am nötigsten hätten. Es zeigt einfach die berechnende Struktur der BVG-Landschaft, welche m.E. von Anbeginn ein goldenes Ei für die Versicherer war und bis heute bleibt…denn die Politik macht ja, was die Branche vorjammert.

  • Daniel Hasler sagt:

    Die PK ist eine Farce. Man gaukelt einem vor das alles im Lot sei und beschönigt die Zahlen aktiv! Bei uns wird siet einigen Jahren mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 1.5 und 3% gerechnet. Die letzten 3 Jahre ergab es aber nur den Mindestzinssatz von 1%. Weiter kennt der Umwandlungssatz nur eine Richtung und die Auswirkung ist massiv. Ich (38) müsste/könnte 220’000.- einzahlen um meine PK auszugleichen. Ich würde aber lieber das ganze Geld abziehen und selber anlegen. Alleine die Dividenden von Roche, Swisscom und co ergeben eine Rendite von 3- 4%. Und der Aktienkurs auf 25 Jahre hinaus zu eraten muss nicht schwer sein. Mit einer breiten Abstützung bei minimalem Risko von Grossunternehmen ist das Geld besser aufgehoben als bei einer PK. Ich bin da nur noch frustriert mit dem Auszug.

  • Mark Müller sagt:

    Diese Soziale Zeitbombe die Daniel Hasler beschreibt, uns geht es genau so jeder Franken in der PK ist für mich ein verlorener Franken. Ich arbeite in einer Firma in der die Pensionäre mehr sind als die Belegschaft nun können sie raten wie das in 15 bis 20 Jahren ausehen wird tick, tick.

  • Orli Pelo sagt:

    So lange das BVG nicht strikte umgesetzt wird. ist diese Diskussion überflüssig. Nachdem das Kapital auf dem Ausweis.verbraucht ist wird die Rente in den meisten Fällen munter weiter gezahlt und die Jungen bezahlen dafür. In meinem Bekanntenkreis sind diverse Leute bei denen das zutrifft.

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