Swiss Life hat Luft nach oben

Swiss Life: Überschuss um 6 Prozent gesteigert. Foto: PD

Der Lebensversicherer Swiss Life entwickelt sich lebhaft. 2018 stiegen die Prämieneinnahmen 3 Prozent auf 13,2 Milliarden Franken und der Überschuss gar 6 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken. Konzernchef Patrick Frost freut sich, das Ergebnis der Dienstleistungen zum wiederholten Mal überproportional ausgeweitet zu haben. Swiss Life ist längst mehr als «nur» Versicherer. Die für Maklerdienste, Liegenschaftsverwaltung und das Anlagefondsgeschäft kassierten Kommissionen stiegen im letzten Jahr 6 Prozent auf 1,6  Milliarden Franken. In der Vorsorge- und Lebensversicherung forciert das Unternehmen Verträge, auf denen das Zinsrisiko begrenzt ist. Im Vermögen des Unternehmens haben die Immobilieninvestments von gut 30 Milliarden Franken bereits 20 Prozent Anteil. Aus dem Konzerngewinn 2018 soll den Aktionären eine gut 20 Prozent aufgestockte Dividende von 16.50  Franken zukommen. Die Aktien notieren zwar bereits im oberen Bereich der historischen Bewertungen. Kursstützend ist jedoch der bis Ende 2019 ausgelegte Rückkauf eigener Aktien im Umfang von 1  Milliarde Franken. Kaufen

Anderen Zukauf erwartet

Roche kauft sich ein führendes Unternehmen in der Gentherapie und muss dafür tief ins Portemonnaie greifen. Die Basler legten 4,3  Milliarden Dollar auf den Tisch und zahlten für Spark Therapeutics 122 Prozent mehr, als die Aktien zuvor an der Börse gekostet hatten. Das ist sehr viel, aber es wäre für Roche unklug, nicht wenigstens zu versuchen, in der zukunftsweisenden Gentherapie vorne mitzuhalten. Die kaum verschuldete Cashflow-Maschine Roche kann sich die Akquisition aus der ­Portokasse leisten. Drängender ist aber die Frage, was Roche in ihrer Paradedisziplin, der Onkologie, zu tun gedenkt. Das Unternehmen muss seine umsatzstärksten Medikamente ersetzen, deren Patente ablaufen. Die Konkurrenz hat Marktführerin Roche bei den ­PD-1- und PD-L1-Inhibitoren abgehängt. Auf diesen Antikörpern basieren fast alle der modernsten Krebsimmuntherapien. Beobachter hatten eher in dem Bereich einen Zukauf erwartet, möglicherweise einen grösseren. Vielleicht kommt der ja noch. Ich würde lieber warten, zumal sich die Roche-Aktien zuletzt recht stark verteuert haben. Abwarten

Schon oft Fantasien geweckt

Eine Ära geht zu Ende, eine neue beginnt: Im Dienstleistungskonzern DKSH geht der Stabwechsel aber nicht so reibungslos vor sich wie geplant. Jörg Wolle war lange die dominante Figur. Im März 2017 wechselte er nahtlos vom Posten des CEO auf den des Verwaltungsratspräsidenten – um nun das Amt im März schon abzugeben. Wie ich hörte, hat er mit seinem CEO-Nachfolger Stefan Butz, den er mit auswählte, das Heu nicht auf der gleichen Bühne. Mit Wolle verlässt nebst anderen Wegbegleitern auch Robert Peugeot den Verwaltungsrat, er hat sein Aktienpaket von 6 Prozent bereits abgestossen. Dieser Verkauf und der unbefriedigende Jahresabschluss 2018 haben die Aktien im Februar über 20 Prozent einbrechen lassen. Bietet sich damit eine Einstiegsgelegenheit? Ich wäre skeptisch. Das auf boomende Märkte in Asien ausgerichtete Unternehmen hat immer wieder Wachstumsfantasien geweckt, aber gerade auf Gewinnebene nicht gehalten, was es verhiess. Vielleicht wird Marco Gadola, zurzeit CEO von Straumann, neue Impulse bringen. Er soll neuer Verwaltungsratspräsident werden. Aber erst nächstes Jahr, weshalb auch für mich keine Eile angebracht ist. Halten

Der Umsatz stagniert

Wer diese Saison Ski fahren war, sein Auto parkiert hat oder auch nur Fernsehen geschaut, wird vielleicht unbewusst über Produkte von Kudelski gestolpert sein. Das Zugangsgeschäft und jenes mit Verschlüsselungsprodukten für TV-Sender haben das Westschweizer Unternehmen lange gut ernährt. Seit einigen Jahren allerdings ist das nicht mehr der Fall. Der Umsatz mit der Zugangskontrolle stagniert. Im Fernsehgeschäft machen Streaming-Anbieter wie Netflix den TV-Sendern als Kunden von Kudelski das Leben schwer. Deshalb sucht die Gesellschaft nach neuen Geschäftsfeldern. Das Internet der Dinge und die Internet­sicherheit hat es gefunden. Doch bis es in beiden Bereichen läuft, wird es noch dauern. Das hat sich diese Woche erst gezeigt, als Kudelski das Resultat für das abgelaufene Jahr vorgelegt hat. Dieses Jahr liegen die Papiere gut 3 Prozent im Plus – weniger als der Gesamtmarkt allerdings. Es scheint noch zu früh, auf einen gelungenen Umschwung des Verschlüsselungsspezialisten zu wetten. Verkaufen

Eine der stärksten Bilanzen

Suchen Sie ein grosses Bergbau­unternehmen als Anlageobjekt, das den Klimaschutz ernst nimmt? Dann sollten Sie sich Rio Tinto anschauen. Der britisch-australische Konzern hat eben seinen Ausstieg aus der Kohleförderung abgeschlossen. Er ist damit der erste der Minengiganten, der ein CO2-freies Rohstoffportfolio aufweist. Doch Rio Tinto überzeugt nicht nur deswegen. Die Firma hat für 2018 ­einen Gewinn von 13,6 Milliarden Dollar ausgewiesen – 56  Prozent mehr als 2017. Beigetragen zu ­diesem Geldsegen haben Aktiva­verkäufe von über 8  Milliarden Dollar. Dadurch konnten Nettoschulden von 4,1  Milliarden Dollar in eine Nettocashposition von 300 Millionen Dollar verwandelt werden. Rio Tinto verfügt damit über eine der stärksten Bilanzen im Bergbausektor. Auch die Aktionäre profitieren. Sie erhalten für 2018 nicht weniger als 13,5 Milliarden Dollar in Form von Di­videndenzahlungen und Aktienrückkäufen ausgeschüttet. Rio Tinto erweist sich damit nicht nur als ein klima-, sondern auch als ein aktionärsfreundliches Unternehmen. Kaufen

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