Was Auswanderer beachten müssen

Neues Leben in Neuseeland: Wenn jemand einen neuen Wohnsitz ausserhalb der EU oder Efta nimmt, darf das gesamte Altersguthaben bezogen werden. Foto: iStock

Ich habe vor, für ein paar Jahre nach Neuseeland zu gehen. Dort werde ich voraussichtlich arbeiten, dies aber einfach zu einem niedrigeren Lohn. Was würden Sie mir bezüglich Pension raten? M.S.

Wenn man die Schweiz verlässt und auswandert, kann man unter bestimmten Voraussetzungen sein Vorsorgekapital aus der Pensionskasse beziehen. Wenn jemand neu Wohnsitz innerhalb der EU oder einem Efta-Land nimmt, darf sie oder er nur den überobligatorischen Teil des Pensionskassengeldes beziehen. Den obligatorischen Teil hingegen darf man nicht beziehen, wenn man in einem dieser Länder weiterhin gegen die Risiken Alter, Tod und Invalidität versichert ist.

Wenn jemand hingegen, so wie Sie, einen neuen Wohnsitz ausserhalb der EU oder Efta nimmt, darf das gesamte Altersguthaben bezogen werden. Das wirkt auf den ersten Blick verlockend, weil man dann plötzlich viel Geld zur Verfügung hat. Ich rate Ihnen von diesem Schritt aber ab: Ihre Altersvorsorge wäre in diesem Fall nicht mehr gesichert, zumal es viel Disziplin braucht, das ausbezahlte Geld nicht anzutasten, sondern es wirklich fürs Alter auf die Seite zu legen.

Ich empfehle Ihnen, das Kapital an zwei Freizügigkeitsstiftungen zu überweisen. Das hat den Vorteil, dass Sie das Geld später bei der Pensionierung allenfalls gestaffelt beziehen könnten und Steuern sparen würden. Vor allem aber bleibt Ihr Geld für die Altersvorsorge blockiert.

Dabei würde ich es nicht einfach auf dem Konto liegen lassen, da die Zinsen auf den Freizügigkeitskonten mickrig sind, sondern in spezielle Vorsorgefonds anlegen. So haben Sie über die Jahre deutlich mehr Rendite. Auf mehrere Jahre hinweg macht der Renditeunterschied wegen des Zinseszinseffektes einiges aus.

Je nach geplanter Dauer Ihres Auslandaufenthaltes sollten Sie die Anlagestrategie mehr oder weniger konservativ ausgestalten. Wenn Sie allenfalls nach ein paar Jahren wieder zurück in die Schweiz kommen und sich vielleicht wieder anstellen lassen, müssen Sie das Geld wieder in die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers einzahlen.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Zahlen Sie weiterhin Beiträge in die AHV ein – wenigstens die Mindestbeiträge. Wenn Sie das nicht tun, haben Sie später heikle Lücken. Das führt zu einer tieferen AHV-Rente lebenslang. Der freiwillige Beitritt in die AHV ist in Ihrem Fall gegeben. So können Sie sicherstellen, dass Sie keine Rentenkürzung wegen des längeren Auslandaufenthalts erleiden. Wichtig ist ausserdem, dass Sie sich auch gegen die Risiken Invalidität und Todesfall versichern. Insbesondere das Invaliditätsrisiko sollten Sie unbedingt absichern.