3. Säule: Wann ergibt ein Bankwechsel Sinn?

Sichere Vorsorge: Die ZKB gehört zu den sichersten Banken überhaupt. Gerade bei Vorsorgegeldern sollte man nicht nur auf die Höhe des Zinses achten, sondern auch auf die Sicherheit im Krisenfall. Foto: iStock

Mein Haus ist mit Festhypotheken bei der ZKB belehnt, eine indirekte Amortisation findet via Säule 3a statt. Spricht rechtlich etwas dagegen, die Säule-3a-Kontos, welche momentan bei der Swisscanto sind, zur Viac zu transferieren? Und: Würde das Sinn ergeben? M. W.

Ob rechtlich etwas gegen einen Wechsel spricht, kann ich nicht beurteilen, da ich Ihre Verträge nicht kenne. Oft ist in den Hypothekarverträgen festgehalten, dass eine indirekte Amortisation über die steuerbegünstigte Säule 3a bei der Hypothekarbank erfolgen muss. In diesem Fall hätten Sie ein Problem.

Ich rate Ihnen, Ihren Vertrag mit der Bank genau zu lesen und zu prüfen, welche Voraussetzungen für die indirekte Amortisation in dem Papier genannt werden. Die von Ihnen erwähnte Viac ist ein innovatives, aber noch junges Start-up-Fintechunternehmen. Die Firma arbeitet mit der ebenfalls kleinen WIR-Bank zusammen, die primär wegen ihrer Parallelwährung WIR-Geld bekannt, aber teilweise auch etwas umstritten ist.

Die Viac selbst wirbt damit, eine günstige 3.-Säule-Lösung anzubieten. Mit der verrechneten Verwaltungsgebühr von 0,52 Prozent ist das Start-up tatsächlich gebührenmässig attraktiv. Auch bei Ihrer jetzigen Bank können Sie kostengünstig in Wertschriften investieren. Wenn Sie etwa passive Vorsorgefonds von Swisscanto wählen, sind Ihre Gebühren ebenfalls tief. Der Swisscanto (CH) Vorsorge Fonds 75 passiv VT CHF beispielsweise weist eine geringe Gesamtkostenkennziffer Total Expense Ratio TER von 0,43 Prozent aus. Dazu kommen Depotgebühren. Wenn Sie das Geld auf dem Konto liegen lassen, bekommen Sie bei der Viac aktuell 0,3 Prozent Zins. Bei der ZKB erhalten Sie 0,15 Prozent.

Dafür gibt es jedoch punkto Sicherheit einen grossen Unterschied: Bei der WIR-Bank, mit der die Viac zusammenarbeitet, sind Ihre Einlagen auf dem 3.-Säule-Konto im Konkursfall lediglich im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung bis maximal 100’000 Franken gesichert. Bei der ZKB hingegen gilt eine volle Staatsgarantie. Ihre Einlagen sind vollumfänglich durch den Kanton Zürich garantiert – also auch Einlagen über 100’000 Franken.

Die ZKB gehört zu den sichersten Banken überhaupt und ist somit weit sicherer als die WIR-Bank. Gerade bei Vorsorgegeldern, die auf dem Konto liegen, würde ich nicht nur auf die Höhe des Zinses achten, sondern auch auf die Sicherheit in einem Krisenfall.

Ich rate Ihnen, erstens Ihren bestehenden Vertrag zu prüfen und allenfalls direkt mit Ihrer Bank das Gespräch zu suchen. Auf jeden Fall lohnt es sich für Sie, wenn Sie Ihr 3.-Säule-Geld in passive und kostengünstige Vorsorgefonds investieren. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass Sie auch im Konkursfall geschützt sind. Der Grund: Auch bei einem Bankenzusammenbruch bleiben die Wertschriften im Besitz der Kunden.