Best-of: Lohnt sich die Säule 3a wirklich?

Sicherheit mal drei: AHV und Pensionskassen alleine reichen im Alter in der Regel nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu behalten. Foto: pd

Man hört oft von der 3. Säule und dass man da einzahlen sollte. Ich bin 34, angestellt und habe einen recht guten Kaderlohn. Lohnt sich eine solche 3. Säule wirklich? Wie viel Steuern spart man? F.I.

Da ich Ihr genaues steuerbares Einkommen nicht kennen und auch nicht weiss, in welchem Kanton Sie wohnen, kann ich Ihre Steuerersparnis aufgrund der Säule 3a nicht genau beziffern. Ich kann Ihnen aber eine Grobangabe geben, welche Sie bei Ihrer weiteren Entscheidungsfindung unterstützt.

Wenn Sie verheiratet sind, wie ich Ihren Angaben entnehme, und ein steuerbares Einkommen von vielleicht 120’000 bis 140’000 Franken pro Jahr haben, macht Ihre Steuerersparnis rund ein Drittel des für Angestellte mit Pensionskasse möglichen Maximaleinzahlungsbetrag für die Säule 3a aus.

Falls Sie also eine 3. Säule bei einer Bank oder Versicherung eröffnen und in diesem Jahr den Maximalbetrag von 6768 Franken überweisen, zahlen Sie im nächsten Jahr je nach Ihrem Wohnkanton knapp 2000 bis 2200 Franken weniger Steuern. Mit der Steuerersparnis können Sie also bereits einen Teil Ihrer zusätzlichen Altersvorsorge finanzieren.

Wenn Sie nicht nur einmal einzahlen, sondern möglichst jedes Jahr bis zur Pensionierung den vollen Betrag, kämen so über 200’000 Franken zusammen, die Ihnen im Alter helfen, Ihren Lebensstandard zu verbessern. Denn mit der AHV-Rente und dem Geld aus der Pensionskasse allein dürften Sie nicht in der Lage sein, dann Ihren bisherigen Lebensstandard auf dem gleichen Niveau wie noch im Erwerbsleben aufrecht zu erhalten.

Obwohl Sie das Vorsorgegeld aus der Säule 3a bei der Auszahlung auch versteuern müssen, bleibt dennoch unter dem Strich eine schöne Steuerersparnis, da das 3. Säule-Kapital bei der Auszahlung zu einem reduzierten Satz besteuert wird.

Über den eigentlichen Sparbetrag hinaus profitieren Sie vom Zinseszinseffekt während dreissig Jahren. Da Sie noch jung sind, empfehle ich Ihnen, das 3. Säule-Geld nicht einfach auf dem Konto liegenzulassen, sondern das Geld in kostengünstige Vorsorgefonds mit einem möglichst hohen Aktienanteil zu investieren.

Tiefe Gebühren bieten etwa passiv geführte Vorsorgefonds. Je höher der dabei gewählte Aktienanteil, desto grösser sind langfristig Ihre Renditechancen. Dies bedeutet zwar auch, dass Sie höhere Risiken mit Ihrem 3. Säule-Geld eingehen. Da das Kapital aber ohnehin dreissig Jahre nicht angetastet würde, können Sie mit höheren Schwankungsrisiken, welche ein hoher Aktienanteil zur Folge hat, gut leben.

Die Rückschläge in schlechten Börsenjahren werden langfristig durch Buchgewinne in starken Börsenjahr wie im letzten Jahr kompensiert.

Noch mehr Steuern sparen können Sie übrigens, wenn Sie nicht nur ein 3. Säule-Konto halten, sondern drei bis vier und diese dann vor der Pensionierung gestaffelt auszahlen lassen. Dann zahlen Sie nämlich auch bei der Auszahlung in den meisten Kantonen weniger Steuern.  

25 Kommentare zu «Best-of: Lohnt sich die Säule 3a wirklich?»

  • Fritz Kunz sagt:

    Hunderttausende kommen in den Genuss von Ergänzungsleistungen und Krankenkassenverbilligungen und zahlen kaum Steuern, wieso soll ich also für den äusserst grosszügigen Sozialstaat vorsorgen?

  • Werner Wenger sagt:

    Ich meinte immer, ein Experte würde die gestellte Frage präzise beantworten. Das würde auch recherchieren bedingen, was Herr Spieler vermutlich nicht macht, denn seine Antworten sind sehr sehr allgemein und variantenreich geschrieben. Oft frage ich mich, ob das echte Anfragen sind, auf die er da beschreibt. Ich würde meine Finanzfragen mit meiner Bank, meine Vericherungsfragen mit der entsprechenden Versicherung, meine Rechtsfragen mit meinem RA regeln und die Dienste von Herrn Spieler nicht in Anspruch ehren.

    • S.Baumgartner sagt:

      Wie können sie wissen, wie „unpräzise“ und „allgemein formuliert“ die Antwort ist, wenn sie nicht wissen, wie präzise und detaillliert die Anfrage formuliert war?

      Und was erwarten sie von so einem Blog: das damit ein Steuerberater ersetzt werden kann? Schon seltsam, die Erwartungshaltung in unserer Gratis-Gesellschaft.

      und von wegen Wiederlung (@Blagojevic): Im Titel steht’s geschrieben: Best Of

    • Baumann Jakob sagt:

      Herr Wenger: Meine Rede! Wenn einer mit 34 Jahren und mit einem Kaderlohn diese Infos nicht selber „googeln“ kann, na dann….

      • fredy burger sagt:

        Tja so ist eben unser hochbezahltes Kader – man braucht sich bloss in der Wirtschaft umzusehen. Ausser einem grossen Lohn ist da nicht viel mehr drinn.

  • Blagojevic sagt:

    Die Themen sind sicher von Herr Spieler gewählt und wiederholen sich immer-wieder. Ich lese den Wirschaftsblock regelmässig und es ist so, nicht einmal Herr Spieler kann es Wiederlegen. Vielleicht kommt da und dort auch eine Frage aber sehr selten.

    • Karl-Iversen Lapp sagt:

      Ich habe zwar keinen Einblick in Herrn Spielers Briefkasten und E-Mails, aber ein anderer TA-Leser hat hier den Durchblick und teilt sein “ unwie(!)derlegbares“ Geheimwissen der Öffentlichkeit mit.

  • Karl Knapp sagt:

    Oft reicht ein einzelner RA auch nicht für alle Fragen oder eine einzige Bank nicht aus, vielleicht gäbe es auch zu Herrn Spieler und seinen geliebten Säulen einige Alternativen ? Einfach die aktuell gültigen Regeln auf 30 Jahre hinaus zu extrapolieren, ist etwas gar billig, mit Verlaub: niemand weiss jetzt, wie diese Gelder beim Bezug besteuert werden, nicht mal Ueli Maurer – um nur das offensichtlichste Risiko zu nennen. Aber mit 34 darf man auch noch viel probieren !

  • F. Frei sagt:

    Auch habe das Gefühl diesen Artikel schon mehrere Male gelesen zu haben. Neues steht zum Thema nicht da, vielleicht, weil es dazu einfach nicht mehr zu sagen gibt. Ich muss aber für einmal Herrn Spieler in Schutz nehmen. Der Titel heisst ja „Best-of“, was suggeriert, das es eine Auswahl der beliebtesten Themen aus der Vergangenheit ist und nicht zwingend eine jetzt gestellt Frage eines Lesers.

  • Peter Gamma sagt:

    Abgedroschenes Thema, dass sich regelmässig wiederholt, leider auch im Tagi. Alle Antworten von sogenannten Experten sind meistens vage, und die Prognosen zeigen sich sehr klar in der momentanen Börsensituation. Einfach schön zu sehen, wie viele Leute versuchen, ohne Schweiss zu verlieren, ans grosse Geld zu kommen.

  • anton german sagt:

    Ja, ich schliesse mich der Diskussion an. Der Blog ist doch recht trivial gehalten. 200 kCH für ein Arbeitsleben ist doch recht wenig. Niemand weiss, was der Franken in ca. 30 Jahren noch an Wert darstellt. Was auch zu berücksichtigen ist, dass die Kapitalsteuern ja heute schon kantonsabhängig immer mehr vom Sparbatzen weg knabbern. Die Progression hingegen mit mehreren Konti zu brechen, ist jetzt auch nicht wirklich ein heisser Tipp! Ergo, Herr Spieler ist auch in meiner Sichtweise verzichtbar. Ein gutes Neues 2019.

  • Sebastian Korealis sagt:

    In der finanziellen Situation und Alter des Fragestellers würde ich schnellstens mich bemühen in Immobilie oder mindestens in Eigenheim zu investieren. Das wäre die sicherste Altersvorsorge, vor allen Finanzkrisen und Geldentwertung sicher.

  • Marc Stucki sagt:

    Martin Spielers Kolumnen lesen sich tatsächlich wie Trivialmerkblätter von Banken, Versicherungen und Ausgleichskassen. In der Kürze, der Verallgemeinerung und den unpräzisen Antworten liegt denn auch das Problem. Aus Spielers Gemeinplätzen irgend etwas für sich abzuleiten, ist high risk. Vielleicht sollte ein kritischer Journalist einmal die Praktik von Herrn Spieler analysieren.

    • Manuel sagt:

      Anstatt nur zu kritisieren, wäre es vermutlich hilfreicher, die Informationen noch mit eigenem Wissen anzureichern. In einer Kolumne kann man wirklich nicht jeden Einzelfall durchgehen und jeder hat das Basiswissen, welches Sie offenbar voraussetzen.
      Ich würde dem Artikel hinzufügen, dass die Säule 3A von vielen als Bausparkonto verwendet wird, also um das Eigenkapital für eine Wohnung zusammenzusparen.

      • Marc Stucki sagt:

        Banken verlangen echtes Eigenkapital. Zudem fehlt in Ihrem Post zwischen „und“ und „jeder“ ein „nicht“, sonst macht ihre Aussage keinen Sinn oder Sie geben mir unfreiwillig recht.

  • Nicole sagt:

    Wie wäre es wenigstens beim Copy paste vom 2018 den Maximalbetrag für die 3. Säule aufs 2019 (6826 Franken) anzupassen? Lieber keinen Beitrag schreiben am Feiertag als Altes „neu“ aufzubereiten mit null neuen Informationen.

  • Saul Goodman sagt:

    ist das thema abgedroschen? vielleicht, aber die gesetze ändern sich ja nicht und jede generation muss sich wieder klar darüber werden.
    die 3te säule ist viel sicherer investiertes geld als die 2te säule, bei der alles was über das obligatorium hinaus einbezahlt wird mit ziemlicher garantie verloren ist.
    leider ein komplexes thema bei dem 95% der bürger abschalten und viel geld verlieren. die unterstützungsbedürftige finanzindustrie dankt es uns allen.

  • Werner Schubiger sagt:

    Komische Frage.
    Da arbeitet jemand im Kader und schafft es nicht, bei seiner Steuerklärung mal probeweise 6000 Stutz vom Einkommen abzuziehen, um den Unterschied zu sehen. Seltsam…

  • M. Cesna sagt:

    In anderen Ländern gibt’s eine sehr sichere Altersvorsorge: Das eigene Haus.
    Es sollte nicht spekulativ teuer sein, sondern einfach bewohnbar sein. Das hat man in absehbarer Zeit abbezahlt und kann noch darin wohnen.
    Banken und Versicherungen können auch Mal Konkurs gehen. Dann hat man nix mehr.
    Von Spekulationshütten würde ich die Finger lassen.

  • Andreas Kron sagt:

    Ob nun die Frage und die Antworten fiktiv sind oder nicht; es bleibt eine wichtige Erkenntnis für junge Menschen bestehen: Die erste und zweite Säule werden bestimmt nicht mehr ausreichen, um im Alter auf eine angemessene Rente zu kommen. Schon heute ist es doch so, dass viele angehende Renter deutlich weniger erhalten werden als noch ihre Eltern. Deshalb ist es dringend für junge Menschen sich zu überlegen, wie sie sich im Alter eine Rente von vielleicht noch 70% des Gehaltes zusammen sparen können. Zudem lässt sich wie schon erwähnt das zusätzlich ersparte Kapital für ein Eigenheim verwenden. Wie sich unsere Wirtschaft und der Schweizer Franken entwickeln werden, ist auf eine längere Zeitperiode eh nicht vorhersehbar.

  • Meyerhans sagt:

    Auf dreissig Jahre kennt niemand die Besteuerungsregel bei der Auszahlung. Diese wurden und werden laufend verändert, und zwar erhöht. Man kann sich in der Tat fragen, ob man das Geld nicht besser direkt spart und zuvor in einen steuergünstigen Kanton zieht. Dann hat man echt Steuern gespart. Wer dagegen in Zürich und ähnlichen Raubritterkantonen wohnt, da hilft auch die 3. Säulea wenig.

  • Dario Botti sagt:

    Vorsorgefonds mit viel Aktien? Ich zahlte gestaffelt „steuerbegünstigte“ Einmaleinlagen à Fr. 50’000.00 mit geringem Risiko? Keine hatte bei der Auszahlung einen Gewinn erzielt. Alle hatten mit 10-20% Verlust abgeschlossen. Überall auf den Policen stand „garantiert“? Das Versicherungsgericht in Luzern hat meine Anzeige abgewiesen? Das Wort Garantie begründe keine Rechtsansprüche. CS hat mir die Einmaleinlage aufgeschwatzt und während den Laufzeiten der AXA mit Garantie weiter verhöckert. Hört auf den ehrlichen Leuten das Geld aus dem Sack zu schwindeln.

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