Welcher Postfinance-Fonds passt zu mir?

Riesige Unterschiede: Die Postfinance bietet neun hauseigenen Postfinance-Fonds an. Nicht nur bei den Gebühren der einzelnen Fonds gibt es Unterschiede. Ebenso bei der Strategie. Foto: Urs Jaudas

Dank einem permanenten Kundenvermögen von über 25’000 Franken bezahlten wir bei der Postfinance keine Kontoführungsgebühren. Mit der neuen Gebührenstruktur müssen wir neu monatlich 5 Franken bezahlen. Neu ist man nur von Gebühren befreit, wenn man ein permanentes Anlagevermögen von mehr 25’000 Franken hat. Ist es auch im Wissen, dass die Postfinance-Fonds bezüglich Gebühren eher im Mittelfeld liegen, attraktiv, Fonds zu erwerben? Welche Fonds sind interessant? T.C.

Bei der Postfinance können Sie unter neun hauseigenen Postfinance-Fonds sowie rund 35 weiteren Fonds von Drittanbietern wählen. Bei den Gebühren der einzelnen Fonds gibt es ebenso wie bei der Strategie riesige Unterschiede.

Während einzelne wählbare Spezialfonds von Drittanbietern mit einer Gesamtkostenkennziffer Total Expense Ratio TER von über 2 bis 2,5 Prozent sehr teuer sind, bewegen sich die meisten im Postfinance-Angebot zwischen einem und zwei Prozent. Bei den hauseigenen Vehikeln gibt es allerdings auch Fonds mit weniger Gebühren. So weist etwa der konservative Postfinance Fonds 1 Bond eine Gesamtkostenkennziffer von 0,8 Prozent aus.

Auch der Postfinance Fonds Global, der weltweit in Aktien investiert, zeichnet sich durch eine vergleichsweise geringere TER von 0,83 Prozent aus. Möglich ist das, weil der Fonds nicht aktiv, sondern passiv geführt wird und somit auf Indices ausgerichtet ist. Noch tiefere Gebühren hat der Postfinance Fonds Suisse, der ebenfalls mit einer passiven Strategie auf Schweizer Aktien setzt. Hier beträgt die Total Expense Ratio 0,61 Prozent.

Rein gebührenmässig würden Sie mit diesem Fonds am Besten fahren. Aus meiner Sicht sollte man sich aber bei seinen Anlageentscheiden auf keinen Fall nur von den Gebühren allein leiten lassen. Gebühren sind zwar durchaus wichtig. Noch wichtiger ist aber, dass man die für sich passende Anlagestrategie bei einem Fonds wählt. Wenn der Fonds anlagemässig auf keinen grünen Zweig kommt, nützt es Ihnen nichts, wenn auch die Gebühren tief sind.

Wichtig ist vor allem auch, dass Sie bei der Fondswahl auf Ihre Risikofähigkeit achten. Sie müssen sich genau überlegen, wie viel Risiken Sie tragen wollen und können. Wenn Sie gar keine Risiken übernehmen und grösste Sicherheit möchten, sollten Sie sogar die Finger von Fonds lassen. Denn selbst Fonds mit einer konservativen Strategie wie der Postfinance Fonds 1 Bond sind nicht vor Kursschwankungen gefeit. Auch konservative Obligationenfonds weisen Risiken auf, wie viele Anleger in den letzten Monaten gerade schmerzlich erfahren mussten.

Falls Sie aber ohnehin in Erwägung ziehen, Ihr Geld langfristig, das heisst mit einem Anlagehorizont von über zehn Jahren, in Aktien zu investieren, mit den damit verbundenen Schwankungen problemlos umgehen können und das Geld während dieser Zeit sicher nicht brauchen, haben Sie mit dem Posfinance Fonds Suisse und dem Postfinance Fonds Global langfristig attraktive Renditechancen. Und Sie profitieren von vergleichsweise geringen Fondsgebühren – erst Recht, weil Sie damit auch noch die erhöhten Kontoführungsgebühren sparen.

Falls Sie ohnehin ein Investment in Erwägung ziehen, können Sie durch den Fondskauf die Kontoführungsgebühren sparen. Sehr wichtig ist aber Ihre Risikofähigkeit. Diese sollten Sie genau prüfen. Nur um Kontoführungsgebühren zu sparen, sollte man nie Fonds kaufen. Davon rate ich klar ab.