So profitieren Sie vom wachsenden Zahnimplantatemarkt

Auf Erfolgskurs: Straumann will das Wachstum des weltweiten Dentalimplantatemarkts um 4 bis 5 Prozent übertreffen. Foto: iStock

Seit Jahren besitze ich Straumann-Aktien und habe damit einen Gewinn erzielt. Jetzt bin ich etwas verunsichert. Soll ich die Aktien jetzt verkaufen oder weiterhin behalten? N.D.

Persönlich würde ich die Aktien nicht verkaufen, da die Wachstumsperspektiven für Straumann weiter positiv sind und sich das laufende Jahr so weit bekannt vielversprechend entwickelt. Darauf jedenfalls deuten die Resultate im ersten Halbjahr, als der Umsatz um rund 25 Prozent auf 681,5 Millionen Franken anstieg.

Dass es bei den Aktien in letzter Zeit phasenweise zu Abgaben kam, dürfte auch damit zu tun haben, dass die Margen leicht abnahmen und der Reingewinn im ersten Semester fast 6 Prozent tiefer ausfiel und nur 132,9 Millionen Franken erreichte. Ich gehe aber nicht davon aus, dass der Zahnimplantatehersteller ein grundsätzliches Problem hat. Die tiefere Marge und der schwächere Reingewinn im ersten Halbjahr sind auf mehrere Akquisitionen zurückzuführen, die aufgrund von Integrationskosten in einem ersten Schritt das Ergebnis bremsen. Diese Sondereffekte werden aber nur kurzfristig eine Rolle spielen.

Auch das Management hat sich in Hinblick auf das verbleibende Geschäftsjahr zuversichtlich geäussert. Das Unternehmen erwartet ein Wachstum des weltweiten Dentalimplantatemarkts um 4 bis 5 Prozent. Straumann hat das Ziel, dieses Wachstum des Markts zu übertreffen. Deshalb hatte das Management seine bisherige Jahresprognose für das organische Umsatzwachstum von einem niedrigen zweistelligen auf einen mittleren Zehnprozentbereich angehoben.

Voraussetzung für ein langfristiges überdurchschnittliches Wachstum des Unternehmens und der Aktie ist allerdings, dass sich der eingeleitete Strategiewechsel als Erfolg erweist. In der Vergangenheit positionierte sich Straumann aussschliesslich als Premiumanbieter im Dentalimplantategeschäft. Da viele Kunden aber preissensitiv sind, hat die Firma ihre Produktepalette stark diversifiziert und bietet heute auch deutlich günstigere Produkte an.

Eine wichtige Akquisition auf dem Weg von Straumann zu einem deutlich breiter ausgerichteten Komplettanbieter war jene der taiwanesischen T-Plus, an der das Basler Unternehmen eine Kontrollmehrheit hält. Plan hinter der Übernahmestrategie ist die geografische und produktmässige Diversifikation zum Komplettanbieter. So ist Straumann in der Lage, auch den preissensitiven asiatischen Markt mit preislich konkurrenzfähigen Produkten zu erschliessen.

Ob die zahlreichen Akquisitionen im Zuge der Strategieänderung zu einem Komplettanbieter von Erfolg gekrönt sein werden oder nicht, muss sich allerdings zuerst noch weisen, was ebenfalls Abgaben bei der Aktie erklärt. Die eingeleitete Strategie ist für mich aber gut nachvollziehbar und scheint mir Erfolg versprechend.

Wäre man beim Fokus allein auf Premiumprodukte geblieben, hätte die internationale Expansion wohl kaum mit dem gleichen Wachstumstempo vorangetrieben werden können. Statt tatenlos zuzuschauen, wie günstigere Anbieter den Markt aufrollen, hat Straumann selbst Billiganbieter einverleibt und damit seine Marktposition gestärkt.

Allerdings müssen Sie sich bewusst sein, dass die Straumann-Aktien nach wie vor nicht günstig sind. Die beträchtliche Bewertung beinhaltet Rückschlagsrisiken. Aus meiner Sicht sind die Chancen für ein weiterhin starkes operatives Wachstum bei Straumann aber gegeben.

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