So stopfen Sie Ihre Vorsorgelücken wirksam

Löcher stopfen lohnt sich: Vorsorgegelder müssen zwar bei einem späteren Kapitalbezug auch versteuert werden, aber dann zu einem tieferen Satz. Foto: Shutterstock

Ich habe einiges Geld, das ungenutzt auf dem Konto liegt. Nun will ich meine Vorsorge aufrüsten. Was ist der bessere Weg, eine 3. Säule zu machen oder in die Pensionskasse einzuzahlen? V.W.

Wenn Sie genügend Mittel haben, die brach liegen und keine Rendite abwerfen, würde ich möglichst beide Varianten nutzen. Dann können Sie Ihre Vorsorge wirksam stärken und massiv Steuern sparen.

Sie dürfen sowohl Ihre Einzahlungen in die Säule 3a, als auch in die Pensionskasse im nächsten Jahr in Ihrer Steuererklärung in Abzug bringen. Je nach Ihrer Einkommenssituation führt das dazu, dass Sie deutlich weniger dem Fiskus abliefern müssen.

Der Steuerspareffekt darf aber nicht der alleinige Motivationsgrund sein, vielmehr sollte die Stärkung Ihrer Vorsorge, wie Sie es schreiben, im Vordergrund der Massnahmen stehen. Beide Varianten haben den Nachteil, dass Ihr Kapital nach der Einzahlung lange gebunden ist und in der Regel erst mit oder kurz vor der Pensionierung wieder zugänglich wird.

Ausnahmen für einen vorzeitigen Bezug zur Nutzung von selbst genutztem Wohneigentum sind strikt geregelt. Bei der steuerbegünstigen Säule 3a dürfen Angestellte mit Pensionskasse pro Jahr maximal 6768 Franken einzahlen und dann von den Steuern abziehen.

Da Sie schreiben, dass Sie einiges Geld auf der hohen Kante haben, welches Sie momentan nicht brauchen, kann zusätzlich zur Säule 3a auch eine Einzahlung in Ihre Pensionskasse Sinn machen. Ob das überhaupt möglich ist, erfahren Sie auf dem Vorsorgeausweis Ihrer Pensionskasse oder auf Nachfrage hin auch bei Ihrer Kasse.

Leider hat auch dieser Schritt Haken, die man berücksichtigen sollte: Erstens sollten Sie nicht in Ihre Pensionskasse freiwillig noch zusätzliches Geld einschiessen, falls diese eine Unterdeckung aufweist oder generell in schwacher Verfassung ist. Auch dazu finden Sie Angaben auf Ihrem Pensionskassenausweis sowie im Jahresbericht Ihrer Kasse. Bei Krisenkassen gehen Sie das Risiko ein, dass Sie sich an einer Sanierung beteiligen müssen.

Zweitens müssen Sie sich bewusst sein, dass freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse in der Regel dem überobligatorischen Teil gutgeschrieben werden. Hier wird das Geld oft schlechter verzinst. Dennoch sind freiwillige Einzahlungen ein wirksames und sinnvolles Mittel, um die eigene Vorsorge zu verbessern und zeichnen sich zusätzlich durch Steuervorteile aus – vorausgesetzt immer, dass die Kasse robust ist.

Besser noch als nur einmal die Vorsorge zu stärken sind regelmässige Einzahlungen: Wenn Sie über mehrere Jahre hinweg in die Säule 3a und allenfalls freiwillig in die Pensionskasse einzahlen, profitieren Sie während mehreren Jahren von den Steuerabzügen und zahlen über längere Zeit weniger Steuern.

Doch Vorsicht: Freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse dürfen frühestens nach drei Jahren als Kapital bezogen werden, sonst wird der vorgenommene Steuerabzug nicht anerkannt.

Das in die eigene Vorsorge investierte Geld in der Säule 3a und der Pensionskasse müssen Sie bei einem späteren Kapitalbezug auch versteuern. Dann aber zu einem tieferen Satz und separat vom übrigen Einkommen.

4 Kommentare zu «So stopfen Sie Ihre Vorsorgelücken wirksam»

  • M. Vetterli sagt:

    Anm.: Einzahlungen in die Säule 3a sollten eigentlich immer bevorzugt werden. Auch wenn die Einz. aus heutiger Sicht als künftige Rentenleistungen geplant sind.
    Ein Transfer von Säule 3a-Geldern in die 2.Säule ist immer möglich. Der umgekehrte Weg nicht. Vor allem junge Versicherte sollten nicht unbedacht in die 2.Säule überschüssige Ersparnisse platzieren.

    Auch der Bezug in Kapitalform aus der 2.Säule muss abgeklärt werden. Gemäss Gesetz müssen nur 25% der obligatorisch angesparten Gelder bei Pensionierung für Kapitalleistungen gewährt werden. Hier muss das Reglement erst herbeigezogen werden.

    Sollte die PK einen hohen UWS gewähren welcher zu Rentenleistungen drängt, kann ein Einkauf in Form eines Transfers von der Säule 3a in die PK, noch kurz vor Pensionierung vorgenommen werden

    • Martin Muheim sagt:

      Im konkreten Fall soll der Leser das sicher tun, es wird aber nur wenig bewirken, denn für Angestellte sind die Einzahlungen in die Säule 3a gedeckelt. Wenn der Leser also über „einiges“ ungenutztes Geld auf dem Konto verfügt, wird er Jahre brauchen, bis sich da etwas Markantes tut.

      • M. Vetterli sagt:

        Ja Hr. Muheim…
        Man könnte auf gesetzlicher Ebene allerdings auch Anpassungen vornehmen.
        Die maximale Einkaufssumme der Pensionskasse sollte auch zur Aeuffnung der Säule 3a eingesetzt werden können.
        Max. mögliche Einzahlung in Säule 3a somit die heutigen 6’768.- + die max mögliche Einkaufssumme der 2.Säule.
        Es wäre dies die freie Wahl des Alterssparens gem. 2.Säule zumindest für die freiwilligen Einzahlungen.
        Ein erster Schritt zur freien PK-Wahl. Ein Wechsel zurück zur 2.Säule ist für diesen Teil des Alterssparens ja immer noch möglich.

        Transparenter wäre es aber wohl, wenn diese Form des freien Alterssparens innerhalb der 2.Säule, z.B. unter der Bezeichnung “freie Säule 2b” ermöglicht würde.

      • M. Vetterli sagt:

        Anpassung:
        “Freie Säule 2b” als Bezeichnung wäre nicht ganz korrekt… Frei wäre natürlich nur die Wahl des Anbieters für den Versicherten/Alterssparer.

        Frei natürlich dann aber die Form der Anlage… auch mit Entbindung von Mindestgarantien gem. Freizügigkeitsgesetz wie heute bei den “1e-Plänen”.

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