Steuern optimieren und die Rendite steigern

Steuern sparen: Zwar wird auch das Säule-3a-Kapital beim späteren Bezug besteuert, aber zu einem reduzierten Satz und getrennt vom übrigen Einkommen. Foto: Keystone

Ich bin 57 Jahre alt und arbeite bei einer Stadtverwaltung, die auch eine eigene Pensionskasse (PK) führt. Im letzten Jahr habe ich zum ersten Mal den Betrag von 10’000 Franken in die PK zusätzlich einbezahlt. Hier erhalte ich aktuell einen Zins von knapp 5 Prozent. Vor einigen Jahren habe ich auch bei der UBS ein Fondskonto eröffnet und verfüge dort mit regelmässigen Zahlungen über knapp 12’000 Franken. Hier erhalte ich knapp 1 Prozent. Nun überlege ich mir, ob ich wiederum einen Betrag von mindestens 10’000 Franken aus dem Fondskonto überweisen soll. Gibt es einen Punkt, den ich bei der Einzahlung in die PK speziell beachten muss, oder soll ich weiterhin regelmässig in den Fonds einzahlen? G.Z.

Freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse haben einen doppelten Vorteil: Sie verbessern Ihre Altersvorsorge, und Sie können bereits heute profitieren, indem Sie weniger Steuern zahlen. Die Einzahlungen in Ihre Pensionskasse dürfen Sie im Folgejahr in Ihrer Steuererklärung in Abzug bringen, was zu einer Steuerreduktion führt.

Auch punkto Rendite scheinen Sie mit Ihrer Pensionskasse deutlich besser zu fahren. Allerdings wäre zu prüfen, in was für Fonds Sie Ihr Geld bei der UBS derzeit investiert haben. Ich gehe davon aus, dass Sie das Kapital sehr konservativ angelegt haben und Obligationenfonds nutzen. Diese werfen im aktuellen Tiefzinsumfeld in Schweizer Franken nach Abzug der Gebühren nur mickrige Renditen ab und lohnen sich oft nicht.

Sie könnten das Geld auch in Fonds mit einem höheren Aktienanteil anlegen und so Ihre Renditechancen mit einem langen Anlagehorizont deutlich erhöhen. Der Preis dafür ist allerdings, dass Sie auch mehr Risiken tragen müssen, was nicht jedermanns Sache ist.

Zudem frage ich mich, warum Sie die Investments in die Fonds nicht im Rahmen der steuerbegünstigten Säule 3a tätigen. Das Fondssparen via Säule 3a hat den Pluspunkt, dass Sie die Einzahlungen bis zu einem Maximalbetrag von aktuell 6768 Franken pro Jahr als Angestellter mit Pensionskasse ebenfalls bei den Steuern abziehen dürfen. Dafür ist das Kapital bis zum Bezug gebunden.

Zwar wird auch das in die Säule 3a einbezahlte Kapital beim späteren Bezug besteuert, allerdings zu einem reduzierten Satz und getrennt vom übrigen Einkommen.

Bei der Pensionskasse sollten Sie vor einer weiteren freiwilligen Einzahlung abklären, wie solid diese aufgestellt ist. Solche zusätzliche Zahlungen sind nur empfehlenswert, wenn eine Vorsorgeeinrichtung finanziell gesund ist. Liegt etwa eine Unterdeckung vor und die Kasse geriete später in eine Krise, riskiert man, sich an der Sanierung beteiligen zu müssen.

Ich gehe davon aus, dass Ihre freiwilligen Einzahlungen dem überobligatorischen Teil zugerechnet werden. Hier haben Sie aber keine Garantie, dass die Verzinsung immer so hoch bleibt. Denn im überobligatorischen Teil der Kasse haben die Vorsorgeeinrichtungen freie Hand bei der Verzinsung des Kapitals und keine gesetzlichen Vorgaben.

In den letzten Jahren vor Ihrer Pensionierung sollten Sie keine freiwilligen Einzahlungen mehr in die Kasse vornehmen, falls Sie einen Kapitalbezug erwägen. Ansonsten müssen Sie damit rechnen, dass Ihnen der Steuervorteil in den letzten drei Jahren vor der Pensionierung nachträglich wieder aberkannt wird.

Freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse halte ich generell für attraktiv, vorausgesetzt die Kasse steckt nicht in finanziellen Schwierigkeiten. Ich rate Ihnen aber diesbezüglich, den Jahresbericht und die Kennzahlen Ihrer Vorsorgeeinrichtung genauer anzuschauen. Dann können Sie entscheiden.

5 Kommentare zu «Steuern optimieren und die Rendite steigern»

  • Pius Tschirky sagt:

    Ja, möchte auch so eine Pensionkasse mit 5 % Zins. Warum erklärt Herr Spieler immer wieder, dass man die Bonität einer Pensionskasse abklären sollte. Dürfte ja noch davon ausgehen können, dass diese Zwangsabgabe dereinst ausbezahlt wird und nicht irgendwo in den Taschen der Politiker oder der Finanzwirtschaft versinkt?

  • Sandra Meier sagt:

    Wie von Pius Tschirky schon kommentiert, scheint mir neben der Bonität vor allem die Verzinsung in der PK zentral. Ein Beispiel aus 2017: Die CS PK hat eine Anlagerenditen von 9% erzielt, aber nur einen Zins von 2% gutgeschrieben! Bei einer solchen PK legt man das Geld besser selber an, als es in die PK einzuzahlen…

    • Pius Tschirky sagt:

      Ja, der Mindestzins beträge momentan 1 % und man will ja den noch auf 0.75 % senken. Natürlich haben die Pensionkassen in den letzten Jahren gute Renditen erzielt, aber das kommt ja eingentlich fast alles in die Reserven? Leider ist auch die Wahl der Penionskasse nie frei. Was mich eben immer wieder stört ist die Tatsache, dass man Herr Spieler beinahe noch Angst macht, dass Pensionkassengelder nicht sicher seien. Will dann noch sehen, ob mir da jemand mein Alterguthaben nicht auszahlt oder kürzt. Wehe dem! Gilt auch für diese Sozialversicherungspolitker und Politikerinnen.

  • T.Netti sagt:

    Wichtig, vor der PK Auszahlung in den Steuergünstigen Kanton/Gemeinde ziehen. Spart noch mal einiges ein.

  • helga sagt:

    Danke für einen spannenden Beitrag! Unser Onkel hat ein Teil von seinem Einkommen in die Aktien investiert und hat im vorigen Jahr davon genug profitiert, obwohl es eine riskierte Sache ist http://www.stb-pasewald.de/ Die fachliche Beratung ermöglichte Steuern zu sparen, indem freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse geleistet werden mussten:) Nun wird der Krankenwagen nicht so oft gerufen und wir alle, sowie auch der Opa sind schon ruhiger geworden: Danke!

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