Lithium: Spekulation auf das weisse Gold

Rohstoff der Zukunft: Allein in den letzten vier Jahren haben sich die Lithium-Notierungen fast verdreifacht. Foto: iStock

Mit dem baldigen Rückgang der Ölindustrie suche ich eine Möglichkeit, in die Produktion von Lithium-Batterien zu investieren. Haben Sie einen Aktien- oder ETF-Vorschlag, um in diesem Bereich diversifiziert und langfristig zu investieren? C.K.

Lithium ist einer der grossen Rohstoffe der Zukunft. Oft wird es auch als weisses Gold bezeichnet. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die Preise für Lithium richtiggehend explodiert sind,

Allein in den letzten vier Jahren haben sich die Lithium-Notierungen fast verdreifacht. Kein Wunder: Der Bedarf steigt steil in die Höhe. Die Nachfrage nach Lithium enorm erhöht hat die Tatsache, dass das Leichtmetall einerseits für die Herstellung von Smartphones genutzt wird, anderseits für die Produktion von Batterien für E-Autos gebraucht wird.

Momentan wird der Bedarf auf 33’000 Tonnen pro Jahr geschätzt. In den nächsten fünf bis sieben Jahren dürfte sich dieser laut Rohstoffexperten verdoppeln. Dies dürfte nur konservativ geschätzt sein. Es ist gut möglich, dass der Lithium-Bedarf noch weit stärker und schneller zunimmt.

Das Leitmetall gibt es aber nicht in endlosen Mengen und nur in wenigen Ländern, was Lithium zusätzlich begehrenswert macht. Laut Schätzungen betragen die identifizierten Lithiumvorkommen weltweit rund 40 Millionen Tonnen.

Starke Vorkommen von Lithium gibt es in Südamerika, insbesondere in Bolivien, Chile und Argentinien, aber auch in China, den USA, Kanada, Australien und Russland. In Europa sind nur wenig Lithium-Vorkommen bekannt.

Interessant ist vor diesem Hintergrund die kürzliche Ankündigung, dass die Firma «European Lithium» in Kärnten Lithium gewinnen will. Das Unternehmen will die dafür nötigen Planungsarbeiten bereits in zwei Jahren abgeschlossen haben und rechnet mit einer Jahresproduktion von immerhin 10’000 Tonnen Lithium.

Die Vorräte würden für zwei Jahrzehnte reichen und die geplante Abbaumenge könne schätzungsweise den Bedarf eines europäischen Autobauers für seine Jahresproduktion von Batterien für Elektroautos abdecken.

«European Lithium» gehört zur australischen Global Strategic Metals, welche zahlreiche Bergwerke betreibt. Ob sich der Lithium-Abbau in Kärnten dann wirklich als Erfolg erweist, kann aus heutiger Sicht nicht abgeschätzt werden.

Vom Lithium-Boom profitieren können Sie als Anleger, indem Sie beispielsweise Aktien von Tesla kaufen. Das US-Unternehmen ist zwar in erster Linie als Hersteller von E-Autos bekannt, ist aber zusätzlich im grossen Stil in die Batterieherstellung auf Lithium-Basis eingestiegen.

Bereits seit vier Jahren betreibt Tesla das Projekt Gigafactory ausserhalb von Sparks, Nevada, mit dem Ziel, stets über ausreichend Batterien zur Bestückung der Fahrzeugflotte zu verfügen. Die von Tesla geplante, jährlich hergestellte Batteriekapazität beträgt 35 Gigawattstunden.

Eine andere Möglichkeit, um in Lithium zu investieren, bietet der Global X Lithium & Battery Tech ETF (LIT). Dieser investiert in Unternehmen, welche Lithium gewinnen, verarbeiten, und ebenso in Firmen, welche Lithium-Batterien produzieren.

Dieser ETF hat den Vorteil, dass Sie eine breite Diversifikation erreichen und nicht mit einem einzigen Unternehmen ein Klumpenrisiko eingehen. So sehr die Preise von Lithium angezogen haben und wahrscheinlich auch weiter in die Höhe steigen, müssen Sie immer auch mit plötzlichen Kursrückschlägen rechnen.

Rohstoffanlagen sind stark schwankungsanfällig und eignen sich meines Erachtens nur für Anleger, die hohe Risiken eingehen können und wollen.

6 Kommentare zu «Lithium: Spekulation auf das weisse Gold»

  • Rusterholz sagt:

    Der Autor schreibt eine Menge über Lithium, um dann, seine Lieblingsanlagen = solche der Finanzindustrie, nämlich einen Fonds zu empfehlen, anstatt etablierte kotierte Firmen zu nennen.

  • Peter Stutz sagt:

    Mir fehlt der Hinweis auf die zu erwartenden Technologiesprünge.
    Die heute üblichste gute Batterie beinhaltet Lithium, aber zukünftige Batteriekonzepte verwenden andere Rohstoffe: Kobalt, Phosphor, Eisen, Nickel, Jod, Natrium, Magnesium und andere. Darum kann der Rohstoffpreis für Lithium nicht nur sinken, sondern komplett kollabieren, sobald die Nachfrage nach Lithium kollabiert, weil sich eine andere Batterietechnik durchgesetzt hat.
    Daher sage ich: Reisen Sie in der Zeit zurück und investieren vor vier Jahren in Lithium. Heute würde ich das nicht mehr empfehlen.

  • Karl Hugentobler sagt:

    Man sollte nicht in eine Firma oder einen Sektor investieren, weil man generell steigende Umsätze erwartet. Und schon gar nicht, wenn diese Erwartungen auf den fake-wissenschaftlichen Erkenntnissen von staatlich bezahlten Wissenschaftlern basieren. Umsatzwachstum ist nicht unbedingt im Interesse der Aktionäre. Unter Umständen wir es mit gigantischen Investitionen oder Akquisitionen viel zu teuer erkauft. Das Businessmodell, die Preismacht, die Gewinnmargen und Kapitalrenditen werden dadurch oftmals verwässert. Man sollte sich auf Wettbewerbsvorteile einzelner Firmen konzentrieren. Diese stellen sicher, dass die Gewinnmargen dauerhaft aufrechterhalten werden können.

  • Nicolás Müller sagt:

    Eine Empfehlung zum Erwerb von Tesla-Aktien finde ich äusserst fragwürdig und riskant. In eine Firma mit Riesenschulden, unklarer Strategie und sehr ungewisser Zukunft wegen des unberechenbaren Managements würde ich nie investieren!

  • Nicolás B. Müller sagt:

    Ich bin da ganz gleicher Meinung wie mein Namensvetter. Hände weg von Tesla!

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