Jetzt droht ein globaler Währungskrieg

Unruhe an der New Yorker Börse: US-Präsident Trump hat sich öffentlich in die US-Geldpolitik eingemischt, was ein Tabu ist. Foto: Getty Images

Ich habe etwas Aktien und Fonds. Das Geschrei um den Handelsstreit macht mich konfus und ich habe Buchverluste. Nun wurde in der Zeitung gar vor einem Währungskrieg gewarnt. Rechnen Sie auch damit? F.B.

Ja. US-Präsident Trump macht alles, damit der Dollar nicht stärker wird. Denn dies würde die amerikanischen Exporte verteuern.

Darum hat er sich öffentlich gegen weitere US-Zinserhöhungen ausgesprochen und sich in die US-Geldpolitik eingemischt, was ein Tabu ist.

Doch die Chinesen machen das Gleiche: Sie stemmen sich gegen eine Verteuerung des chinesischen Yuan. Ich erwarte, dass China die eigene Währung noch stärker abschwächen wird.

Dies ist die wohl stärkste Waffe gegen die US-Strafzölle im Handelskrieg. Der tiefere Yuan kompensiert diese Zölle wenigstens teilweise und macht Chinas Exporte wieder günstig.

Die Beeinflussung der Währungen zu den eigenen Gunsten ist für mich die logische Folge des Handelsstreites.

Je mehr der Dollar und Yuan zur Schwäche neigen, desto mehr dürften allerdings Anleger vermehrt in den Franken als sicheren Hafen wechseln, was den Franken in nächster Zeit tendenziell stärken dürfte.