Ueli Maurer warnt zu Recht vor Inflation

Unvorstellbar hohe Summe: Die SNB-Bilanz ist auf 780 Milliarden Franken gewachsen – mehr als das gesamte Bruttoinlandprodukt der Schweiz. Foto: Keystone

Bundesrat Ueli Maurer verlangt von der Nationalbank, dass sie ihre Milliardenbilanz abbaut. Dafür wurde er in den Medien heftig kritisiert. Wie sehen Sie das? M.M.

Finanzminister Maurer hat mit seinen Aussagen, die er kürzlich bei einem Treffen mit dem österreichischen Finanzminister Hartwig Löger in Wien gemacht hat, in ein Wespennest gestochen.

Die Reaktionen in der Öffentlichkeit waren heftig: Bundesrat Maurer verletze mit seinen Äusserungen die Unabhängigkeit der Schweizerischen Nationalbank, wurde von mehreren Medien kritisiert.

Und der «Tages-Anzeiger» kam zum Schluss: «Ueli Maurer hätte besser geschwiegen.» Er sei kein Privatmann, seine Aussage zur SNB-Politik als Bundesrat habe selbst die Grenze des Erträglichen überschritten, analysierte der «Tages-Anzeiger».

Maurer selbst hatte beim Treffen in Wien die Ausweitung der Bilanz der Nationalbank als an der Grenze des Erträglichen bezeichnet und signalisiert: «Hier möchten wir dann auch etwas zurückbauen in Zukunft.»

Trotz der breiten Kritik in den Medien teile ich die Kritik von Bundesrat Maurer an der SNB-Bilanz. Tatsache ist: Die SNB-Bilanz ist auf eine unvorstellbar hohe Summe von 780 Milliarden Franken gestiegen. Das ist noch mehr als das gesamte Bruttoinlandprodukt unseres Landes.

Die Nationalbank-Bilanz ist also höher als die Produktion aller Waren und Dienstleistungen in der Schweiz in einem Jahr nach Abzug aller Vorleistungen. Der Bilanzanstieg ist eine Konsequenz der Deviseninterventionen der SNB im Kampf gegen den starken Franken. Die vielen Devisenkäufe der Nationalbank haben die Bilanz richtiggehend aufgebläht.

Natürlich wäre es problematisch, wenn den Märkten nun signalisiert würde, dass die SNB künftig nicht mehr wirksam gegen den starken Franken vorgehen kann, weil sie nun die Bilanz abbauen muss. Und natürlich muss die Unabhängigkeit der Nationalbank gewährleistet sein.

Dennoch halte ich die Aussage von Bundesrat Maurer für gerechtfertigt. Denn die enorme Bilanz der SNB birgt für unser Land auch Risiken: In den letzten zehn Jahren hat sich die Geldmenge verzehnfacht. Wenn es der Nationalbank nicht gelingt, diese Geldmenge zurückzunehmen, besteht eine reale Gefahr, dass die Teuerung in der Schweiz künftig stark ansteigt.

Noch ist die Inflation hierzulande kein Problem. Die Zeiten der Minus- und Nullteuerung sind aber vorbei und die Inflation zieht bereits leicht an.

Wenn die Nationalbank nichts gegen das viele Geld, welche sie in das System gepumpt hat, unternimmt, könnten wir in Zukunft mit einer deutlich stärkeren Inflation konfrontiert sein, welche am Wert unseres Geldes nagt und diesen zerstört, wenn man nicht eine höhere Rendite mit seinem Kapital erwirtschaftet als die Teuerung und Gebühren.

Viele können sich nach Jahren der Minusteuerung gar nicht mehr vorstellen, dass die Inflation auch bei uns ein Problem werden könnte. Inflation ist aber Gift für unser Geld. Und wenn die riesige Nationalbank-Bilanz nicht langsam reduziert wird, ist es eine Frage der Zeit, dass wir mit dem Gift der Teuerung konfrontiert werden.

Darum nehme ich Bundesrat Ueli Maurer trotz der öffentlichen Kritik in Schutz und unterstütze seine Aussagen, zumal die Frankenstärke etwas an Brisanz verloren hat und der Euro im April vorübergehend sogar wieder auf 1.20 Franken geklettert ist.

Als Finanzminister, der durchaus die Unabhängigkeit der Notenbank akzeptiert, ist es gleichzeitig seine Pflicht, vor Gefahren zu warnen, die unserem Geldsystem drohen. Die aufgeblähte Nationalbank-Bilanz ist aus meiner Sicht eindeutig ein Risiko, das nicht unterschätzt werden sollte.

Sollte die Inflation in der Schweiz in den nächsten Jahren tatsächlich weit stärker als bis jetzt angenommen in die Höhe klettern, sind wohl manche froh, dass Finanzminister Maurer nicht geschwiegen hat und die Risiken der grossen SNB-Bilanz angesprochen hat.

39 Kommentare zu «Ueli Maurer warnt zu Recht vor Inflation»

  • Leon Stoeckli sagt:

    Der einzige Grund der gegen die aufgeblähte Bilanz der SNB spricht soll also die Inflation sein. Die letzten zehn Jahre haben vor allem eines bewiesen: Die Theorie ist total falsch! Alle grossen Zentralbanken haben Milliarden auf den Markt geworfen, ohne dass die Inflation zum Problem geworden wäre. Es kann sein, dass die Theorie irgendwann wieder stimmt, aber wann das sein wird, wissen weder Herr Spieler noch unser Finanzminister. Die Funktionsweise der Wirtschaft ist viel zu komplex, als dass sie durch Theorien der Ökonomen in den Griff zu bekommen wäre. Da nützen auch zwanzig Jahre Studium an den besten Universitäten nichts. Ökonomie ist keine Wissenschaft, denn man weiss gar nichts. Man hat Vermutungen und Beispiele aus der Vergangenheit die sich nicht wiederholen.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Aber wir haben doch bereits eine riesige Inflation? Nämlich in den Immobilienpreisen, den Aktien, den Staatsanleihen und in der Kunst. Dorthin sind die Billionen von USD und Euro geflossen. Nur werden Immobilien/Finanzanlagen/Kunst nicht im Inflations-Index berücksichtigt.
      Die Inflation ist also da. Und sie wird irgendwann durch Börsenkursverluste und unverkäufliche Kunst in der nächsten Rezession (höchst schmerzhaft) beseitigt werden.
      Die Zentralbanken haben mit 0-Zinsen jedoch den Wirtschaftskreislauf fast zum Stillstand gebracht, weil Zombie-Unternehmen dank 0-Zinsen überleben und sich Investitionen für die gesunden Unternehmen so kaum lohnen. 0-Zinsen & viel Geld nützt der Wirtschaft nichts! Führt bloss zu noch höheren Schulden! Setzt falsche Anreize! Tesla & Co. lassen grüssen.

    • Willi sagt:

      ein Blick auf die explodierenden Immobilien-und Aktienmärkte und allgemein die Flucht in alles was den Anschein von Werthaltigkeit bietet ,sollte Sie eines besseren belehren

  • Heinz Köhli sagt:

    Das Jahresergebnis der SNB 2017: Plus 54 Mia CHF, wovon 49 Mia CHF durch Aufwertung von Fremdwährungen (insbesondere Euros). Wir waren (sind) die grössten Devisenspekulanten pro Kopf. Die Risiken diesbezüglich sind mindestens so eklatant wie eine mögliche, zukünftige Inflation. Hoffen wir, dass es unseren Handelspartnern sehr gut geht, sich dies in einem noch etwas schwächeren CHF manifestiert und wir den schrittweisen Abbau der gigantischen Bilanzsumme von CHF 780 Mia stillschweigend (täglich) an die Hand nehmen können.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Welche Risiken? Die SNB kann erst dann verkaufen, wenn der CHF schwächelt. Und irgendwann wird der CHF schwächeln, dann nämlich, wenn die ausländischen Investoren angesichts der hunderten (oder tausenden?) von Milliarden an Fremdwährungen in der SNB-Bilanz kalte Füsse bekommen und ihr Geld aus der Schweiz (dem CHF) abziehen. Dann erst wird die SNB die Euro und USD verkaufen können, so den CHF stützen (weil die Ausländer ihn in Massen verkaufen), und gleichzeitig echte Milliardengewinne scheffeln.
      Nur der Untergang von Euro oder USD könnte daran etwas ändern. Buchgewinne/-verluste auf den Devisenanlagen der SNB sind hingegen bedeutungslos, könnten höchstens dazu führen, dass Ausländer rascher kalte Füsse bekommen.

      • Patrik sagt:

        Warum sollten Buchgewinne bedeutungslos sein?
        (Hört endlich auf von Buchgewinnen/Verlusten zu reden, was würde ein reell denkender Investor zu so einem Unsinn sagen – die CHF die dafür aufgebracht werden sind ja vergangene, gegenwärtige & zukünftige Lebens- & Arbeitszeit von CH-Bürgern)
        Unterbilanzen müssen korrigiert werden
        (Aktionäre) – zudem kannn ich mir nicht vorstellen, dass sich der Finanzplatz Schweiz eine Nationalbank mit Unterbilanz leisten kann.
        (BTW: Natürlich wird die Teuerung letztlich von den Assets weg auf andere Branchen durchschlagen. Denkt mal ein wenig nach, z.B. mit dem Kauf eines Hotels, das nach 10 Jahren 66% teurer ist – wird der neue Besitzer nicht die reale Rendite anpassen müssen.? etc.)
        Natürlich ist dem Markt klar, dass die SNB nicht so weitermachen kann.

  • groeg sagt:

    Ueli muss nicht warnen. Wir ordentliche Bürger erleben die Inflation täglich, vor allem jene, die nicht im „Korb“ gezählt wird, die heimliche.Beispiele: Krankenverisicherungsprämienhorror, explodierende Landpreise, Gebührenaufschläge bei fossilen Treibstoffen,
    neue Parkgebühren in Gemeinde, Bussenkatalog mit inflationären Tagessätzen, stille und offenen Gebührenerhöhungen bei Banken, Honoraransätze bei Anwälten und Beratern usw.Dem Ueli empfehle ich 1. die Ausrichtung von je einer Vollrente AHV bei Ehepaaren 3. Die generelle Erhöhung um 5-10% (AHV) 4. die Aufschiebung seines neuen Steuermodells für Unternehmen (Von mir gibt es kein Ja)Die grösste Katastrophe ist aber der Eigenmietwert.Darüber plaudern sie seit Jahren und tun NIX.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Sie übertreiben masslos. Oder haben Sie derart viele Klagen über Anwälte laufen? Oder horten Sie Bussen durch Ihr Fehlverhalten? Treibstoff-Preiserhöhungen sind ebenso im Katalog, wie Gebührenerhöhungen bei Banken. Und die KK-Prämien steigen nicht mehr, als die Gesundheitskosten, die ebenfalls insgesamt im Warenkorb sind.
      Ihre Kritik ist lächerlich. Nur weil wir alle immer mehr Krankheitsleistungen konsumieren, machen Sie die Politik dafür verantwortlich? Wir, das Volk, rennen für jeden Quatsch zum Arzt und sind erst nach 3 Untersuchungen und 10 Medikamenten zufrieden. WIR! NIEMAND ANDERER!

      • Teuerung sagt:

        Leider irren Sie sich was die Gesundheitskosten anbelangt. Auszug Landesindex der Konsumentenpreise – Gewichtung 2018:

        6. Gesundheitspflege
        – Medikamente
        – Medizinische Hilfsmittel
        – Zahnärztliche
        – Pflegeleistungen Spitex

        Das heisst die regulären Gesundheitskosten (Krankenkasse, Arz, Spital) fliessen nicht in die Teuerung.

      • groeg sagt:

        @Rothacher:Ich zahle jährlich Fr. 13’555.- für die KV und meine Kosten belaufen sich auf Fr. 2,500.Ueber 11’000 laufen in die „Ansprüche“ anderer, die unser System missbrauchen.Altersmässig liegen die Durchschnittskosten jetzt bei ca. Fr. 7’000.-.So ca. alle Uebel sind zurück zuführen auf die Masseneinwanderung von Unterschichten, denen wir alles beibringen müssen.Heute bestellte ich Heizöl, 32% teurer als vor 2 Jahren.
        Leuthard hat hier mutwillig die Teuerung angeheizt..Fr. 26. sind Steuern.Man muss eben alle Preisentwicklungen beachten, nicht nur einäugig die von Erbsli und Rüebli.Wir sollten längst eine Negativteuerung haben, industriell gesehen. Ein schönes Beispiel für die Ausserkraftsetzung wirtschaftlicher Grundsätze wie die „economy of scale“ sind die Autosteuern.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Martin Spieler hat das Wichtigste übersehen. Wenn die SNB das Geld im Ausland in Euro/USD anlegt, besteht KEINE Inflationsgefahr für den CHF. Die SNB finanziert bloss die Geldmengen-Ausweitungen in den USA und im Euro-Raum, sorgt höchstens dort für Inflation.
    Nur wenn der Euro oder der USA verschwinden sollten, müsste die SNB (falls sie ihre Anlagen gegen Kursschwankungen absichert), mit Verlusten rechnen. In allen anderen Szenarien kann sie die Bilanz erst abbauen, wenn der CHF schwächelt und scheffelt dann aber Milliardengewinne.
    Die Aussagen von Maurer waren dumm und wichtig-tuerisch. Gut, wurde die unsäglich Vollgeld-Initiative abgelehnt. Sie hätte das Ende der SNB-Eigenständigkeit bedeutet. Denn alle Politiker sind machthungrig, wie Maurer mit seiner Aussage einmal mehr zeigt.

    • Patrik sagt:

      Nein. Das Problem besteht eben genau darin, dass die CHF ausser Kontrolle der SNB sind mit dem Euro-Kauf. Die CHF suchen sich also zwangsläufig ihre Ziele in der Schweiz.

      Die Inflation ist real da. Fragt sich nur, welche
      Auswirkungen, dies auf die Preise von Firmen, Land, und letztlich auch Mobilem hat.
      Die Schwächung des CHF macht die Ziele aus dem Ausland (gesehen) relativ billiger.

      Es ist generell merkwürdig, dass die Leute glauben, es passiere gar nichts. Wenn gar nichts passieren würde, könnte man die Aktionen der SNB tatsächlich unterlassen.!

      Die Frage, warum Maurers Aussage (?) bleibt. Was hat er sich dabei gedacht?

  • Hans Hödli sagt:

    Das mit der Verzehnfachung der Geldmenge ist klar falsch. Dies trifft lediglich für die Geldbasis (M0) zu. Das Geldangebot (M2) hat sich lediglich in etwa verdoppelt, ist also wesentlich langsamer gewachsen als die Geldbasis, so dass der Geldmultiplikator sogar schrumpft. Dies wiederum wirkt klar deflatorisch.
    Wie oben Rothacher richtig erwähnt verlängert sich die SNB Bilanz ausschliesslich über den aussenwirtschaftlichen Kanal, nicht nur wegen den Interventionen sondern auch wegen dem Zustrom von ausländischem Fluchtgeld.

  • Hans Hödli sagt:

    Abbau von Devisenreserven einer Notenbank findet immer in folgenden Fällen statt:
    – Kapitalflucht von Auslandsguthaben
    – Finanzierung von Importüberschüssen
    – Stützung der eigenen Währung resp. Erhalt der Wechselkursparität bei Abwertungstendenz
    Davon ist im Falle der CH in absehbarer Zukunft rein gar nichts in Aussicht.

  • Hans Hasler sagt:

    Ist das nicht ein pseudo – Problem? Sollte es zu einer Inflation kommen schwächt sich der CHF ab. Und die SNB kann die Bilanz wieder nach belieben verkürzen. Gefahr gebannt…
    Solange die Schweiz nicht so dumm ist, das Geld in einen Staatsfond zu stecken kann doch fast nichts schiefgehen.

  • Karl Heinz Hungenbühler sagt:

    So ein Schmarn. Die Geldmenge hat sich seit 1995 um den Faktor 2.5 erhöht und das BIP im gleichen Zeitraum um den Faktor 1.65. Die Geldmenge hat also gegenüber dem BIP stärker zugenommen. Betrachtet man aber die Auslandsinvestitionen, so sieht man, dass ein wesentlicher Anstieg der Geldmenge auf die Reduktion der privaten Auslandsinvestitionen zurück zu führen ist. Damit ist die Geldmenge erstaunlich stabil und dies trotz Intervention der SNB.

  • Anh Toàn sagt:

    Was für ein Quatsch:

    Zumindest erwarten „die Märkte“, und die haben doch Recht, keine wesentöiche Inflation über die nächsten zehn Jahre: Die Rendite der 10J-Bundesanleihen ist negativ:

    Wer Inflation in der Schweiz erwartet, verkauft Bundesanleihen (leer): Inflation wird die Zinsen erhöhen und dies die Kurse der Bundesanleihen drücken:

    Folgen Sie mit Ihrem Geld Ihren Worten?

    Würden dies (short CHF Bundesanleihen) viele tun, wäre der CHF nicht mehr stark, dann könnte die Nati ihre Bilanz reduzieren.

    Würde der Ueli (mit sienen BR Kollegen) die negativen Zinsen nutzen um ein Investitionsprogramm aufgleisen, könnte die Nati ihre Bilanz auch abbauen: Aber Uelis schwarze Null ist heilig, wir wollen nicht profitieren von unserer Währung, die ist für reiche Ausländer.

    • Anh Toàn sagt:

      Mon sollte schon mal den Unterscheid sehen zwischen was die FED und EZB mach(t)en und was die SNB macht:

      Die Rendite der 10 jährigen Bundesanleihen ist nicht negativ, weil die Nati diese aufkauft, die Nati kauft EUR und USD Staatsanleihen und Aktien, aber sie VERKAUFT, zwar nicht CHF Bundesanleihen, sondern CHF als Schuld bei den Banken, die wiederum eine enstprechende Schuld bei einem Ausländer damit abdecken.

      Die FED bzw EZB kauften die Schulden des eigenen Staates, bw, der Mitgliedsstaaten, damit die Zinsen tief bleiben, die Nati verkauft CHF, um die Nachfrage zu befriedigen, damit die Zinsen nicht noch weiter fallen.

      • Karl Knapp sagt:

        Der Tag wird kommen, an dem niemand mehr weiss, worum da überhaupt gestritten wurde. So etwa wie bei den Spitzfindigkeiten der Inquisition. So lange ich eine Bratwust mit Bürli für 3-4 CHF erhalte, kann mir der ganze Rest egal sein.

      • Hans Hödli sagt:

        Knapp: Am Migro Wurststand kostet die Bratwurst CHF 6, am Sternengrilll CHF 7,50.

      • Karl Knapp sagt:

        @Hödli: am Sternengrill werden halt auch Mercedes-Preise verlangt, nomen est omen. Versuchen Sie mal einen Elternabend im Oberaargau.

    • Patrik sagt:

      @Anh Toàn
      Ich verstehe Sie nicht Hr. T.;
      wir sprechen ja von der Bilanz. Die mit Abstand grösste Position sind Devisenreserven – diese werden doch (?) über den Fx-Markt erworben.
      Uebrigens knapp 5% Gold, womit wir anteilig an den Devisenreserven bei Zentralbanken irgendwo zwischen Platz 60 und 70 rangieren dürften.
      (Die Pro-Kopf Gold-Reserve ist -theoretisch- deutlich höher)
      Sollte das monetäre System mal eben kurz ein time-out nehmen, bin ich gespannt, wie die Schweiz ihre Importe zahlen können wird.

      Spannende Zeiten sind das…

      Wenn die Agnelli-Arbeiter mit 1000 EUR im Mt. gleichzeitig gegen den Kauf eines 200Mio Fussballers demonstrieren, dann SPÜREN wir doch ZU RECHT, dass irgendetwas mit diesem Geld nicht mehr stimmt.

      • Hans Hödli sagt:

        Was heisst da Devisenreserven, das sind Zins und Dividende tragende Titel welche das Ausland für uns abstrampeln muss. Anders bei Fed und va. BOJ welche die Hälfte der eigenen Staatspapiere hält.
        Wie H.W. Sinn richtig festgestellt hat ist das für die CH kein schlechtes Geschäft wenn man Zinstitel gegen bedrucktes Papier (resp. elektronische Kontoeinträge) bekommt.

      • Anh Toàn sagt:

        Die Nati bekommt sogar Zinsen für die CHF die sie schuldet. Sie bekommt Zinsen auf beiden Seiten ihrer Bilanz. Nicht nur „gratis“. Viel Billiger als gratis ist das.

      • Anh Toàn sagt:

        Mal vereinfacht: Die ganze Welt will CHF kaufen, nicht weil die damit in der Schweiz mal etwas kaufen wollen, sondern weil sie darin Wert aufbewahren wollen. Die SNB stellt nun mehr dieser CHF zur Verfügung, damit deren Preis (Wechselkurs) nicht noch weiter steigt und die inländische Wirtschaft ruiniert. Die Käufer wollen diese CHF nicht in der Schweiz konsumieren, dann hätte diese Nachfrage Einfluss auf die Preise und damit die Inflation (lassen wir mal Löhne weg). Sondern die wollen irgendwann diese CHF wieder in ihre Heimwährung tauschen und hoffen, dann mehr davon zu bekommen, weil der CHF stärker gestiegen als sie Zinsen bekommen hätten zu Hause und sogar bezahlt haben in CHF:

      • Anh Toàn sagt:

        Die bürgerliche Sparpolitik macht den CHF attraktiv als Wertaufbewahrungsmittel. Das Schweizer Volk unterstützt diese Sparpolitik, es will ja einen CHF der Wert aufbewahrt, es hat Angst vor Inflation. Sparen, sparen.

        Uns so zerfallen unsere Schulhäuser, Strassen, die Löhne steigen kaum, es wird mehr verlangt am Arbeitsplatz wegen dem starken Franken müssen wir mehr leisten pro Stunde, sonst gibts weniger Franken pro Stunde. Macht aber nichts, weil wir werden reicher mit starkem CHF: Immer im Urlaub oder beim Einkauf über der Grenze sehen wir, wie reich wir sind.

        Die Nati hält nur den Schaden in Grenzen, die Ursachen liegen in der Politik.

        Eine starke Währung ist gut, wenn man viel davon hat. Eine schwache Währung kann man sich einfacher verdienen.

  • Kein Wunder sagt:

    Der DENKFEHLER ist, dass Vermögensteigerung = Vermögenspreise Inflation gut sei und Verbraucherpriese Inflation schlecht.

    Letztlich ist das die gewollte Umverteilungung von Arm nach Reich.
    Kein Wunder also, wenn dem Ueli das Herz in die Hosen rutscht, falls soziale Unruhen befürchtet werden könnten, weil sich das anonyme Kapital (der BESITZER – GELDSCHÖPFER) aus der Verantwortung stiehlt.

  • Molnar sagt:

    Eines ist klar. Entweder es gibt eine starke Infalation oder die Zinsen werden
    Steigen. Es wird Zeit, dass die SNB unabhängig von der EZB den Ausstieg plant.

  • Martin Leu sagt:

    Problematisch ist, dass durch die 0-Zinspolitik Zombieunternehmen künstlich am Leben gehalten werden, die in einem normalen Zinsumfeld pleite gehen würden. Sie müssen die Kapitalkosten nicht mehr verdienen, da diese de facto abgeschafft wurden. In Deutschland sind die Ausfallraten in den letzten 10 Jahren von früher üblichen 1,5-2,0% auf 0,5% pa gefallen. Der Grossteil der Systeme zur Kreditrisikobeurteilung der Deutschen Banken wurden anfang der 2000er Jahre entwickelt und funktionieren in einer 0-Zinsumgebung nicht mehr. Dadurch kommt es zu einer tickenden Zeitbombe mit der Akkumulation von aufgestauten Insolvenzen von inzwischen 10-15% der Firmen (die eigentlich konkurs sein sollten) in den Bankbilanzen, die von den Banken nicht erkannt werden. Futter für die nächste Bankenkrise.

    • Hans Hödli sagt:

      Nullzinspolitik der Notenbanken heisst noch lange nicht, dass ein KMU gratis Kredit bekommt, im Gegenteil bekommt es meistens gar keinen Kredit oder einen zu 7% und höher.
      Dafür können sich Konzerne und Staaten zu 1% auf dem Kapitalmarkt billig refinanzieren, diese Titel werden sogar von der EZB am Primärmarkt gekauft.

      • Der grosse Allwissende sagt:

        Ja, aus staatspolitischen Gründen werden Staaten refinanziert und wir können froh sein, sonst sind unsere 700 MRD Euro auch nur noch Ramsch. Wenn der KMU keine Sicherheiten hat, ist es klar dass das Ausfallrisiko höher ist und dann die Allgemeinheit nicht dafür aufkommen muss, sondern eben der Unternehmer haftet mit dem Unternehmerrisiko !

  • Dominic Largo sagt:

    Ueli Maurer liegt richtig. Inflationszeichen sind bereits erkennbar. Ergo korrektes Vorgehen.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Ich wage mal eine Prognose: In den nächsten 10 Jahren werden wir a) keine Inflation von über 2 bis 3,5* Prozent- und folglich auch keine Rendite bei den 10-jährigen Eidgenossen von über 2 bis 3 Prozent sehen. Die Leitzinsen der SNB werden von jetzt -0,75 Prozent auf bestenfalls 0 bis plus 0,5 Prozent angehoben.

    *3,5 Prozent nur wenn Trump so weiter wirtschaftet und damit die Globalisierung wieder auf den Stand der 1980er-Jahre zurück schraubt. Trifft- nebst Trump- noch ein schwerer, externer Schock hinzu, ein regionaler Weltkrieg zum Beispiel, dann werden die Karten eh‘ neu gemischt.

  • groeg sagt:

    Zur Teuerung kann nur gesagt werden dass die meisten Währungen, also Franken, US Dollar usw. 95% ihrer Kaufkraft verloren haben seit ca. WK II.Das ist so und es ist überprüfbar Herr Rothacher.Teuerung ist lächerlich, wie Sie es nennen, es ist eher „kriminell“.

  • Der grosse Allwissende sagt:

    Zuerst sollte man genau definieren, welche Produkte und Dienstleistungen zur Berechnung der Inflation genau herangezogen werden. Der Warenkorb ist hier ungeeignet und gauckelt der grossen Masse etwas vor. Spaghetti-Servelat-Apfel-Eierkorb wäre die bessere Bezeichnung. Wir haben seit 10 Jahren bereits eine Hyperinflation, würden die Immo-Preise mit einbezogen, jedoch ohne die gewünschte Wirkung, nämlich den lang ersehnten Zinsanstieg. Es wird keinen solchen geben in den nächsten 5-10 Jahren. Schreibt es Euch an eure Pinwand. Wieso? Der Spread zwischen langfristigen und kurzfristigen Zinsen ist dramatisch eingebrochen, will heissen, auf die USA wartet bereits die Rezession. Und bis wir dran wären mit einer Zinsteigerung kannst warten bis zum St.Nimmerleinstag. Japan wartet bereits 20 Jahre !

  • groeg sagt:

    Maurer hat recht, wenn er den massiven Abbau des „*Hedge Fonds“ SNB verlangt.Die Herren dort sollten sich seine Kritik zu Herzen nehmen.Der grosse „Chlapf“ kann ja immer noch kommen bei der schon irren Verschuldung aller Länder, auch der Schweiz. Die Möglkichkeit die erste Hypothek lebenslang weiter zu führen gibt es nur hierlUeber die Gründe, die tieferen, möchte ich gern die Meinung von Herrn Spieler kennen lernen.Ich habe das Problem studiert und verglichen mit dem Ausland.Wir wurden gezielt zu Schuldenweltmeistern erzogen.Mit Absicht.

  • Claude Fontana sagt:

    Ueli Maurer soll unseren Beitritt zum IWF rückgängig machen, dann gibts auch keine Inflation. Es sind deren Zinsen und bedingungen, welche der Welt den Stempel aufdrücken und den zwang aufrechterhalten. Die welt muss wieder zum realwert zurückkehren, ansonsten kann es nur in der 10x verschuldung von dem enden, mit dem Banken transaktionieren.

  • Karlheinz sagt:

    By the way: Ueli sollte sich an die Realität halten.
    Seit 2007 darf man die Inflationssteuerung via „Geldmengesteuerung“ ad acta legen, weil sich schlicht falsch ist. Das sollte sich auch der Autor merken.

    Das einzige was richtig ist, dass man Zeit „gekauft“ hat, um das Grosskapital zu retten und die Armen (Mittelstand) noch mehr auszuquetschen.

    Letztlich ist das Zinsgeldsystem am Ende und erfordert einen RESET, nur, niemand getraut sich das laut auszusprechen. Warten wir also gebannt auf den SCHWARZEN SCHWAN.

Kommentar

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