Wo Kleinanleger günstig traden können

Kleinvieh macht auch Mist: Wer gerne kleine Beträge investiert, sollte auf die Gebühren achten. Foto: iStock

Ich bin eine kleine Traderin. Die Höchstbeträge, mit denen ich handle, sind 20’000 bis 25’000 Franken höchstens. Die Courtagegebühren meiner beiden Banken Raiffeisen und Clientis sind für mich zu hoch. Darum überlege ich mir, ein Tradingkonto bei Cash zu eröffnen. Könnten Sie mir bitte sagen, ob dies seriös ist, denn ich will nicht riskieren, alles zu verlieren. J.B.

Bei Cash können Sie ein Wertschriftendepot eröffnen und zahlen bei dieser Plattform lediglich 29 Franken Courtage pro Transaktion.

Anders als bei vielen anderen Plattformen ist diese Gebühr nicht abhängig von der Höhe des Transaktionsvolumens. Ob Sie nur ganz wenige Aktien kaufen oder viele, spielt in diesem Fall keine Rolle: Sie bezahlen pro Transaktion fix 29 Franken.

Dazu kommen mögliche Fremdgebühren. Allerdings ist Cash ja keine Bank. Darum müssen Sie das eigentliche Bankkonto und Depot bei der Partnerbank von Cash, bei der Bank Zweiplus, eröffnen. Besondere Risiken sehe ich für Sie nicht: Die Bank Zweiplus untersteht wie alle in der Schweiz tätigen Bankinstitute der Einlagensicherung Esisuisse.

Wie bei allen anderen Banken hierzulande unterstehen Ihre liquiden Mittel dem gesetzlichen Einlagenschutz von maximal 100’000 Franken je Kunde. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, sollten Sie somit nicht mehr als 100’000 Franken in Form von liquiden Mitteln auf dem Konto parkieren.

Doch das macht auch renditemässig keinen Sinn, da Ihr Geld sonst brach liegen würde, und Sie wollen es ja investieren, wie Sie schreiben. Wertpapiere bleiben selbst bei einem Bankzusammenbruch immer im Besitz der Kunden.

Eine mögliche Alternative zu Cash und ihrer Partnerbank Zweiplus ist Swissquote. Der grösste Onlinebörsenbroker der Schweiz, welcher selbst als Unternehmen an der Schweizer Börse kotiert ist, hat aber ein anderes System: Hier bezahlen Sie beim Onlinetrading für Transaktionsbeträge bis zu 500 Franken lediglich 9 Franken pro Transaktion, bei Beträgen zwischen 500 und 2000 Franken sind es 20 Franken, zwischen 2000 und 10’000 Franken 30 Franken und zwischen 10’000 und 15’000 Franken 55 Franken. Bei höheren Transaktionsbeträgen steigen die Courtagen weiter bis maximal 190 Franken bei Volumen von über 50’000 Franken je Transaktion.

Die Swissquote hat selber eine Banklizenz – ist also nicht nur Broker, sondern auch selbst eine Bank und untersteht somit ebenfalls der gesetzlichen Einlagensicherung. Falls Sie mehrheitlich mit sehr kleinen Beträgen bis zu 2000 Franken traden, fahren Sie mit Swissquote somit noch günstiger als mit Cash und Bank Zweiplus.

Tiefe Courtagen bieten beispielsweise auch die Saxo Bank, Postfinance oder Degiro. Letztere ist keine Bank, sondern nur ein Broker. Hier beträgt die tiefste Courtage bei kleinen Transaktionen lediglich 5.40 Franken, steigt dann je nach Transaktionsvolumen aber ebenfalls an.

Punkto Gebühren ist Degiro besonders günstig, hat aber aus meiner Sicht den Nachteil, dass das ausländische Unternehmen nicht von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma überwacht wird, sondern der Finanzaufsicht der Zentralbank der Niederlande (De Nederlandsche Bank, DNB) untersteht. Da Degiro keine Bank ist, werden die von den Kunden gehaltenen Wertschriften auf einem Anlagekonto bei einer gesonderten Verwahrstelle geführt.