3. Säule: Die Anlagedauer macht den Unterschied

Langfristige Anlage mit Steuerersparnis: Die 3. Säule lohnt sich auch im jetzigen Tiefzinsumfeld. Foto: Getty Images

Die höheren Zinsen in der 3. Säule sind auch nicht viel höher, als wenn ich mein Geld sonst auf dem Bankkonto lasse. Lohnt sich die 3. Säule? K. O.

Es stimmt, dass die Zinsen derzeit auch auf dem 3.-Säule-Geld sehr bescheiden sind. Doch das muss nicht immer so bleiben. Die 3. Säule ist eine langfristige Entscheidung: Wenn Sie im Rahmen der steuerbegünstigten Säule 3a sparen, legen Sie Geld mit einem Anlagehorizont von vielleicht zwanzig bis dreissig Jahren auf die hohe Kante.

Momentan sind die Zinsen noch tief. Aber wer weiss, vielleicht sieht die Zinslandschaft in fünf oder zehn Jahren schon wieder ganz anders aus. Vielleicht bekommen Sie dann wieder, wie früher, wesentlich mehr Zins auf Ihrem 3.-Säule-Sparbatzen. Allerdings wäre dann auch die Inflation deutlich höher als heute.

Doch selbst eine sehr geringe Zinsdifferenz macht auf lange Sicht schon einiges aus. Würden Sie während zwanzig Jahren jedes Jahr 6000 Franken in die 3. Säule einzahlen und hätten auf dem 3.-Säule-Konto einen Zins von 0,2 Prozent, wie es derzeit zum Beispiel die UBS zahlt, dann hätten Sie nach den zwanzig Jahren mit Zins und Zinseszins immerhin 122’552.20 Franken auf der Seite. Bei einem geringeren Zins von nur 0,1 Prozent wären es aber nur 121’268 Franken. Also immerhin fast 1300 Franken weniger.

Momentan sind wir aber in einer Phase mit historisch tiefen Zinsen. In der Praxis dürften Sie über eine so lange Phase wohl einen höheren Durchschnittszins erreichen. Erst recht mehr Rendite erzielen könnten Sie, wenn Sie das 3.-Säule-Geld in kostengünstige Vorsorgefonds investieren würden. Hier sind Sie zwar stärkeren Kursschwankungen ausgesetzt. Auf eine lange Frist von zehn, zwanzig oder dreissig Jahren, während denen das Vorsorgegeld liegen bleibt, gleichen sich diese Kursausschläge in der Regel wieder aus.

Darum empfehle ich, das 3.-Säule-Geld möglichst nicht auf dem Konto mit mickrigen Zinsen zu parkieren, sondern es in günstige Vorsorgefonds mit je nach Ihrem Risikoprofil angepasstem Aktienanteil anzulegen.

Zusätzlich zum Zins auf dem 3.-Säule-Kapital gilt es den Steuerspareffekt zu berücksichtigen. Da Sie die Einzahlungen in die 3. Säule in Ihrer Steuererklärung zum Abzug bringen dürfen, können Sie über die Jahre einiges an Steuern einsparen. Zwar wird das 3.-Säule-Kapital beim Bezug auch besteuert – dann aber zu einem reduzierten Satz, getrennt vom übrigen Einkommen, sodass unter dem Strich eine beträchtliche Steuerersparnis resultiert.

8 Kommentare zu «3. Säule: Die Anlagedauer macht den Unterschied»

  • Jessas Neiau sagt:

    Es ist doch äusserst fraglich ob sich 0,2 Prozent Zins wirklich lohnen. Natürlich kann man damit tatsächlich eine Zahl von 2’552.20 Franken Zins ausrechnen. In 100 Jahren wäre es noch deutlich mehr. Ganz toll. Was Herr Spieler absolut nicht berücksichtigt ist, dass man dafür innert 20 Jahren erstmal 120’000 Franken der eigenen verfügung entzieht, dass einen der Staat bei der Verwendung bevormundet, dass man dem Risiko einer Bankenpleite jederzeit ausgesetzt ist (klar: Bankengarantie – selten so gelacht), und was ist eigentlich mit der Inflation? Die gibt’s ja gar nicht. 0.2% Zins sind und bleiben absolut lächerlich und jeder mit etwas Grips weiss mit 120’000 Franken besseres anzufangen, als sie für einen solches Zinssatz vor seinem eigenen Zugriff zu sperren.

    • Stefan sagt:

      Bei jeder Einzahlung gibt’s einen “Initialgewinn” von 10-25% je nach Grenzsteuersatz, und bei einem indexierten Fonds mit 45% Aktien sollte die langfristige Rendite deutlich höher sein. Fonds sind zudem Sondervermögen, und gehören beim Konkurs meiner Depotbank immer noch mir. Ich würde es wieder machen.

    • Ja Doch sagt:

      @Jessas Neiau:
      1. Sie entziehen nicht 120’000 Franken 20 Jahre lang Ihrer eigenen Verfügung. Im 1. Jahr sind es im obigen Beispiel erst 6’000, im 2. 12‘000 usw.
      2. Der Staat bevormundet Sie dabei überhaupt nicht. Sie bezahlen für dieses Geld die ganze Zeit weder Einkommens- noch Vermögenssteuern. Nachdem Sie nach dem Bezug die einmaligen Steuern bezahlt haben (unabhängig vom übrigen Einkommen), können Sie damit machen, was Sie wollen.
      3. Vor einer Bankenpleite schützen Sie sich, indem Sie diesen Batzen wie oben erwähnt in Wertschriften anlegen. Die gehören auch nach der Pleite Ihrer Bank ausschliesslich Ihnen.

    • Thomas der Sparer sagt:

      Dies ist doch bloss eine ‚biliige Ausrede‘ um das Geld zu KONSUMIEREN! Wir sind alle ‚Konsumjunkies‘ und haben eine Tendenz uns dies schönzureden …
      Lieber Jessas Neiau, machen Sie das ruhig und konsumieren heute und sparen nicht, aber wahrscheinlich wird die Gesellschaft Leute wie Sie in ein paar Jahren dann unterstützen müssen, da Sie im Alter dann kein Geld haben und JAMMERN!

  • Renata Rubina Rolischo sagt:

    Wenn mir die Steuererklärung aus den eingezahlten 6’600.- gut 5’000.- im Portemonnaie macht (je nach persönlicher Situation kann auch 4’000.- oder 6’200.- einzusetzen sein), dann weiss ich hingegen sehr genau, warum ich das Geld bis zur nächsten Renovation dem eigenen Zugriff „entziehe“…

  • Der grosse Allwissende sagt:

    Banker und Anlageberater sprechen gern vom langen Anlagehorizont, dabei geht gern vergessen, dass so mancher Zeitgenosse diesen Horizont nie erlebt, bzw der verantwortliche Berater entweder pensioniert oder sich zuvor aus dem Staub gemacht hat !!!

  • Realist sagt:

    Würde die Bank ihr eigenes Geld zu diesem Zinssatz „investieren“?
    Würden reiche Menschen einen wesentlichen Teil ihres Vermögens zu diesem Zinssatz „investieren“?
    Ist schon mal einer reich geworden bei Investments zu diesem Zinssatz?

    Wenn Ja ist es vernünftig sein Geld zu diesem Zihnssatz zu „investieren“. Ansonsten ist es nur für Immobilienbesitzer zwecks Amortisation oder Renovation sinnvoll.

    P.S. Es wird immer erwähnt das man 10-25% des Betrags an Steuern spart. Ist etwas unehrlich, da man dieses Geld in Zukunft zu einem jetzt noch nicht bekannten Steuersatz versteuern muss. Inklusive der Zinsen.

    • Stefan sagt:

      Korrekt, das mit den Steuern beim Bezug. Hab’s mal für ein Konto mit 200’000 gerechnet, und würde heute für mich (Wohnort, Zivilstand, Kirche) knapp über 5% ausmachen. Dem stehen dann aber Vermögens- und Einkommenssteuer auf Kapitalerträgen gegenüber, die ich für die 3. Säule die ganzen Jahre nicht zahle. Würde sich wohl in etwa aufheben. Ich find’s weiterhin eine vorteilhafte Sache.

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