So schützen Sie Erspartes vor einem Crash

Kein Grund zur Sorge: Trotz viel Medienpräsenz ist die Raiffeisen-Gruppe gut aufgestellt. Foto: Keystone

Ich habe mein Pensionskassengeld bei Raiffeisen parkiert. Nun mache ich mir Sorgen um mein Geld. Wie ist es gesichert? Soll ich das Geld auf andere Banken verteilen?  F. S.

Aufgrund Ihrer Angaben gehe ich davon aus, dass Sie Ihr Pensionskassenkapital auf einem Freizügigkeitskonto bei einer Raiffeisenbank deponiert haben. Sollte der wenig wahrscheinliche Fall eintreten und das Institut in Schräglage geraten, wäre in der Tat nur ein Teil Ihres Freizügigkeitskapitals gesichert.

Einlagen auf dem Freizügigkeitskonto einer Bank sind bei einem Bankkonkurs zwar privilegiert und diese Privilegierung gilt unabhängig von möglichen übrigen Einlagen von Ihnen bei der gleichen Bank, was auf den ersten Blick beruhigend klingt. Tatsache ist aber, dass nur Einlagen auf dem Freizügigkeitskonto bis zum Betrag von maximal 100’000 Franken unter das Konkursprivileg fallen.

Falls Sie bei der gleichen Bank auch noch ein 3.-Säule-Konto hätten, wäre der darauf deponierte Betrag ebenfalls im Maximalbetrag von 100’000 Franken, der dem Konkursprivileg untersteht, enthalten.

In der Praxis ist es so, dass viele Leute deutlich mehr Geld auf dem Freizügigkeitskonto haben als nur die maximal gesicherten 100’000 Franken – erst recht, wenn auch noch die 3. Säule dazukommt. Leider können Sie das Freizügigkeitskonto aber nur in dem Moment splitten, wenn es die Pensionskasse auszahlt. Wenn das gesamte Kapital bereits auf einem Freizügigkeitskonto einer Bank liegt, können Sie nicht einfach einzelne Beträge auf andere Banken verteilen.

Möglich wäre aber, dass Sie das gesamte Kapital in die Vorsorgestiftung einer anderen Bank einbringen. Doch bei dieser tragen Sie das gleiche Risiko – ausser, wenn Sie eine Kantonalbank mit voller Staatsgarantie wählen.

Geschützt wäre Ihr Kapital auch, wenn Sie das Geld nicht einfach auf dem Konto parkiert haben, sondern es in spezielle Vorsorgefonds investiert haben. Denn selbst im Konkursfall einer Bank bleiben Wertschriften wie Fonds, Aktien oder Anleihen im Besitz der Kundinnen und Kunden.

Obwohl Raiffeisen derzeit häufig kritisch in den Medien ist, besteht meines Erachtens kein Anlass, dass Sie einen Bankkonkurs fürchten müssen. Solche Ängste sind stark übertrieben. Operativ ist die Raiffeisen-Gruppe sehr gut unterwegs, wie die Jahreszahlen 2017 zeigten. Falls einmal eine einzelne Genossenschaft in eine Krise geraten würde, käme dieser die Raiffeisen-Gruppe zu Hilfe.

Unabhängig davon erachte ich generell den Schutz von Freizügigkeitsgeldern sowie 3.-Säule-Gelder durch das Konkursprivileg der Einlagensicherung für zu gering. Sollte es tatsächlich einmal bei einer Bank in der Schweiz zu einem Zusammenbruch kommen, müssten einige mit einem Verlust eines Teils Ihres Vorsorgegelds rechnen.

Darum empfehle ich, bei einer Auszahlung des Pensionskassengelds durch die Pensionskasse, das Kapital auf zwei verschiedene Vorsorgestiftungen bei Banken oder Versicherungen zu überweisen, was bei der späteren Auszahlung auch Steuervorteile bringt.

Ausserdem sollte man das Freizügigkeitskonto und 3.-Säule-Konten nicht bei der gleichen Bank haben und generell nicht zu viel liquide Mittel, welche den Betrag von 100’000 Franken überschreiten, nur bei einem Institut parkieren. Diversifikation lohnt sich auch da.