Swiss-Re-Aktie hat gute Rendite in Aussicht

Solider Blue-Chip: Die Swiss Re lockt mit einer Dividendenrendite von rund fünf Prozent. Foto: Keystone

Ich habe gelesen, dass die japanische Softbank gedenkt, bei der Swiss Re einzusteigen. Wird die Swiss Re wegen dieses Engagements leiden oder profitieren? Kaufen oder verkaufen? R.Z.

Die Aktien der Swiss Re sind aus meiner Sicht attraktiv.

  • Erstens haben sich die Papiere im letzten Jahr enttäuschend entwickelt und sind nicht so teuer wie die meisten anderen Schweizer Blue-Chips. Erst im laufenden Jahr haben die Swiss-Re-Titel zur längst fälligen Erholung angesetzt, sind aber noch immer nicht teuer.
  • Zweitens stufe ich Swiss Re als operativ soliden Konzern mit positiven Zukunftsperspektiven ein. Zwar hat der Rückversicherer 2017 einen Gewinneinbruch erlitten, was aber nach den enormen Katastrophenschäden im vergangenen Jahr nicht verwunderte. Immerhin gab es keine roten Zahlen, sondern einen Gewinn von 331 Millionen Dollar. Der Umgang mit Katastrophen gehört zum Kerngeschäft der Swiss Re, und das Unternehmen kann die milliardenteuren Schäden mit seinem robusten Kapitalpolster problemlos decken.

Die Katastrophen des letzten Jahres haben für die Swiss Re aber auch eine erfreuliche Seite. Es gibt Signale, dass die Prämien für die Versicherung solcher Ereignisse nach einem jahrelangen rückläufigen Trend wieder anziehen. Davon würde die Swiss Re profitieren. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit klein, dass es in diesem Jahr wieder zu derart vielen Katastrophen in Ländern kommt, welche zu den Kernmärkten der Swiss Re gehören. Daher erwarte ich in diesem Jahr eine Gewinnerholung.

  • Drittens stufe ich den von Ihnen angesprochenen möglichen Einstieg der japanischen Softbank für die Swiss Re positiv ein. Der japanische Konzern besitzt heute schon grosse Beteiligungen an vielversprechenden Technologiefirmen auf der ganzen Welt. Offenbar möchte Softbank eine Beteiligung von bis zu 30 Prozent an der Swiss Re halten.

Softbank ist in den Bereichen Mobilfunk, Chipfertigung, Mitfahrdienste und Onlinehandel aktiv. Zwar sind Synergien nicht auf den ersten Blick offensichtlich. Vorteile könnte die Beteiligung aber im Bereich der gemeinsamen Datennutzung bringen. Nachteile sehe ich aus der möglichen Beteiligung nicht, zumal die Ausgabe von neuem Kapital zur Beteiligung von Softbank von der Swiss Re ausdrücklich ausgeschlossen wurde. Damit ist keine Gewinnverwässerung zu befürchten, was die Aktie belasten würde. Auf jeden Fall hat das Interesse der japanischen Softbank die Swiss-Re-Aktien aus dem Dornröschenschlaf geholt.

  • Viertens spricht auch die hohe Dividendenrendite für die Aktien der Swiss Re. Trotz des Gewinnrückgangs wird sie die Dividende erhöhen. Die Dividende 2017 steigt um 15 Rappen auf 5 Franken, was einer stolzen Dividendenrendite von rund fünf Prozent entspricht. Von einer solch hohen Rendite kann man bei Frankenanleihen nur träumen.
  • Und fünftens sorgt auch das angekündigte neue Aktienrückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde Franken für Optimismus.

Aus meiner Sicht haben die Swiss-Re-Aktien aus den genannten fünf Gründen selbst nach dem Anstieg im laufenden Jahr weiteres Kurspotenzial. Wie bei jeder Aktie müssen Sie aber auch bei diesen Papieren jederzeit mit starken Schwankungen und Rückschlägen rechnen.

 

12 Kommentare zu «Swiss-Re-Aktie hat gute Rendite in Aussicht»

  • Leopold Guggenheim sagt:

    [die japanische Softbank gedenkt, bei der Swiss Re einzusteigen.] alleine diese Indikation bereits sollte ein jeden investor zur absoluten Vorsicht mahnen. meine projektionen zeigen eindeutig dass die Swiss-re Aktien jetzt künstlich Aufgeblasen wird, Japan leidet seit Jahren unter erdrückende Defizieten, der Kollaps, (innerhalb die nächste 8 – 16 Mnt) wird in Japan in bewegung gesetzt werden, entweder dies oder aber die Leitwährung Dollar Kollabiert vorher und denn gehts von die US aus, der kollaps ist unanbwendbar, Cyclische gestzten lassen sich nun mal nicht aushebeln!!

    • Pjotr Müller sagt:

      Wann lernen Kommentarschreiber, dass die Fehlerquote das Vertrauen in deren Kompetenz arg untergräbt? Wer von «Defizieten» schreibt, kann kein Finanzfachmann sein.

      • Leopold Guggenheim sagt:

        Herr Müller wieder einmal muss ich ihnen darauf hinweissen das deutsch für mich eine fremdsprache ist, wenn sie zur artikjel keine fundierte inhaltlich relevante konstruktive beitrage liefern können, muss ich ihnen folgendes fragen: in wieviele sprache können sie sich zur thema relevant, eloquent, und einigermasse kohärent ausdrucken?? und wenn wir schon beim Konzepz kompetenz sind, wer hat sie zur korigierende faktor der nation erkoren??und welche kompetenzen haben sie den vorzuweissen?? schaumschläger sind unerwünscht und ehrlich gesagt bedeutungslos…meinen gramatische fähigkeiten (or lack there off…) sagen null und nichts aus über meine einsichten und kenntnisse der finanzindustrie, was ist ihre entschuldigung??

      • Hans Schmid sagt:

        @Pjotr Müller, können Sie inhaltlich näher ausführen, was Sie zu diesem Urteil berechtigt. Denn offenbar sind Sie der Auffassung, zum Sachverhalt besseres zu wissen.

      • Pjotr Müller sagt:

        Es ist kein Makel, eine Sprache nicht zu beherrschen.
        Aber Sie hätten trotzdem zwei Möglichkeiten:
        1. Sie kommentieren nur Artikel in Ihrer Sprache.
        2. Sie verwenden ein Korrekturprogramm.
        Ihre Frage, in welchen Sprachen ich mich verständlich ausdrücken könnte, erübrigt sich, weil es mir nicht in den Sinn kommt, französische, italienische oder englische Artikel mit meinen Kommentaren zu beglücken. Wenn ich trotzdem einmal in einer dieser Sprachen kommunizieren muss, verwende ich ein entsprechendes Korrekturprogramm.
        Leisten Sie sich doch den Spass, unseren Dialog in ein Word-Dokument zu kopieren und die Rechtschreibprüfung auf deutsch umzustellen.
        Es tut mir aber leid, von Ihrem Namen her auf die deutsche Muttersprache geschlossen zu haben, obwohl es ziemlich naheliegend war.

    • Hans Schmid sagt:

      @Leopold Guggenheim, well done! Iinsbesondere auf den Finanzmärkten, die ja eigentlich der Inbegriff ökonomischer Effizienz sein sollen, hat sich ein systemwidriges Element eingeschlichen, welches genau diesen Stabilitätsmechanismus von innen her aushöhlt. Der Glaube daran, dass es gegen die Zukunftsrisiken eine Versicherung gibt, die es ermöglicht, die Konsequenzen der eigenen Investitionsentscheidungen nicht vertreten zu müssen, frisst sich wie ein zerstörerisches Feuer durch die Kreditbeziehungen der Welt. Denn ohne die vielfältigen Garantien, welche die Staaten an die Stelle der wertlos gewordenen Garantien privater Finanzinstitute gesetzt haben, wären schon etliche monetären Sicherheitsversprecher in die Lage gekommen zugeben zu müssen, daß ihre Versprechungen nicht das Papier wert

      • Hans Schmid sagt:

        sind, auf dem es mal in gutem Glauben geschrieben wurde. Was bedeutet das? Wir sind in einer Wirtschaftskultur gelandet, in der jeder, der über liquides Geldvermögen verfügt suggeriert bekommt, dass er einen Anspruch auf einen sicheren Ertrag hätte. Ein Schwindel in der der Grossteil der Alters „vorsorge“ der SCHWEIZER gebündelt ist.

    • Hans Schmid sagt:

      @Leopold Guggenheim, ich habe 5 Jahre in Japan gearbeitet. In Japan wurde den Bürgern jetzt über nahezu drei Jahrzehnte immer der ultra – niedrige Nominalzins der Bank von Japan vorgehalten, während die Deflation nur an den Börsenkursen und Immobilienpreisen zu erkennen war. Real betrachtet ist die Wirtschaftsflaute in Japan seit der um das Jahr 1990 von den USA erzwungenen Aufwertung des Jen – mit der Folge der Deflation der Vermögenswerte – kein Rätsel, sondern das Ergebnis real völlig überhöhter Zinsen! Wer 1997 entsprechend in Anleihen investierte und das Investment durchgehalten hat, besitzt heute hohe Kursgewinne auf den Anleihen mit noch 10 Jahren Restlaufzeit.

    • Hans Schmid sagt:

      @Pjotr Müller, Sie haben die sprachliche Kompetenz des Herrn@Leopold Guggenheim angezweifelt und durch die Hintertür seine fachliche Seriosität abgesprochen. Sie selbst haben keine fachliche Argumente vorgebracht.

  • Maximilian Gerber sagt:

    „Zudem ist die Wahrscheinlichkeit klein, dass es in diesem Jahr wieder zu derart vielen Katastrophen […] kommt, …“. Lieber Herr Spieler, die Wahrscheinlichkeit, dass es in diesem Jahr wieder zu einer vergleichbaren Katastrophe kommt, wie letztes Jahr, ist genau so gross wie letztes Jahr.
    Sie scheinen auch einer der Spieler zu sein, der im Casino nach 10x Rot hintereinander Schwarz für einen todsicheren Tipp hält.

    PS: Wenn man sich die Erderwärmung und deren Konsequenzen vor Augen hält, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es in 2018wieder zu einer Katastrophe wie in 2017 kommt, sogar noch höher als letztes Jahr.

    PPS: Im Casino gewinnt die Bank so gut wie immer, in der Rückversicherung gewinnt der Rückversicherer leider nicht immer.

  • Ch. Wäfler sagt:

    Das würde ich so nicht bestätigen.

    Mit einer zeitlichen Verzögerung sollte auch ein Rückversicherer Jahre mit vielen Katastrophen / Schäden mittels neuen, höheren Prämien ausgleichen und auch einen entsprechenden Gewinn erzielen können.
    Apropos Gewinn, trotz des «Katastrophen – Jahres» konnte die SR noch einen stattlichen Gewinn von über 330 Mio. ausweisen. Ev. gewinnt die Bank ähh Rückversicherer doch immer!

  • Anh Toàn sagt:

    „Erstens haben sich die Papiere im letzten Jahr enttäuschend entwickelt und sind nicht so teuer wie die meisten anderen Schweizer Blue-Chips. “

    Warum ist die Aktie noch immer so billig? Wohl richtiger: Warum sehen die so billig aus, wie hier beschrieben? Was sieht der Markt, was hier nicht gesehen wird?

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.