Roche macht es spannend

Roche-Labor: Der Konzern hofft stark auf das Krebsmedikament Tecentriq. Foto: Christopher Gmünder

Der Pharma- und Diagnostikkonzern Roche hat keinen guten Zeitpunkt erwischt. Anfang Februar , nur einen Tag bevor die globale Korrektur an den Aktienmärkten begann, hat das Management die Anleger auf ein schwächeres ­Geschäftsjahr 2018 eingestimmt. Die Bilanz seit Jahresbeginn an der Börse fällt ernüchternd aus, die ­Genussscheine haben fast zwei Drittel mehr verloren als der Swiss Market Index (SMI), und Roche-Titel sind einer der grössten Verlierer unter den grosskapitali­sierten Werten. Ganz anders präsentiert sich die Lage aber, wenn ich mir nur den Februar ansehe. ­Roche-Papiere haben seit Anfang Februar nur rund 5 Prozent ver­loren, der SMI dagegen fast 7 Prozent. Zumindest ansatzweise sind die Titel ihrem defensiven Charakter gerecht geworden. Spannend wird sein, wie es in diesem Jahr weitergeht. Noch fehlen wichtige Details gerade zum Medikament Tecentriq, auf das der Konzern in der Krebsimmun­therapie stark hofft. Roche hinkt den US-Konkurrenten wie Merck & Co. oder Bristol-Myers Squibb derzeit hinterher. Der Umsatzdruck durch biomedizinische Nachahmerprodukte sollte aber abklingen. Wer in einem aktuell schwierigen Gesamtmarkt an einen Einstieg denkt, kann: Dosiert kaufen

Drei Medikamente stehen im Fokus

Kein grosser Tanker wie Roche, eher ein schnelles Motorboot ist Vifor Pharma. Die Aktien sind selbst für 2020 noch zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25 bewertet. Das ist ein stolzer Preis. Dennoch bieten die Titel des Unternehmens mit Fokus auf Nierenleiden und kardiorenale Krankheiten Chancen. Die Konsensschätzungen sind derzeit eher konservativ. Drei Medikamente stehen im Fokus. Beim Epo-Präparat Mircera ist die Spitze beim Umsatz durch Partner Fresenius Medical Care zwar erreicht. Der Dialyse-Center- Anbieter vertreibt das Präparat bislang exklusiv in seinen Praxen. Nun will Vifor das Mittel jedoch auch anderen Anbietern verkaufen. Beim Eisenmangel-Wirkstoff Ferinject will die Gesellschaft das Bewusstsein bei den Ärzten erhöhen und so den Erlös weiter steigern, das Gleiche gilt für Veltassa, das Mittel gegen Kaliumüberschuss im Blut. Vifor verfügt bereits über starke Partnerschaften und viel Know-how. Hinzu kommt, dass Aktionäre auf ein zweites Szenario spekulieren können. Bei den grossen Pharmakonzernen stehen zunehmend Unternehmen auf der Kaufliste, die sie auf einen Schlag zur Nummer eins in einem Spezialgebiet machen. Vifor Pharma wäre ein solches Unternehmen. Kaufen

Samsung kannibalisiert sich selbst

Bleiben wir beim Thema Telefonieren. Früher war manches einfacher: Stellte Samsung ein neues Flaggschiff-Smartphone vor, profitierte davon die Aktie. Vergangene Woche hat der südkoreanische Konzern wieder ein neues Highend-Gerät gezeigt, das Galaxy S9. Hübsch, keine Frage, toll ausgestattet – und doch wird es für die Samsung-Papiere dieses Mal keinen Durchmarsch geben. Zu gering sind die Unterschiede zum Vorgänger – schlimmer noch: Das S8 von vergangenem Jahr wird es nun wohl günstiger geben als Galaxy-Einstiegsgerät. Damit kannibalisiert Samsung sich selbst. Viele werden zum S8 greifen, das fast die Hälfte des S9 kostet, aber dasselbe kann. Die anderen Samsung-Bereiche werden kaum kompensieren: Der Chipzyklus nähert sich dem Ende; das Display-Geschäft leidet unter schwachen Verkäufen von Apple-Smartphones, für die Samsung Teile liefert. Für Mutige spricht einzig, dass Samsung-Papiere seit ihrem Hoch vergangenen November bereits ein Fünftel verloren haben. Wem das zu heikel ist, für den gilt: Abwarten

Kunden von der Konkurrenz

Selbstbewusst ist Sunrise derzeit unterwegs. Noch nie seit dem Börsengang im Jahr 2015 sei der Telecomkonzern so gut unterwegs gewesen wie jetzt, sagte Olaf Swantee, Chef der ewigen Nummer zwei im Schweizer Markt, als er vergangene Woche die Zahlen für 2017 präsentierte. Sich neben der übermächtigen Swisscom zu behaupten, ist in der Tat nicht einfach. Der Markt ist gesättigt und der Wettbewerb intensiv. Swantee und sein Team machen aber einen guten Job und können Kunden von der Konkurrenz abwerben. Das führt zu ansehnlichen Cashflows und einer Dividende, die bis 2020 erhöht werden soll. Als Rendite für das Jahr 2018 winken 4,7 Prozent. Jetzt kommen zwar hohe Investitionen auf das Unternehmen zu, vor allem für einen besseren Zugang zu schnellen Glasfaserleitungen und Ausgaben für neue Mobilfunkfrequenzen. Mittlerweile ist Sunrise finanziell aber solide genug unterwegs, um diese zu stemmen und gleichzeitig eine steigende Dividende zu garantieren. Kaufen

Margen sind stark gestiegen

Auch die Aktien von Goldminenunternehmen stehen derzeit nicht gerade hoch in der Anlegergunst. Der New Yorker Arca Gold Miners Index, auch Gold Bugs Index genannt, umfasst die wichtigsten Minenbetreiber und musste 2018 einen Verlust von rund 10 Prozent einstecken. Und dies, obwohl sich der Goldpreis kaum bewegt hat. Bereits seit einiger Zeit bleiben die Aktien der Förderer hinter dem Goldpreis zurück. Während Gold seit Januar 2017 fast 13 Prozent zugelegt hat, haben die Förderer 5 Prozent an Wert verloren. Die Schere hat sich mittlerweile dermassen geöffnet, dass Goldminenaktien attraktiv erscheinen. Zudem haben die Unternehmen in den vergangenen Jahren kräftig auf die Kostenbremse gedrückt und Schulden abgebaut. Die Margen sind kräftig gestiegen, die Cashflows haben sich erholt. Ebenfalls optimistisch stimmt, dass sich jüngst viele Insider unter den Käufern von Goldaktien befanden. Dosiert kaufen

 

 

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