Mit gutem Riecher Givaudan zukaufen

Givaudan: Der Aromahersteller trumpft mit langer Liste von Qualitäten auf. Foto: Reto Oeschger

Wohlgeschmack und Wohlgerüche sind verführerisch. Dasselbe gilt aus Anlegersicht für die Hersteller von Aromen und Riechstoffen. In der Schweiz können wir stolz sein, die beiden Weltmarktführer im Land zu wissen: die kotierte Givaudan und die private Firmenich. Givaudan-Aktien lassen einen gut schlafen. Sie haben defensiven Charakter und zeigen ein ansprechendes Wachstum – im Durchschnitt 4 bis 5 Prozent aus eigener Kraft, dazu kommen Akquisitionen. Zudem sind die Margen und der Cashflow hoch, und die Dividendenrendite ist mit knapp 3 Prozent ansprechend. Letztlich überzeugt mich auch die geschickte Investitions- und Übernahmepolitik. Das schafft Vertrauen. Natürlich sind Aktien mit solchen Qualitäten nicht günstig. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27 für 2018 ist aber angemessen und lässt angesichts der guten Perspektiven Raum nach oben. Auch die Prämie – aktuell rund 10 Prozent mehr als Hauptkonkurrent IFF – ist verdient. Dosiert kaufen

Plus 7 Prozent seit Jahresbeginn

Schon zu Jahresbeginn war ich überzeugt, die Aktien des Rückversicherers Swiss Re litten unter einer übertrieben schlechten Stimmung gegen das Unternehmen. Nun führen sie die Liste der 20 Aktien aus dem Swiss Market Index (SMI) als Gewinner mit einem Plus von knapp 7 Prozent seit Jahresbeginn an. Geholfen haben dabei die Spekulationen rund um die japanische Beteiligungsgesellschaft Softbank. Die hat irgendetwas mit Swiss Re vor, primär eine Beteiligung von vielleicht 10 bis 20 Prozent, und will dann irgendeinen Deal einfädeln. Genaues weiss man aber auch nach der Bilanz­medienkonferenz vom Freitag nicht. Dafür aber, dass Swiss Re bis auf weiteres keine Kapitalerhöhung plant und dass die Dividende auf 5 Franken je Aktie erhöht wird. Ich würde aufstocken, die Dividendenrendite von gut 5 Prozent im Niedrigzinsumfeld gern mitnehmen – und abwarten, was Softbank macht. Dosiert kaufen

Belebung des Derivatgeschäfts

Ich stehe dazu, die Kurskorrektur an den Aktienmärkten von Anfang Februar hat mich verunsichert und meine Stimmung getrübt – aber nur kurz. Als Aktienliebhaber habe ich mich deshalb gefragt, welche Unternehmen von hohen Schwankungen an den Kapitalmärkten profitieren. Die Deutsche Börse gehört dazu. Sie betreibt unter anderem die Börse in Frankfurt und die Terminbörse für Finanzderivate Eurex. Letztere ist ihr grösster Geschäftsbereich und marktführend in Europa. Die Rechnung ist einfach: Steigt das Handelsvolumen, verdient das ­Institut mehr, egal in welche Richtung die Märkte tendieren. Dank ihrer Grösse dürfte die Deutsche Börse überdurchschnittlich stark von einer Belebung des Derivatgeschäfts profitieren. Die Analysten der UBS rechnen damit, dass der Umsatz an der Eurex in drei Jahren 40 Prozent steigt und bis dann rund die Hälfte des Umsatzes ausmacht. Zudem ist das Geschäft mit Derivaten sehr profitabel. Damit bieten die Aktien auch in einem unsicheren Umfeld und trotz einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 weiter Potenzial. Kaufen

Geglückte Fusion

Walter Meier heisst seit Anfang Jahr Meier Tobler, hervorgegangen aus der Fusion mit Tobler Haustechnik. Silvan Meier, in dritter Generation des Familienunternehmens Präsident des Verwaltungsrats, ist nicht mehr Mehrheitsaktionär, sondern mit 33,5 Prozent nur noch Nummer zwei – nach der britischen Gesellschaft Wolseley mit 39 Prozent. Er hat in den vergangenen Jahren aus einem Minikonglomerat einen auf Haustechnik konzentrierten Schweizer Grosshändler inklusive Planungs-, Service- und Beratungsangebot gemacht. Der jüngste Schritt dieser Transformation, die Fusion mit ­Tobler, gefällt mir sehr gut. Er wird Synergien freisetzen und den Marktauftritt klar verbessern. Doch das Umfeld spielt nicht mit. Der Neubaumarkt schwächelt, und das wichtige Geschäft mit der Sanierung von Heizungsanlagen springt nicht an. Daher haben die Aktien zuletzt deutlich nachgegeben. Auf aktuellem Kursniveau ergibt die kommende Dividende von 2 Franken je Aktie eine Rendite von mehr als 5 Prozent, und zwar steuerfrei. Doch Vorsicht: Angesichts der angespannten finanziellen Situation und der mässigen Aussichten glaube ich nicht, dass das Niveau der Dividende erneut gehalten werden kann. Denn dann würde die Ausschüttung an der Substanz zehren. Mir ist das Enttäuschungspotenzial zu gross. Meiden

Neue Frequenzen für 5G

Automatisiertes Fahren, virtuelle Realität und intelligente Drohnen – so sieht die digitale Zukunft aus. Dafür braucht es ein schnelles Mobilfunknetz. Nächste Woche werden am Mobile World Congress in Barcelona, dem grössten Branchentreffen, genau solche Anwendungen im Fokus stehen. Aber auch die dafür nötige nächste Mobilfunkgeneration 5G. Neue Mobilfunkfrequenzen für 5G werden 2018 und 2019 in vielen Ländern vergeben, in der Schweiz, aber auch in Deutschland. Die Deutsche ­Telekom und ihre Wettbewerber wollen exzessive Kosten wie bei der UMTS-Frequenzauktion im Jahr 2000 unbedingt vermeiden. Damals betrug die Summe der Höchstgebote – halten Sie sich fest – rund 50 Milliarden Euro. Bleibt diesmal alles im Rahmen, wonach es aussieht, bleibt genug für die Aktionäre. Anleger können im laufenden Jahr mit 5,4 Prozent Rendite rechnen, Tendenz steigend. Über ihre Tochter T-Mobile US, die bei 5G weit fortgeschritten ist, profitiert der deutsche Konzern von Entwicklungen in den USA. Fast zwei Drittel der Analysten empfehlen die Aktien zum Kauf. Auf Basis des Zwölf-Monats-Kursziels haben die Papiere ein Ertragspotenzial von 30 Prozent. Kaufen

 

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