So finden Sie den passenden Fonds

Fragen Sie nach Alternativen: Berater schlagen meist aktiv geführte Fonds vor – weil sie daran besser verdienen. Foto: Shutterstock

Ich habe einen Teil meines 3.-Säule-Kapitals im UBS (CH) Vitainvest -25W U angelegt. Da ich das Geld nach meiner Pensionierung nicht brauche, empfiehlt mir mein UBS-Berater, die Anlage nach Auflösung der dritten Säule im besagten Fonds zu behalten. Die Kauf- bzw. Ausgabekommission von 2 Prozent würde entfallen. Es würde sich für mich nichts ändern ausser, dass  jährliche Depotverwaltungsgebühren von 0,35 Prozent verrechnet werden. Ist das ein guter Deal? J.K.

Der Vitainvest-Fonds 25W der UBS legt das Kapital weltweit in Obligationen, Aktien, Immobilien und Geldmarktinstrumente an. Da sich der Fonds an konservative Investoren richtet, welche nicht zu grosse Risiken und Kursschwankungen eingehen möchten, liegt der Aktienanteil lediglich zwischen zwanzig und dreissig Prozent. Die Aktien, welche in der Regel eine höhere Rendite als Anleihen abwerfen, sollen dazu beitragen, dass auch der Fonds als Ganzes unter dem Strich besser rentiert als reine Obligationenfonds, welche derzeit wegen der rekordtiefen Zinsen nur mickrige Renditen erreichen und für die Anleger nach Gebühren zum Teil sogar ein Minusgeschäft sind.

Verbessert werden die Gewinnchancen bei diesem Fonds auch durch die Tatsache, dass nicht nur in Schweizer Anleihen, sondern in solche weltweit investiert wird. Damit verbunden sind üblicherweise auch erhöhte Währungsrisiken. Doch diese werden bei dem Fonds zum Schweizerfranken in den Segmenten Aktien und Fremdwährungsanleihen abgesichert.

Auch bei den Aktien wird sowohl in Papiere aus der Schweiz als auch aus der ganzen Welt investiert, was die Gewinnmöglichkeiten ebenfalls erhöht. Vor allem erreichen Sie mit dem Fonds trotz vertretbarer Kursschwankungsrisiken eine sehr breite Diversifikation. Trotzdem haben Sie keine Garantie, dass Sie einmal nicht doch auf Buchverlusten sitzen. Darum sollten Sie auch künftig über einen langen Anlagehorizont verfügen.

Aus meiner Sicht wird der Fonds professionell verwaltet. Die Zusammensetzung der Anlageklassen und Diversifikation ist für konservative Investoren mit langfristigem Anlagehorizont sinnvoll. Auch Sie waren in der Vergangenheit mit dem Fonds ja zufrieden, sodass Sie sich überlegen, den Fonds zu behalten, obwohl Sie die 3. Säule im Zuge Ihrer Pensionierung auflösen. Dieser flexible Übergang von einem 3.-Säule-Fonds ins nicht gebundene Depot ist längst nicht bei allen Fonds locker und ohne Zusatzgebühren möglich. Das ist ein Pluspunkt der Vitainvest-Fondsreihe.

Dieser Aspekt wäre für Sie somit ein guter Deal. Den eigentlichen Nachteil des Fonds sehe ich indes bei den Gebühren, welche dem Fonds belastet werden. Der Vitainvest 25 W ist mit einer Total Expense Ratio (TER) von 1,43 Prozent nicht gerade günstig, denn es ist ein aktiv geführter Fonds. Ob dank dem aktiven Fondsmanagement letztlich für Sie eine bessere Rendite resultiert, kann nicht schlüssig beantwortet werden.

Tatsache ist, dass auch mit deutlich günstigeren passiven Fonds oft eine vergleichbare Rendite, teilweise sogar eine bessere erzielt wird. Sie bezahlen beim Fonds somit nicht nur die Depotgebühren wie bei jedem Fonds, sondern zusätzlich 1,43 Prozent, welche direkt an Kosten vom Gewinn des Fonds abgehen. Je geringer die Gebühren eines Fonds, desto mehr bleibt bei gleich erfolgreichem Management für Sie übrig.

Viele Bankberater schlagen solche passiv verwalteten, günstigen Fonds oft nicht von sich aus vor, sondern erst wenn der Kunde danach fragt, weil sie an den aktiv verwalteten Fonds mehr verdienen. Wenn Sie einen möglichst guten Deal für sich suchen, würde ich von Ihrem Anlageberater verlangen, dass er Ihnen einen Alternativvorschlag mit passiv verwalteten Fonds oder Exchange Traded Funds (ETFs) vorlegt, welche ein vergleichbares Risikoprofil aufweisen.

Die UBS hat ebenfalls eine Vielzahl von erfolgreichen passiv verwalteten Fonds. Dann können Sie vergleichen und haben die Chance, dass Sie weniger Gebühren zahlen, dafür aber mehr vom erzielten Gewinn in Ihrer Tasche bleibt.

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