Mehrere Wetten mindern das Klumpenrisiko

Anlegen nach dem Prinzip Pferderennen: Wenn Sie nur auf den Sieger setzen, steigt das Risiko, viel zu verlieren. Foto: Shutterstock

Mein Vermögen beträgt rund 220’000 Franken – davon sind über 100’000 Franken im Swisscanto Portfolio Fund I Balance angelegt. Weitere Anlagen sind zwei Anleihen der Rabobank und Morgan sowie Aktien von Straumann und Roche. Handelt es sich beim Swisscanto-Fonds um ein Klumpenrisiko? K.M.

Ja, Sie gehen gleich in mehrfacher Hinsicht ein Klumpenrisiko ein. Jenes mit dem Swisscanto Portfolio Fund erachte ich noch als das Geringere. Zwar ist es aus meiner Sicht problematisch, wenn man gleich die Hälfte seines Vermögens nur in einen einzelnen Fonds investiert. Denn wenn sich dieser Fonds während einer längeren Phase enttäuschend entwickelt, was trotz professioneller Vermögensverwaltung bei allen Fondsfirmen von Zeit zu Zeit vorkommt, haben Sie Pech gehabt – Ihre Gesamtrendite auf Ihrem Vermögen leidet dann markant darunter.

Besser ist es, mehrere Fonds, welche dem persönlichen Risikoprofil entsprechen, zu nutzen. Ganz nach dem Prinzip: Wenn Sie auf mehrere Rennpferde setzen, haben Sie eine grössere Wahrscheinlichkeit, dass Sie gewinnen.

Abgefedert wird Ihr Klumpenrisiko mit dem Fonds durch die Tatsache, dass der Fonds selbst eine sehr gute Diversifikation bietet. Das so angelegte Geld wird auf verschiedene Anlageklassen und eine Vielzahl unterschiedlicher Wertschriften verteilt und Ihre Risiken sind so geringer.

Weit problematischer finde ich das Klumpenrisiko, welches Sie bei den Einzeltiteln – konkret bei Ihren Anleihen und Aktien – eingehen. Wenn einer der beiden Schuldner, von den Sie eine Obligation besitzen, Konkurs gehen würde – was ich im konkreten Fall allerdings nicht erwarte –, würden Sie eine hohe Summe verlieren. Auch mit Ihren Straumann- und Roche-Aktien setzen Sie sich einem hohen Klumpenrisiko aus. Die Firmen sind aus meiner Sicht zwar interessant und versprechen auch künftig ein gutes Wachstum. Doch auch da kann es mal zu Problemen kommen, und der Kurs würde dann vielleicht längere Zeit durch eine Baisse gehen.

Punkto Risikoverteilung besser wäre es, wenn Sie, statt ganz wenige Einzeltitel zu halten, je einen Anleihenfonds und einen Aktienfonds im Depot hätten. So würden Sie auch bei den Anleihen und bei den Aktien eine breite Diversifikation und damit eine Risikoverminderung erzielen, zumal Sie mir schreiben, dass Sie viel Wert auf Sicherheit legen. Vor allem bei den Aktien halte ich es für riskant, einen höheren Betrag einzig nur in zwei Aktien zu parkieren. Wenn nur eine der beiden Aktien sich schlecht entwickelt, schlägt dies gleich auf Ihr gesamtes Depot durch.

Nehmen Sie zum Beispiel die Langzeitentwicklung der beiden Grossbanken UBS und CS. Hätten Sie die Titel vor der Finanzkrise 2008 gekauft und nur diese zwei gehalten, so wie Sie es mit Straumann und Roche tun, würden Sie während vieler Jahren nicht nur keine Rendite auf diesem Vermögensteil erreichen, sondern würden sogar auf einem massiven Buchverlust sitzen, da die zwei Einzelaktien CS und UBS im Zuge der damaligen Finanzkrise dramatisch eingebrochen waren und sich seither nicht mal nur annähernd auf das damalige Kursniveau zurück erholt haben.

Bei Straumann und Roche sehe ich diesbezüglich zwar geringere Risiken. Doch man weiss nie: Selbst aus heutiger Sicht sehr gute Firmen können mal in schwierige Situationen geraten, welche eine deutlich tiefere Aktienbewertung während längerer Zeit zur Folge haben können. Vor diesem Hintergrund empfehle ich Ihnen, Ihr Depot zu überprüfen und zumindest das beträchtliche Klumpenrisiko bei den Aktien durch eine breitere Diversifikation mittels Aktienfonds deutlich zu senken.

1 Kommentar zu «Mehrere Wetten mindern das Klumpenrisiko»

  • Lo Gik sagt:

    “wenn sich dieser Fonds während einer längeren Phase enttäuschend entwickelt, was trotz professioneller Vermögensverwaltung bei allen Fondsfirmen von Zeit zu Zeit vorkommt, haben Sie Pech gehab”- vermutlich stellt der author die möglichkeit einer schlechteren performance eines bestimmten fond in frage. Diese aussage trifft dann eher für einen aktiv gemanagten fond zu.

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