Eine Aktie kommt in Fahrt

Geldblog

Der Gewinn von BMW stieg im ersten Quartal 2017 um 30 Prozent. Foto: Matthias Schrader (Keystone)

Weil ich selbst BMW fahre, habe ich die Aktie angeschaut. Wie ist sie einzustufen, wenn man liest, dass der Absatz im April eingebrochen war?
U. M.

Nicht nur bei BMW, auch bei den anderen grossen deutschen Autoherstellern waren die Verkäufe im April innerhalb der EU rückläufig. VW verkaufte fast neun Prozent weniger und BMW sechs Prozent weniger. Etwas besser mit einem Rückgang von knapp drei Prozent steht Daimler da. Gemäss den Branchenzahlen entfallen die grössten Einbrüche bei den Verkäufen auf Grossbritannien, wo diese um rund ein Fünftel zurückgingen, aber auch überdurchschnittlich auf Deutschland und Frankreich.

Positiv für BMW ist immerhin, dass der Konzern ebenso wie Daimler den Marktanteil leicht vergrössern konnte, während VW Marktanteile abgeben musste. Ebenso wichtig wie die Verkäufe ist die Gewinnentwicklung. Und hier steht BMW glänzend da: Im ersten Quartal des laufenden Jahres hat der Premium-Autohersteller deutlich mehr verdient. Der Gewinn legte um über 30 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro zu.

Auch die Aussichten bleiben vielversprechend. Jedenfalls hat der Konzern, der neben Autos auch Motorräder produziert und ebenfalls die Marken Mini und Rolls-Royce unter seinem Dach vereint, seine Ziele bestätigt. Entsprechend erfreulich hat sich die Aktie entwickelt. In den letzten zwölf Monaten sind die Titel rund 20 Prozent gestiegen. Ob diese ansprechende Kursentwicklung anhält, ist indes unsicher, denn derzeit ist schon einige Zukunftsfantasie in der Bewertung drin.

Insbesondere erhoffen sich die Anlegerinnen und Anleger einen Schub bei den Verkäufen, da BWM im nächsten Jahr seine Produktpalette erneuert. Einerseits kommen 2018 neue Modelle der 5er- sowie der 3er-Reihe heraus. Anderseits sollen im kommenden Jahr auch drei neue SUVs auf den Markt gebracht werden. Das beinhaltet zweifellos die Chance, dass sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich steigen.

Aber es bedeutet auch ein Risiko: Falls die neuen Modelle am Markt weniger gut ankommen, als es das Unternehmen erhofft, müsste mit Rückschlägen bei der Aktie gerechnet werden, da die Modellerneuerung bereits recht gut im Aktienkurs eingepreist ist. Kritisch sind neben Europa die wichtigen Märkte China und USA. Hier sind die Märkte schon ziemlich heiss gelaufen. BMW profitiert weltweit von einer starken Marke und im Branchenvergleich von hoher technologischer Qualität. Die wichtigsten Märkte sind aber gesättigt.

Trotz Modellerneuerung zweifle ich, dass künftig nochmals ein grosser Wachstumssprung drinliegt. Interessant ist BMW allerdings für Investoren, welche an einer ansprechenden Dividende interessiert sind. Die Papiere bringen es auf eine schöne Dividendenrendite von fast vier Prozent, was in Zeiten rekordtiefer Zinsen für die BMW-Aktionäre ein willkommener Zusatz ist.

1 Kommentar zu «Eine Aktie kommt in Fahrt»

  • Josef Marti sagt:

    Deutsche Exportfirmen werden weiterhin gut laufen ausser dass Trump wirklich auf Protektionismus setzen sollte und damit die wegen schwachem Euro notorischen Deutschen LB Überschüsse unter Druck geraten sollten. Dass der Absatz in GB zurückgeht ist klar mit dem absackenden Pfund.

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