Gold glänzt wieder und legt kräftig zu

Gold: Das Edelmetall profitiert von Donald Trumps neusten Skandalen. Foto: Martin Rütschi/Keystone.

Die Euphorie an den weltweiten Börsen hat vergangene Woche einen ersten Dämpfer erlitten. Der neuste Skandal um US-Präsident Donald Trump hat die Investoren verunsichert. Davon profitieren konnte eine Anlageklasse: die Edelmetalle. Gold verteuerte sich in wenigen Stunden um 30 Dollar auf 1260 Dollar je Feinunze. Davor hatten die schwindende politische Unsicherheit in Europa und die hohe Wachstumserwartung in den USA die Nachfrage der Anleger gedämpft. Sie setzten lieber auf Aktien. Doch jetzt ziehen vermehrt Wolken auf. Trumps Regierung scheint bereits nach wenigen Monaten festzustecken. Von einer Steuerreform, die das Wachstum weiter antreiben sollte, redet fast niemand mehr. Der Dollar notiert wieder auf dem Niveau von vor der Wahl des Republikaners. Ist damit die Wende gekommen? Wohl noch nicht. Aber die globalen Aktienmärkte sind bereits gefährlich hoch bewertet. Darüber könnte auch eine zwischenzeit­liche Beruhigung nicht hinwegtäuschen. Zudem werden die Wachstumsaussichten wohl überschätzt. In diesem Umfeld bietet Gold eine Absicherung und Diversifikationsmöglichkeit. Dosiert kaufen

Gunst der Anleger wieder gewonnen

Die Hysterie um den Wanna-Cry-Cyberangriff hat auch vor den Börsen nicht haltgemacht. In den Tagen nach der Attacke verzeichneten Aktien von Cybersicherheitsspezialisten wie Fireeye oder Barracuda Networks Kursgewinne. Sogar die Aktien von Sophos, einem IT-Spezialisten, dessen Technologie von der Wanna-Cry-Erpressersoftware betroffene Spitäler des britischen Gesundheitsdienstes NHS hätte schützen sollen, gewannen ein Zehntel an Wert. Dabei hatten die teuren IT-Sicherheitsaktien zuletzt die Gunst der An­leger verloren. Obschon ein zweistelliges Umsatzwachstum für viele dieser Unternehmen keine Ausnahme ist, schien der Branche langsam die Puste auszugehen. Wanna Cry hat nun ins Bewusstsein ­gerufen, dass Cybersicherheit Bestandteil des digitalen Alltags ist und bleiben wird. Davon werden auch die ­Aktien von etablierten Sicherheitsspezialisten wie Checkpoint, ­Sophos oder Symantec langfristig profitieren. Dosiert kaufen

Weitere Dividendensteigerungen

Das Ende der Hausse der Cembra-Aktien ist nicht in Sicht – auch wenn der Kursanstieg künftig ­etwas weniger steil verlaufen dürfte als in der Vergangenheit. Treiber ist die Dividende, die in Richtung 5 Franken je Aktie klettern dürfte – ohne dass das Konsum­kredit­institut dazu den Gewinn steigern müsste. Möglich macht dies die aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik von Cembra ­Money Bank: Neben einer ordentlichen Dividende soll auch überschüssiges Eigenkapital an die ­Aktionäre fliessen. Künftig dürfte so der gesamte ­Gewinn aus­geschüttet werden, was über die nächsten beiden Jahre ­weitere ­Dividendensteigerungen erwarten lässt. Zudem verfügt Cembra auch über diesen Zeitraum hinaus über genügend finanziellen Spielraum, was schon jetzt weiter­gehende Dividendenfantasien schürt. Trotz bereits kräftiger Kursgewinne rentieren Cembra-Ak­tien auf dem derzeitigen Kursniveau von rund 90 Franken noch immer mehr als 5 Prozent. Sie bieten damit weiterhin eine selten attrak­tive Anlagemöglichkeit in Zeiten negativer Zinsen. Kaufen

Zusätzlicher Absatzkanal

Der Uhrenkonzern Richemont hat vergangene Woche für Aufsehen gesorgt. Nicht mit dem operativen Geschäft, sondern mit dem Einstieg bei Dufry. Neu hält Richemont knapp über 5 Prozent am Reisedetailhändler. Dessen Aktien haben am Freitag mit starken Avancen auf die Nachricht reagiert, und auch die Richemont-Valoren tendierten etwas fester als der Gesamtmarkt. Was steckt dahinter? Richemont verkauft Uhren und Schmuck an Flughäfen mit eigenen Markenshops und in Juweliergeschäften, aber auch via Dufry. Der Reisedetailhändler stellt also einen zusätzlichen Absatzkanal dar. Richemont kann so mehr Kundengruppen ansprechen, auch solche, die nicht zwingend im Cartier-Geschäft vorbeischauen würden. Es gibt aber noch eine zweite Komponente, die den Einstieg von Richemont interessant macht: In den vergangenen Wochen hat die chinesische HNA Group ihr Engagement an Dufry Schritt für Schritt ausgebaut, auf rund 21 Prozent. Einige Markt­beobachter meinen, dass das Unternehmen aus China die Vollübernahme plant. Dufry und indirekt auch Richemont könnten so einen besseren beziehungsweise anderen Zugang zum asiatischen Markt erhalten. Im Aktienkurs von Dufry ist allerdings schon viel Fantasie eingepreist. Abwarten

Volle Auftragsbücher

VAT verblüfft von Mal zu Mal. Im ersten Quartal hat der Weltmarktführer in Sachen Vakuumventile den Umsatz um 40 Prozent gesteigert. Und das, nachdem die Kasse schon im vergangenen Jahr mit einem Plus von 25 Prozent geklingelt hatte. Die Auftragsbücher sind voll, die Kapazitäten ausgelastet – VAT wird seit dem Gang an die Börse Mitte April 2016 vom Erfolg überrannt. Das ist ein Grund, vorsichtiger zu werden. Günstig sind die Aktien mit einem Kurs-­Gewinn-Verhältnis von 32 gewiss nicht mehr. Der Boom in der Halbleiterindustrie und mit der OLED-Technologie auf den Handy­displays mag noch ein paar Jahre weiter­gehen. Doch ich frage mich, wie das Unternehmen die Auftrags­lawine bewältigen kann. Bislang offenbar gut, aber es ist nicht lange her, da war VAT noch ein Unternehmen mit familiären Organisationsstrukturen. Es wird nicht einfach sein, das Netz der Zulieferer und die Entwicklung des eigenen Personals mit dem rasanten Wachstum in Einklang zu bringen. Dosiert kaufen

2 Kommentare zu «Gold glänzt wieder und legt kräftig zu»

  • groeg sagt:

    1)Die Entwicklung des Goldpreises in CHFr.beträgt seit 2002 durchschnittlich 7,2%.Das schlug jede andere Anlage.
    2) Wir erleben in den nächsrten 2-3 Jahren Peak Gold, da schon seit 2 Jahrzehnten keine grossen Vorkommen mehr entdeckt wurden.
    3)Grosse Goldförderländer (gilt auch für Silber) haben Fördereinbrüche in diesem Jahr in 2stelliger Grössenordnung prozentual.

  • Paul Wunder sagt:

    Mir erschliessen sich diese Tipps nicht ganz, ausser der Marktschrei(b)er betriebe Frontrunning. Wenn im Laden ein Suppenhuhn heute 10% teurer ist als gestern, denke ich mir dann „Sofort kaufen! Morgen wird es nochmals 10% teurer sein“? Nein, dann weiche ich eben auf Suppenwürste aus! Oder denken Sie, der Laden offeriere 30% Rabatt auf 3 Packungen Pouletgeschnetzeltes, weil er hofft, die Konsumenten würden dann weniger kaufen, weil es morgen vielleicht sogar 60% Rabatt geben könnte?

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