Mietkaution verweigert: So wehren Sie sich

Wohnung geputzt und ohne gravierende Mängel übergeben: Zahlt der Vermieter die Mietkaution nicht umgehend zurück, stimmt was nicht. Foto: Gaetan Bally/Keystone

Wohnung geputzt und ohne gravierende Mängel übergeben: Zahlt der Vermieter die Mietkaution nicht umgehend zurück, stimmt was nicht. Foto: Gaetan Bally/Keystone

Über sechs Monate nach Einzug des Nachmieters hat die Vermieterin die Mietkaution immer noch nicht zurückerstattet. Die Wohnung wurde professionell gereinigt und ohne Mängel an den Nachmieter abgetreten. Die Vermieterin wurde mehrmals an die ausstehende Rückerstattung erinnert. Leider ohne Erfolg. Auf welchem Weg kann die Rückerstattung der Mietkaution eingefordert werden? H. K.

Das Verhalten Ihrer Vermieterin ist merkwürdig. Wenn die Wohnung ohne Mängel an den Nachmieter übergeben werden konnte, besteht eigentlich kein Anlass, die Mietkaution weiter zurückzubehalten. Verzögerungen kann es indes geben, wenn seitens der Vermieterin noch keine Schlussrechnung erstellt wurde. In dieser werden alle allenfalls noch offenen Nebenkosten etwa für die Heizung abgerechnet. Auch mögliche Schäden und Mängel, welche von der Vermieterin geltend gemacht wurden, müssten erwähnt werden.

Denn unbestrittene Mängel kann der Vermieter reparieren lassen, muss die Kosten aber in der Schlussrechnung aufführen und belegen können. Wenn die Schlussrechnung vorliegt und darüber keine Differenzen bestehen, muss die Vermieterin die Mietkaution zusätzlich mit den angefallenen Zinsen auf dem Bankkonto freigeben.

Falls das wie in Ihrem Fall nicht erfolgt, können Sie sich an die Schlichtungsbehörde wenden. Im Kanton Zürich, wo Sie wohnen, ist dem Bezirksgericht Zürich eine paritätisch zusammengesetzte Schlichtungsbehörde angegliedert, der je ein Vertreter von Mieter- und Vermieterorganisationen angehört und die dann eine Schlichtungslösung zu erzielen versucht.

Ich rate Ihnen, Ihre Vermieterin nochmals per eingeschriebenen Brief aufzufordern, die Mietkaution plus Zins per sofort zurückzuerstatten und in dem Schreiben darauf hinweisen, dass Sie sich an die Schlichtungsbehörde wenden werden, falls die Mietkaution weiter nicht zurückbezahlt wird. Wenn Sie keine Antwort bekommen und das Geld nicht freigegeben wird, würde ich tatsächlich an die Schlichtungsbehörde gelangen. Ich gehe aber davon aus, dass die Vermieterin vorher handeln wird, da ihr dadurch Umtriebe entstehen.

Übrigens können Sie sich nach einem Jahr seit Auszug auch an die Bank wenden, wo Ihr Mietzinsdepot besteht: Dann nämlich muss Ihnen die Bank die Kaution freigeben, selbst wenn Ihre Vermieterin noch keine Unterschrift für die Freigabe geleistet hat. Voraussetzung dafür ist aber, dass Ihre Vermieterin keine rechtlichen Schritte gegen Sie unternommen hat. Sollte es auch da Probleme geben, können Sie sich ebenfalls an die Schlichtungsstelle wenden.