Ein schöner Zustupf zum Abschied von Actelion

Actelion-Hauptsitz in Allschwil: Übernahme durch Johnson & Johnson kommt zustande. Foto: PD

Actelion-Hauptsitz in Allschwil: Übernahme durch Johnson & Johnson kommt zustande. Foto: PD

Rund 73 Prozent der Aktien von Actelion sind bis Freitagmorgen Johnson & Johnson (J & J) an­gedient worden. Damit wird die Übernahme des Allschwiler Biotechunternehmens durch den ­US-Gesundheitskonzern zustande kommen. Nach wie vor lohnt es sich, die Titel nicht an der Börse zu verkaufen, sondern im Rahmen des Übernahmeangebots anzudienen. Es gibt eine Nachfrist vom 6. bis 21. April. So sind die 280 Dollar je Aktie auf sicher. Dazu kommt der Anleger auch noch ­gratis in den Genuss der von J & J in Aussicht gestellten Sach­dividende. Der Konzern will Teile der Pipeline von Actelion in eine neue Gesellschaft auslagern, an der die bisherigen Actelion-Aktionäre partizipieren werden. Bankanalysten errechnen für eine ­Aktie dieser neuen Gesellschaft einen Wert von etwa 6.30 Franken. Je nach Entwicklungserfolg kann sich dieser Betrag verdoppeln. Das ist eine schöne Opportunität. Andienen

Höchste Qualität

Aroma- und Duftstoffe prägen unseren Alltag. Wir begegnen ihnen – in natürlicher und synthetischer Form – in Nahrungsmitteln, Getränken sowie Produkten zur Körper-, Textil- und Raumpflege. Das Geschäft ist, wie die Anwendungen zeigen, vom Charakter her defensiv. Es wächst, erlaubt hohe Margen und ansehnlichen Mittelzufluss. Mein Favorit ist Givaudan. Der Weltmarktführer aus Genf ­verkörpert höchste Qualität. Leistungsvermögen und hohe Innovationskraft paaren sich mit klassischen Tugenden. Herausforderungen werden ebenso konsequent wie wohlüberlegt angegangen. Wegen der hohen Preise agiert Givaudan bei Zukäufen weniger forsch als andere grosse Anbieter. Zudem werden derzeit zulasten der Marge diverse Vorleistungen erbracht. Mir gefällt das, anderen Anlegern behagt das weniger. Als Folge davon präsentiert sich die gewohnte Bewertungshierarchie derzeit umgekehrt: Givaudan-Titel haben im Konkurrenzvergleich das nied­rigste Kurs-Gewinn-Verhältnis. Ich sehe das als Chance, wohl wissend, dass ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24 kein Sonderangebot ist. Kaufen

Zinsmarge verteidigt

Zum wiederholten Mal ist Valiant in einem Ranking zur besten ­regionalen Vermögensverwalterin gekürt worden. Die Servicequalität einmal dahingestellt, ist Valiant immer noch zu rund 80 Prozent vom Zinsgeschäft abhängig und damit eine klassische Retailbank. 2016 ist es ihr allerdings gelungen, ihre Zinsmarge in einem harten Umfeld zu verteidigen, während sie die Kosten trotz strategischer Investitionen im Griff ­behielt. Valiant fährt eine Expansionsstrategie mit digitalem Banking – mit kostengünstigen schalterlosen Filialen. Mit diesen ­Ambitionen ist sie in der Vergleichsgruppe beinahe einzigartig. Das macht die Aktie interessant. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (2017) von 14 und einem Kurs-Buch-Verhältnis von 0,8 sind die Titel in der Vergleichsgruppe günstig bewertet, die Dividendenrendite von 3,5 Prozent liegt über dem Durchschnitt. Valiant weist aber auch eine verbesserungswürdige Eigenkapitalrentabilität und Kostenstruktur auf. In naher Zukunft kann nicht von grossen Ertrags- und Gewinnsprüngen ausgegangen werden, was für Anleger einen langen Atem voraussetzt. Kaufen

Radiologische Systeme ans US-Militär

Fast auf den Tag genau 17 Jahre – bis zum 1. März 2017 – hat es ­gedauert, bis die Aktien von ­Siemens ihren alten Höchststand aus Zeiten der Internetblase übertroffen haben. Vergangene Woche notierten sie sogar nochmals etwas höher. Geholfen hat dabei ein Grossauftrag: Siemens wird an das US-Militär radiologische Systeme inklusive Zubehör und Schulung im Wert von gut 4 Milliarden ­Dollar liefern. Da schwant mir zweierlei: «America First» ist heisse Luft, und die Gesundheits­sparte von Siemens hat etwas zu bieten. Siemens-Chef Joe Kaeser hat gerade im Gespräch mit der «Finanz und Wirtschaft» bekräftigt, die Medtech-Sparte Healthineers an die Börse zu bringen, über eine Mehrheit aber die Kontrolle zu behalten. Das ist Teil der Strategie, Siemens zu einem flexiblen Flottenverband zu machen. Kaeser hat bereits erste Erfolge vorzuweisen, das Konzept ist stimmig, die Margen sind am Steigen. Mir scheint Siemens im Vergleich zu ABB derzeit etwas schneller unterwegs zu sein und aufzuholen. Die Siemens-Aktien haben schon einiges vorweggenommen, aber der lukra­tive Börsengang von Healthineers wird noch zu wenig eingerechnet. Dosiert kaufen

Deal mit Cargill schon kommende Woche

Kommt der Partnervertrag mit Cargill, oder kommt er nicht? ­Diese Frage plagt Aktionäre von Evolva seit Monaten. Der Deal kommt, und zwar schon kommende Woche, sagte CEO Neil Gold­smith am Donnerstag. Zusammen mit dem US-Nahrungsmittelkonzern Cargill will Evolva, die bisher kaum Umsatz, aber Verlust schreibt, bis 2018 einen bio­technologisch hergestellten Stevia-Süssstoff (Ever­sweet) produzieren und vertreiben. Die beiden Unternehmen haben bereits diverse Projekte am Laufen. Allerdings ist noch unklar, wer nach der Markteinführung wie viel von den Produktionskosten von Eversweet übernimmt respektive vom Ertrag erhält. Frühere Aus­sagen lassen vermuten, dass die Verhandlungen mit harten Bandagen geführt werden. Enden sie nicht in einem Abkommen, das für Evolva einen Mehrwert schafft, würde man auf Eversweet verzichten, liess sich CEO Goldsmith im Januar sinngemäss zitieren. Die Aussagen vom Donnerstag lassen nun darauf hoffen, dass dieses ­Szenario nicht eintreten wird. Dennoch: Die Details sind entscheidend. Abwarten