Es lohnt sich, dem Steueramt nichts zu verheimlichen

Informationen zum Steuerdomizil: Sie müssen schriftlich deklarieren , ob und wo Sie Ihr bei der Bank deponiertes Kapital versteuern. Foto: PD

Informationen zum Steuerdomizil: Sie müssen schriftlich deklarieren, ob und wo Sie Ihr bei der Bank deponiertes Kapital versteuern. Foto: PD

Wir sind schon seit Jahren bei einer Schweizer Privatbank, leben aber mehrheitlich in Deutschland. Nun schrieb uns die Bank, dass sie wegen des Automatischen Informationsaustauschs (AIA) auf uns zukommen und Auskunft wegen der Versteuerung unseres Geldes verlangen wird. Was bedeutet das für uns, und was passiert mit den Daten, die mit dem AIA gesammelt werden? H.W.

Was Ihre Bank ankündet, haben die meisten Institute bereits in die Wege geleitet oder umgesetzt: Man holt bei Ihnen Informationen zu Ihrem Steuerdomizil ein. Dabei geht es auch darum, dass Sie schriftlich deklarieren müssen, ob und wo Sie Ihr bei der Bank deponiertes Kapital versteuern. Die Schweizer Banken setzen auf eine Weissgeldstrategie. Schwarzgelder sind verpönt, da diese für die Institute selbst hohe Risiken beinhalten, wie die teuren Rechtsstreitigkeiten von Schweizer Banken in den USA, Deutschland oder Frankreich zeigen.

Willkommen ist somit nur noch legal versteuertes Geld. Allerdings gibt es auch hierzulande noch einiges Geld aus früheren Jahren, welches nicht dem Fiskus gemeldet wurde. Dieses muss nun nachträglich den Steuerbehörden angemeldet werden. Ansonsten drohen die Banken mit einer Kontoschliessung. Zudem kann man die Gelder nicht mehr verstecken. Die Schweiz hat per 2017 den Automatischen Informationsaustausch (AIA) mit den EU-Ländern und Australien eingeführt. Ab diesem Jahr werden die Daten der ausländischen Kunden gesammelt und dann ab 2018 ausgetauscht. Dabei werden Kontodaten – Wert und Erträge, Name, Geburtsdatum des Kunden, Adresse, Steuerdomizil und Bankname – erfasst und später via Steuerbehörden an die teilnehmenden ausländischen Länder weitergeleitet.

Laut den AIA-Verträgen dürfen die ausgetauschten Daten von den Staaten genutzt werden, um zu prüfen, ob jemand korrekt seine Steuern deklariert hat. Sie dürfen aber nicht an Dritte weitergegeben werden. Falls Sie Ihr Geld in Deutschland korrekt dem Fiskus angemeldet haben, müssen Sie nichts befürchten. Sollte das aber nicht der Fall sein, rate ich Ihnen, zusammen mit einem spezialisierten Anwalt abzuklären, wie Sie das Kapital gegenüber dem Steueramt in Ihrem Land offenlegen können.