Absichern gegen die Inflation

Inflationsschutz: Mit Gold gegen stetigen Vermögensverlust. Foto: Key

Inflationsschutz: Mit Gold gegen stetigen Vermögensverlust. Foto: Key

Wegen der sich erholenden Rohstoffpreise ist die Inflation in der Eurozone bereits etwas gestiegen. Auch in den USA steigt die Teuerung. Vielleicht ist die Inflation auch bei uns schneller zurück, als wir meinen. Wie kann ich mich als Anleger vor der Inflation schützen? A. T.

Nach Jahren mit Null- oder Negativteuerung meldet sich die Inflation langsam zurück – in den USA zweifellos schneller als in Europa. Damit muss man auch bei uns in der Schweiz kurzfristig noch nicht mit einem Teuerungsschub rechnen. Dennoch gebe ich Ihnen recht: Man sollte sich nicht zu sicher wähnen und glauben, dass die Phase der Nullteuerung ewig andauert. Sollte die Wirtschaft nach den USA auch bei uns in Europa stärker an Tempo gewinnen und die Europäische Zentralbank ihre Politik des spottbilligen Geldes mittelfristig beenden, wäre es in der Tat nur noch eine Frage der Zeit, bis die Inflation auch bei uns wieder stärker ein Thema wird.

Dafür, dass die Inflation, sobald sie einmal an Fahrt gewinnt, sogar deutlich anziehen könnte, sprechen die riesigen Summen an Geld, die von den grossen Notenbanken der Welt in den letzten Jahren in den Finanzkreislauf gepumpt wurden. Dieses Geld kann nicht einfach locker aus dem Finanzsystem genommen werden. Darum erachte ich es als wahrscheinlich, dass wir in späteren Jahren wieder eine stärkere Inflation erleben werden.

Inflation ist für Sie als Anleger darum so gefährlich, weil sie stetig den Wert des Geldes verringert. Die Kaufkraft Ihres Kapitals nimmt ab, sofern man den Kaufkraftverlust nicht kompensieren kann. Wer in Zeiten von Inflation nichts tut, erleidet einen stetigen Vermögensverlust.

Schützen gegen die Teuerung kann man sich als Investor über Anlagen in Gold oder Aktien oder auch mittels Anleihen, welche an die Inflation gekoppelt sind. In der Fachsprache heissen diese Inflation-linked Bonds. Aktien, Liegenschaften und Rohstoffe ermöglichen nur teilweise eine Absicherung gegen die Inflation. Die Credit Suisse hat in einer lesenswerten Dokumentation über Inflation-linked Bonds, die im Internet zugänglich ist, die Funktionsweise der inflationsgeschützten Anleihen wie folgt umschrieben: «Bei inflationsgeschützten Anleihen werden die Couponzahlungen um die realisierte Inflation korrigiert – im Gegensatz zu gewöhnlichen Anleihen, die einen nominalen Zins zahlen. Weil dadurch die Inflationsrisikoprämie entfällt, ist die Rendite inflationsgeschützter Bonds tendenziell etwas niedriger, jedoch auch weniger risikobehaftet.»

Inflationsgeschützte Anleihen würden sich nicht nur durch eine schwache Korrelation zu Aktien und nominalen Anleihen auszeichnen, sondern auch durch eine nachhaltige risikoadjustierte Realrendite. Diese Eigenschaften können laut der Grossbank das Rendite-Risiko-Profil eines traditionellen Portfolios signifikant verbessern.

Typische inflationsgeschützte Anleihen sind die Index-gekoppelten Gilts sowie die amerikanischen Treasury Inflation-Protected Securities, welche als TIPS abgekürzt werden. Einfach in diese Papiere anlegen können Sie via Indexfonds wie den iShares TIPS Bond ETF. Zumindest als Depotergänzung macht es für mich durchaus Sinn, in den nächsten Jahren in solche Instrumente zu investieren, um frühzeitig einen Schutz gegen die Inflation zu erreichen – noch bevor die Inflation richtig zurück ist.

2 Kommentare zu «Absichern gegen die Inflation»

  • Josef Marti sagt:

    Selbstverständlich sind auf lange Sicht Aktien und Immobilien als reale Werte inflationsgeschützt und steigen mindestens so schnell wie der Verbraucherpreisindex, meistens schneller sodass die Blasen immer wieder platzen. Das ändert aber nichts am langfristigen Verlauf. Das kann ja gar nicht anders sein, da bei ansteigender Inflation der Realzins im Keller bleibt. Ein drastischer Abfall des Realzinses führt wiederum immer zu ansteigenden Bodenrenten und Grundstückspreisen.

  • Franz Gödl sagt:

    Die Behauptung, dass Gold ein guter Inflationsschutz sei, ist nicht fundiert und hält dem historischen Test nicht Stand. Auch Aktien sind kein guter Schutz. Wenn man die Rendite der US-Aktien auf 30 Jahre basierend auf dem S&P500 errechnet, erhält man 7,5%. Doch das ist nur der Durchschnitt. Die Compound-Rendite liegt bei 5.2%. Abzüglich Spesen wie Depotgebühren, Kommissionen, Vermögensverwaltungsgebühren und Inflation bleibt nichts mehr übrig.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.