Hohe Ausschüttung – vertretbare Risiken

Der an der Börse gehandelte Immofonds fokusiert auf Wohnliegenschaften, was die Gefahr von grossen Preisschwankungen verkleinert. Foto: Keystone

Der an der Börse gehandelte Immofonds fokussiert auf Wohnliegenschaften, was die Gefahr von grossen Preisschwankungen verkleinert. Foto: Keystone

Ich habe Mitte 2014 hundert Anteile am Immofonds, Valor 977’876, erworben. Ich bin mir nun nicht im Klaren, ob ich diese Position verkaufen sollte, da wahrscheinlich in Amerika die Zinsen weiter angehoben werden. Ich beabsichtige Aktien der Swiss Re oder Swiss Life zu kaufen. Was ist Ihre Meinung dazu? W. C.

Der an der Schweizer Börse gehandelte Immofonds blickt auf 60 Jahre Erfahrung zurück und legt das Kapital zu über 90 Prozent in Wohnliegenschaften in Schweizer Städten und Agglomerationen an. Der Grossteil der Immobilienbestände entfällt auf die Region Zürich mit rund 40 Prozent und je ein Fünftel auf die Zentral- und die Ostschweiz. Der Rest verteilt sich auf die Nordwestschweiz und die Romandie.

Durch den Fokus auf Wohnliegenschaften ist der Fonds weniger den stärkeren Preisschwankungen ausgesetzt, wie wir sie im Bereich Geschäfts- und Büroimmobilien beobachten. Wie viele andere Immobilienfonds hat das von Ihnen gehaltene Vehikel in den letzten fünf Jahren zweistellig an Wert zugelegt. In den letzten Monaten wurde der Anstieg aber abgebremst.

Für die meisten Investoren im Vordergrund steht aber die Ausschüttung, welche insbesondere im Vergleich zu Obligationen attraktiv ist. Für das vergangene Geschäftsjahr weist der Fonds eine Ausschüttungsrendite von immerhin drei Prozent aus. Sollten die Zinsen dereinst einmal steigen, könnte dies den Kurs Ihres Fonds belasten. Relevant sind dabei aber nicht die Zinsen in den USA, welche bereits angezogen haben, sondern die Sätze bei uns in Europa und der Schweiz.

Und hier besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen noch einige Zeit tief bleiben. Rückschläge sind beim Immofonds und anderen Immobilienfonds auch möglich, falls es zu einer starken Preiskorrektur bei den Liegenschaften hierzulande käme. Solange die Zinsen nicht stark erhöht werden, rechne ich indes nicht mit einem markanten Preisrückgang bei den Wohnliegenschaften.

Eine andere Frage ist, ob Sie mit der Ausschüttungshöhe von drei Prozent zufrieden sind. Auch andere Immobilienfonds oder -aktien bieten mehr Ausschüttung. Swiss Prime Site beispielsweise verfügt über eine Dividendenrendite von 4 Prozent. Bei der von Ihnen erwähnten Swiss Re beträgt die Dividendenrendite sogar 5,4 Prozent und ist damit höher als bei der Swiss Life.

Vor diesem Hintergrund würde ich die Swiss Re vorziehen. Allerdings müssen Sie sich bewusst sein, dass Sie bei den Aktien der Swiss Re mit stärkeren Kursschwankungen rechnen müssen. Ausserdem gibt es keine Garantie, dass die Dividende auch in den nächsten Jahren so hoch bleibt.

1 Kommentar zu «Hohe Ausschüttung – vertretbare Risiken»

  • Ueli Birnstiel sagt:

    Eine empfehlenswerte Alternative zu Immofonds ist eine direkte Beteiligung als im Grundbuch eingetragener Miteigentümer, von nach relevanten Kriterien ausgewählten Immobilien der Firma Crowdhouse. Schon ab 25’ooo CHF. können Anteile im Miteigentum erworben werden. Kauf und Abwicklung solcher Anteile können bequem und einfach von zu Hause aus über die Online Plattform Crowdhouse.ch erledigt werden. Alle, mit dem Erwerb von Miteigentum verbundenen, oft zeitintensiven administrativen Aufwendungen, werden von Crowdhouse professionell und kompetent abgewickelt. Die Ausschüttungen an die Miteigentümer erfolgen vierteljährlich und bewegen sich zwischen 4,8 bis 6,5 %

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