Darf der Vermieter plötzlich mehr Geld als Sicherheit verlangen?

Mietzinsdepot: Es gelten strenge rechtliche Bestimmungen. Foto: Key

Wir leben schon seit über zehn Jahren in einer Wohnung. Nun verlangt der Vermieter plötzlich statt des bereits bezahlten Mietzinsdepots von 2750 Franken, was unserem Mietzins entspricht, zusätzliche 5500 Franken als Sicherheit, weil wir angeblich unordentlich seien. Darf man das? D.R.

Der Vermieter darf das geforderte Mietzinsdepot erhöhen. Dafür muss er aber strenge rechtliche Bestimmungen erfüllen. Sonst ist die Forderung nicht gültig. Da Ihr Mietverhältnis bereits besteht, muss er die gewünschte Depoterhöhung schriftlich bei Ihnen anmelden. Wie bei einer Mietzinsanhebung muss er die verlangte Zusatzzahlung fürs Depot wenigstens zehn Tage vor der Kündigungsfrist mit entsprechenden Formularen ankündigen.

Die Kaution muss von Ihnen nicht per sofort geleistet werden. Vielmehr müssen für die Erhöhung des Mietzinsdepots die vertraglich festgelegte Kündigungsfrist sowie die im Vertrag abgemachten Kündigungstermine berücksichtigt werden, denn die zusätzliche Sicherheit ist eine Vertragsänderung. Ursprünglich hatten Sie ja ein geringeres Depot abgemacht.

Wenn der Vermieter nun von Ihnen eine höhere Sicherheit verlangt, muss er dafür die Vertragsfristen einhalten, ansonsten können Sie dies innert eines Monats bei der Schlichtungsstelle anfechten. Generell gilt, dass der Vermieter gemäss gesetzlichen Bestimmungen von Ihnen nur höchstens den dreifachen Betrag als Sicherheit verlangen darf, den Sie jeweils gemäss Vertrag als Miete zahlen. Dies dürfte bei Ihnen der Fall sein.

Mit dem Depot kann sich der Vermieter gegen mögliche Schäden der Mieterschaft am Mietobjekt absichern und hat eine Sicherheit, falls Mieten oder Nebenkosten nicht beglichen werden. Allerdings muss das Mietzinsdepot in Ihrem Namen als Sperrkonto bei einer Bank hinterlegt sein. Allfällige Zinsen auf dem Geld gehören Ihnen. Bei einem späteren Auszug muss das Depot nach wenigstens einem Jahr wieder freigegeben werden, sofern keine Schäden rechtlich geltend gemacht werden.