Gerücht um UBS: Harter ­Kritiker steigt wieder ein

Der UBS Kids Cup Schweizer Final im Letzigrund Zuerich wird durch Weltklasse Zuerich organisiert und von UBS sowie weiteren Sponsoren ermoeglicht. (PPR/Erwin Zueger)

UBS: US-Hedgefonds Knight Vinke könnte bei der Grossbank wieder ins Rennen gehen. Foto: Erwin Züger/Key

Wie gerüchteweise aus London zu hören ist, liebäugelt ein Altbekannter der UBS mit einem Wiedereinstieg. Gut drei Jahre ist es her, dass Knight Vinke von der Grossbank lauthals eine Abspaltung des Investmentbankings forderte. Weil der amerikanische Hedgefonds mit seinem Anliegen aber beim Verwaltungsrat und bei anderen Mitaktionären auf taube Ohren stiess, warf er letzten Dezember das Handtuch. Die UBS habe dem Investmentbanking sogar noch zusätzliches Kapital zugeführt, so lautete der Vorwurf. An dieser Stelle sei gesagt, dass Knight Vinke nicht zum ersten Mal ein Wiedereinstieg nachgesagt wird. Allerdings sind die Erfolgsaussichten für die Abspaltungspläne der Amerikaner nicht eben besser geworden – auch wenn die Aktie gut 20 Prozent günstiger als zum Zeitpunkt des Ausstiegs zu haben wäre. Aktie vorerst halten

Aufgebrachte Kunden

Selbst angelsächsischen Anlagestrategen ist der Ausverkauf bei den hiesigen Indexschwergewichten wie Nestlé, Roche und Novartis nicht mehr geheuer. Auf kurze Sicht gehe dieser zu weit, heisst es beispielsweise bei Bank of America Merrill Lynch. Das hat gute Gründe, raten die für die Investmentbank tätigen Experten ihrer Kundschaft doch schon eine ganze Weile zum Kauf der mit «Übergewichten» empfohlenen europäischen Pharmawerte. Vermutlich ist der eine oder andere Kunde nach dem Ausverkauf der letzten Wochen aufgebracht. Etwas härter ins Gericht gehen die Strategen mit den europäischen Nahrungsmittelaktien. Sie werden weiterhin mit «Untergewichten» eingestuft, was heisst, dass sie in Aktien­depots unterdurchschnittlich stark vertreten sein sollten. Selektive Zukäufe sind den Experten zufolge nun aber auch in diesem Titelsegment angebracht. Diese versöhnlichen Worte überraschen, werden im hiesigen Handel doch Sektorrotationen aus dem angelsächsischen Raum für das Kursdesaster der letzten Wochen verantwortlich gemacht. Im Hinblick auf den Wechsel an der Konzernspitze und der damit verbundenen Fantasie von grösseren Veränderungen im Firmenportfolio, erachte ich gerade die Aktie von Nestlé bei Kursen unter 70 Franken für kaufenswert. Nestlé-Aktie kaufen

Absage an Grossübernahme

Einen Tabubruch beging am späten Donnerstag der Analyst von Baader Helvea. Er stufte den Genussschein von Roche von «Kaufen» auf «Halten» herunter und strich das Kursziel auf 241 (296) Franken zusammen. Auslöser war eine Reduktion der bankeigenen Schätzungen für den mit dem Krebsmedikament Tecentriq erreichbaren Spitzenumsatz von ursprünglich 5,7 auf 1,9 Milliarden Franken jährlich. Von einem Tabubruch lässt sich vor allem deshalb sprechen, weil noch immer neun von zehn Experten den «Bon» des traditionsreichen Pharma- und Diagnostikkonzerns aus Basel zum Kauf empfehlen. Anlässlich einer von der UBS organisierten Anlegerkonferenz sprach sich der Finanzchef von Roche vor wenigen Tagen gegen eine Übernahme von Illumina aus. Das Interesse am amerikanischen Diagnostikunternehmen gehöre der Vergangenheit an, liess er die Teilnehmer wissen. Eigenen Angaben zufolge hat sich sein Basler Arbeitgeber aus eigener Kraft vergleichbare Geschäftsaktivitäten aufgebaut, weshalb sich ein Firmenkauf auf diesem Gebiet erübrige. Die Absage an eine teure Grossübernahme ist aus Sicht der Aktionäre zu begrüssen, liessen sich mit dem Kauf des von Novartis gehaltenen Aktienpakets und der Einführung der Einheitsaktie doch Mehrwerte schaffen. Genussschein halten

Talfahrt der Swisscom-Aktie

Wenn man an der Schweizer Börse von einer Volksaktie sprechen kann, dann bei jener von Swisscom. Zum einen befinden sich noch immer gut 51,2 Prozent der Stimmen im Besitz der Eidgenossenschaft, zum anderen erfreut sich die Aktie aufgrund ihrer hohen Dividende gerade bei Privatanlegern grosser Beliebtheit. Eine hohe Ausschüttung schützt vor Kurseinbrüchen, so lautet die gängige Meinung. Die schon seit Wochen zu beobachtende Talfahrt der dividendenstarken Aktie lässt daran nun berechtigte Zweifel aufkommen. Allein seit Mitte August ist der Börsenwert des einstigen Monopolunternehmens um mehr als 10 Prozent geschmolzen. Schuld sind ausländische Grossinvestoren. Schon seit Wochen ziehen sie Gelder aus dem Telecomsektor ab, was auch bei Swisscom auf die Kursentwicklung drückt. Die Dividendenrendite ist bei attraktiven 5,1 Prozent angelangt, was die Aktie für einkommensorientierte Aktien­anleger interessant macht. Leider bleibt die hohe Rendite vorerst das einzige Kaufargument. Aktie auf lange Sicht kaufen

Rivalen sitzen Sonova im Nacken

Es gab eine Zeit, da war der Hörgerätehersteller Sonova der Konkurrenz technologisch um gefühlte Lichtjahre voraus. Das war einmal, wie ein Blick auf das am Montag veröffentlichte Halbjahresergebnis verrät. Rivalen wie GN Resound oder William Demant ­sitzen dem Weltmarktführer aus Stäfa im Nacken. Dass Sonova den Umsatz in der ersten Jahreshälfte aus eigener Kraft (organisch) nur um 2 Prozent steigern konnte, ist nicht zuletzt auch eine Folge des immer intensiveren Wettbewerbs unter den führenden Anbietern. An der Analystenkonferenz vom Montagnachmittag liessen die Firmenvertreter allerdings durch­blicken, dass sich das Wachstum in der zweiten Hälfte des im März endenden Fiskaljahrs beleben sollte. Dennoch bleibt gerade die für Kepler Cheuvreux tätige Medizinaltechnikanalystin vorsichtig. Anders als in den letzten Jahren geht sie davon aus, dass Sonova den anderen Rivalen in naher Zukunft keine weiteren Marktanteile streitig macht. Aktie weiterhin meiden