UBS zügelt Europageschäft nach Frankfurt

Hauptsitz der UBS in Frankfurt a.M.: Das Europageschäft der Schweizer Grossbank soll in der deutschen Finanzmetropole konzentriert werden. Foto: Michael Probst/AP

Hauptsitz der UBS in Frankfurt a.M.: Das Europageschäft der Schweizer Grossbank soll in der deutschen Finanzmetropole konzentriert werden. Foto: Michael Probst/AP

 

Im März berichtete die SonntagsZeitung, die UBS werde ihre Tochtergesellschaften aus dem Euroraum in Frankfurt zusammenfassen, um Kosten zu sparen. Jetzt verdichten sich die Anzeichen, dass davon nicht nur die Mitarbeiter in Luxemburg, Frankreich, Italien und anderen Ländern betroffen sein werden, sondern auch jene in der Schweiz. Vergangene Woche machte das Gerücht die Runde, etwa 1000 Europa-Kundenbetreuer aus der Schweiz müssten nach Frankfurt umziehen. Die UBS werde ihr Europageschäft vollständig dorthin verlagern. Zudem werde die UBS ihr Netz in der Schweiz von zehn Regionalorganisationen auf drei oder vier straffen. Beide Schritte werden nach meinen Informationen in der Schweiz zu Entlassungen führen. Neben überflüssigen Direktionsmitgliedern am Hauptsitz werden auch Angestellte in den Regionen betroffen sein. Zudem müssen wohl wegen der Verlagerung des Europageschäfts nach Frankfurt die Handelskapazitäten in der Schweiz reduziert werden. Nachdem ich in meinen nahezu zwölf UBS-Jahren in zwei verschiedenen Funktionen elfmal den Arbeitsplatz zügeln durfte, überrascht mich diese anstehende Umzugsübung wenig. Dass die UBS den Finanzplatz weiter ­derart ausbluten wird, ist wegen der schweizerischen Brexit-Expan­sionschancen wenig verständlich. Die Sparübung mag aus Aktionärssicht kurzfristig positiv sein. Trotzdem meide ich die Aktie wegen der milliardenhohen Rechtsrisiken der UBS weiterhin nicht. Meiden

Gute Chancen auf höhere Dividende

Der Aktienkurs von Swiss Life ­reagierte verhalten positiv, als der Bundesrat am Donnerstag den Hypo-Referenzzinssatz für Mietverhältnisse bei 1,75 Prozent beliess. Die Margen der grössten Immobilienbesitzerin der Schweiz werden durch den Entscheid nicht angetastet. Die zuversichtlichen Ergebniserwartungen für Swiss Life wurden trotz dem schwierigen Zinsumfeld bestätigt. Damit stehen die Chancen gut, dass Swiss Life ihre Dividende anhebt. Ich erwarte vom Unternehmen weitere aktionärsfreundliche Massnahmen, beispielsweise einen Aktienrückkauf, was den Titeln im Lauf der nächsten Monate Schub verschaffen könnte. Halten

Bewegung bei den Hebelprodukten

Die Namen- und Inhaberaktien der Swatch Group haben weiter einen schweren Stand. Interessante Entwicklungen offenbarten hingegen die Hebelprodukte auf die Aktien des Uhrenherstellers. Die gern von Finanzchefs gehegten und gepflegten Absicherungen gegen einen Kurszerfall der eigenen Aktie gerieten auffallend unter Druck, was vor dem nachrichtenlosen Hintergrund natürlich auffiel. Ich vermute, dass das Unternehmen selber seine Put-­Optionen auf eigene Aktien verkauft. Damit könnten positive Nachrichten im Busch sein. Ich halte an meiner positiven Kurserwartung für die Swatch-Aktien fest. Halten

Umsatzplus von 12 bis 15 Prozent

Seit Mitte April ist der Vakuumventilehersteller VAT Group an der Schweizer Börse kotiert. Am Donnerstag geriet die Aktie überdurchschnittlich unter Druck, weil ein Grossaktionär die Hälfte seines Aktienanteils abstiess. Nachdem er 2,5 Millionen Aktien verkaufte, schloss der Titel um 4,8 Prozent tiefer als am Vortag. Diese Kursschwäche schafft eine Einstiegsgelegenheit. Das Unternehmen erwartet dieses Jahr ein Umsatzplus von 12 bis 15 Prozent und einen leicht stärkeren Anstieg des Betriebsgewinns. Weil VAT plant, anstatt wie versprochen 65 Millionen Franken nun 80 Millionen auszuschütten, beträgt die Aktien­rendite rund 5 Prozent. Kaufen

Fragwürdige Rettungsaktion

Die Aktien von Charles Vögele waren am Montag auffallend gefragt, obwohl in London ein Banking Holiday gefeiert wurde. An den Folgetagen herrschte wieder tote Hose, liessen sich doch die Käufer nicht mehr blicken. Weil das Unternehmen nun ans Liquidieren von Immobilien geht, kommen alten Hasen am Markt andere verschwundene Unternehmen in den Sinn, deren Rettungsaktionen ­mittels Immobiliennotverkäufen scheiterten. Meiden

Hochform dank technologischer Führungsposition

Nachdem Feintool ihre Jahresprognose vor einer Woche angehoben hat, ist die Aktie bereits deutlich angestiegen. Das Unternehmen, das Teile für die Autoindustrie herstellt, wächst nun nach eigener Einschätzung gleich auf mehrere Jahre hinaus prozentual zweistellig. Es ist dank seiner technologischen Führungsposition in Hochform. Die neue Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux mit dem Kursziel von 120 Franken vergrösserte die Nachfrage nach der Feintool-Aktie. Ich erwarte, dass sie von ­aktuell 112 Franken auf über 120 Franken ansteigen kann, weil die Nachfrage das Angebot überwiegt. Die Titel weisen mehr Chancen als Risiken auf. Kaufen

Eigener Index für Immobilienaktien

Die Immobilienaktien des Flughafens Zürich, von PSP Swiss Property und Swiss Prime Site werden in den kommenden Monaten stärker als erwartet ansteigen. Bisher waren sie in den wichtigsten Aktienindizes unter den Finanzwerten eingereiht. Jetzt hat die Finanzindustrie für Immobilienaktien eine eigene Indexkategorie geschaffen. Damit werden den grössten globalen Immobilienaktien in den kommenden Monaten gemäss Analysten rund 150 Milliarden Dollar zufliessen. Die drei zum SMIM zählenden Titel haben damit gute Chancen, von internationalen Mittelzuflüssen erfasst zu werden. ­Zudem werden Banken nun auch neue ETF auf Immobilienaktien lancieren, was die Nachfrage nochmals anheben wird. Alle drei Titel sind ein klarer Kauf

15 Kommentare zu «UBS zügelt Europageschäft nach Frankfurt»

  • Zampano sagt:

    Das ist der Anfang des Endes 🙂

    Viel Spass :-)))

  • Gassmann sagt:

    Guten Tag

    Wie bereits erwähnt sind Sie für ein frustrierter Mensch, der von der Wirtschaft keine Ahnung hat, oder Besser gesagt in der Vergangenheit lebt.

    Freundliche Grüsse

    Chr. Gassmann

  • Chris Frei sagt:

    Absatz betr. UBS: Sollte es nicht heissen „Trotzdem empfehle (statt meide) ich die Aktie wegen der milliardenhohen Rechtsrisiken der UBS weiterhin nicht.“ Auch wenn am Schluss Meiden in Bold geschrieben steht, könnten es Schnellleser übersehen.

  • Alex Rossi sagt:

    Ja, soll ich nun die UBS Aktie meiden oder nicht? Bitte überprüfen Sie, was Sie geschrieben haben.

    • Armando Guglielmetti sagt:

      . Trotzdem kaufe ich die Aktie wegen der milliardenhohen Rechtsrisiken der UBS weiterhin nicht. Meiden

      Entschuldigen Sie alle bitte den Übertragungsfehler

  • Rolf Zach sagt:

    Mich verwundert dies gar nicht. 2014 habe ich an einer politischen Veranstaltung dem Parteipräsidenten der FDP und den Leiter des Zürcher Arbeitsamtes darauf aufmerksam gemacht. Nur sah ich noch mehr London im Zentrum für die UBS als Frankfurt. Wäre hätte gedacht, dass die Engländer so blöd sind und Brexit machen. All diese EU-Gegner in der Finanzbranche, die ständig den Tod der EU sahen und noch mehr den sofortigen des Euros, sehen jetzt mit Verwunderung, wo die UBS ihres grösstes Geschäft, nämlich dasjenigen des Euros ansiedelt.
    Diese Leute haben nie begriffen, dass der Schweizer Außenhandel für Europa und Russland bei den Rechnungen wie auch bei Akkreditiven auf Euro lautet.
    Warum soll die UBS noch hier eine Akkreditiv Abteilung unterhalten, in Frankfurt kann man dies erledigen.

  • B.B. sagt:

    Eine von Gewerkschaften und linken Kreisen bestrittene Prognose ist eingetroffen. Die CH-Banken haben in der Schweiz bis dato rund 3’500 Stellen abgebaut und gleichzeitig an ihren Sitzen im Ausland rund 6’000 neue Stellen geschaffen. Über die Hintergründe sollte nachgedacht werden, denn es wird so weitergehen.

  • blume sagt:

    die UBS wurde einst von den CH – steuerzahlern geretet
    und zahlt nur hohe boni in den teppichetagen und dividenden an ihre aktionäre. und entlässt laufen mitarbeiter in der schweiz
    ! ! zahlt jedoch keine steuern in der schweiz
    .
    darum sollte alle ehrlichen steuerzahler die beziehungen zur UBS abbrechen
    .
    und für die beabsichtigte USR III ohne kapitalgewinnsteuern ein NEIN

    • Heinz Bren sagt:

      Es ist immer wieder aufs Neue erstaunlich, wie sich diese Meinung hartnäckig hält, obwohl es unglaublich oft erklärt wurde.

      Nicht der Steuerzahler hat die UBS ‚gerettet‘, sondern die SNB! Die SNB hat dabei übrigens fetten Gewinn gemacht! Nur, damit das auch erwähnt ist.
      Die UBS zahlt in diesem Jahr in der Schweiz wieder ganz normal Steuern.

      Aber es ist natürlich viel einfacher, immer die gleich Leier runterzubeten. Egal, ob es stimmt oder nicht.

      • Peter sagt:

        Und die SNB ist im Besitz des Staates – also dem CH-Volk. Somit hat blume also schon recht mit seiner Aussage. Das die UBS damals nicht zumindest verteilstaatlicht wurde ist Betrug am Volk. Dass die SNB am Schluss ein Gewinn machte tut nichts zur Sache. Es hätte auch anders raus kommen können

  • Tinu Berger sagt:

    „Aktienpositionen absichern mittels Verkauf von Call-Optionen“.

    Auch letztes Wochenende haben Sie sich wieder dazu geäussert.

    Ihre Aussage ist grundsätzlich falsch.

    Eine Richtigstellung wäre im Interesse aller Leser wünschenswert.

    Ihre permanenten Empfehlungen von Einzeltitel kommentiere ich nicht weiter…

  • Kaegi Paul sagt:

    Es zeigt sich, dass die Trotzreaktion der SP und FDP zur SVP im Leerlauf endet. Das Problem der Überfremdung der Schweiz löst sich von selbst.
    Nun kann die Planung der Rückbauten und Streichung von Wachstumsausgaben des Bundes und der Gemeinden in Angriff genommen wird. Das gibt den Grünen ihr tatsächliches Aufgabenfeld.

  • simone peter sagt:

    In CH-Stellen abbauen und Gewinne inkl. Stellen nach D wie bei Swiss. Wann lernt es die CH endlich für ihre Stellen, Arbeitsplätze und Firmenstandorte zu kämpfen? Alles vordergründig hingeschobene Ausreden. U/Wirtschaft und Banken werden sich in Luft auflösen und die Politik macht wieder nichts dagegen. EU-Geschäft gehört in die CH/Brexit hat keinen Einfluss darauf. Statt D wäre GB eine weitaus bessere Option wenn schon, aber nötig ist es nicht.

    • Alberto La Rocca sagt:

      Die Politik hat doch den Exodus der Banken geradezu gefördert, alle Parteien, mit Ausnahme der SVP sehen doch mit Wonne zu, wie nach der Industrie auch noch die Finanzbranche auswandert. Dafür wächst die Bundesverwaltung und das Gesundheits- und Pflegegewerbe. Die halten das BIP hoch und bezahlen sich selbst die Steuern!

  • Max Bernard sagt:

    Die Schweiz durfte die UBS retten und erhält nun deren Dankeschön.
    Möge sie mit dem Euro untergehen!

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