Ascom vor dem Befreiungsschlag

Zürich, Bildtext: THEMENBILD --- Das Ascom Logo, aufgenommen am 8. Dezember 2003 in Zuerich Stettbach. Der Berner Fernmeldekonzern Ascom schreibt wieder schwarze Zahlen. Nach drei Verlustjahren zeigte er am Mittwoch, 9. Maerz 2005, fuer letztes Jahr erstmals wieder einen Reingewinn von 47 Millionen Franken. Im Vorjahr musste noch ein Verlust von 68 Millionen Franken ausgewiesen werden. Fuer 2005 wurden anspruchsvolle Ziele gesetzt. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Ascom: Die Telecomfirma braucht einen Befreiungsschlag. Foto: Steffen Schmidt/Keystone

 

Ascom enttäuschte in der vergangenen Handelswoche selbst nach der letzten Gewinnwarnung ihre treuen Aktionäre, wurden doch die tiefen Erwartungen erneut verfehlt. Der Aktienkurs sank am Mittwoch prompt um 7 Prozent. Mir wurde nun zugetragen, dass Ascom den geplanten Verkauf der Network-Testing-Sparte in den kommenden Monaten realisieren werde. Er soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Ascom hat diesen Befreiungsschlag in der Tat nötig. Der neue Konzernchef Holger Cordes kann damit seinen Fähigkeitsbeweis liefern. Mit seinen Auftritten an Investorenpräsentationen vermag er jedenfalls zu überzeugen. Gelingt es Cordes, das Unternehmen mit dem Network-Testing-Verkauf auf ein ertragreicheres Gleis zu lenken, kann die Aktie gegen 20 Franken ansteigen. Kaufen

Fantasien

Erstaunt reagierten Händler am Donnerstag, als die Nestlé-Aktie nach mässigen Halbjahreszahlen um 1,5 Prozent stieg. Das sich weiter verlangsamende Wachstum löste anstatt Sorgen Fantasien für einen grösseren Handlungsbedarf im Portfolio des Nahrungsmittelkonzerns aus. Vom grossen Hoffnungsträger Ulf Mark Schneider, dem von Fresenius kommenden neuen Konzernchef, werden ab ­Januar strategische Schritte erwartet, die Nestlé mehr auf die Gesundheitsindustrie ausrichten. Am Markt wird erwartet, dass Nestlé in diesem Zusammenhang seine L’Oréal-Beteiligung verkauft. Diese Hoffnung wiederum weckte ­Dividendenfantasien, weshalb die Nestlé-Aktie weiter gefragt sein wird. Halten

Die Hypothek Fastweb

Die Swisscom legte gute Halbjahreszahlen vor. Bei genauerem Hinsehen sind diese jedoch nicht so brillant. Eine aussergerichtliche Entschädigung von 55 Millionen Euro, welche die italienische Tochter Fastweb erhielt, hübschte das Ergebnis auf. Die Credit Suisse hielt deshalb an ihrer negativen Einstufung («Underperform») mit Kursziel 450 Franken fest. Die Begründung: Beim organischen Ebitda-Ausblick sei quasi alles beim Alten geblieben. Mehrere Marktteilnehmer bemängelten, dass Fastweb für Swisscom noch sehr teuer werde, weil sie bis 2020 rund 13 Millionen Haushalte und Geschäfte mit Breitbandanschlüssen ausrüsten will. Zudem sei völlig unklar, ob die Umstellung in der Schweiz auf digitale Telefonnetze der Swisscom nicht doch unerwartete Marktanteilsverluste bescheren könnte. Grosse Broker empfehlen grosse europäische Telecom-Aktien und raten von Swisscom ab. Meiden

Unattraktive Titel

Trist verlaufen die Handelstage für die UBS. Während weltweit von Indexrekorden und wieder sinkenden Bargeldbeständen bei Grossanlegern geschwärmt wird, werden die Aktien der Grossbank völlig links liegen gelassen. Grund sind die unklaren Ausmasse der nächsten Bussen in den USA und Frankreich. Solange unklar ist, ob die UBS ihren Kopf ohne neue Abschreiber aus der Schlinge ziehen kann, dürften die Titel ungefragt bleiben. Ein erfahrener Händler sagte mir, dass die UBS-Aktien kein positives, sondern ein nega­tives Chancen-Risiko-Verhältnis aufwiesen. Womit alles gesagt ist. Meiden

Kurspotenzial

Der Technologiekonzern Kudelski legte am Donnerstag Halbjahreszahlen vor, die über allen Konsenserwartungen lagen. Die Aktie geriet aber unerwartet und deutlich unter Druck. Den Kurs stark belastende Verkäufe löste eine UBS-Analyse aus, die das Ergebnis als durchwachsen bezeichnete. Andere Analysten lobten dagegen die verbesserte Rentabilität. Baader Helvea erwartet eine Anhebung der Konsensschätzungen für Kudelski. Trifft das zu, würde diese Kursschwäche eine Kaufgelegenheit bieten. Ich rechne damit, dass die Umsatz- und Gewinn-Konsensschätzungen um 5 bis 10 Prozent angehoben werden. Demzufolge wäre die Kudelski-Aktie 23 bis 24 Franken wert, was ein Kurspotenzial von 13 bis 17 Prozent ergibt. Kaufen

Grosses Kaufinteresse

Unter den europäischen Grossbanken ist vergangene Woche eine ­euphorische Stimmung gegenüber Geberit entstanden. Grund ist der konservative Ausblick des Unternehmens, der laut mehreren Bankenanalysten Spielraum nach oben offenlasse. Gleich vier Banken und Broker hoben ihre Kursziele an und belebten damit das Kaufinteresse über Europa hinaus. Die zuversichtlichen Analysten erwarten ein sich stärker beschleunigendes Wachstum von Geberit auf zwei bis drei Jahre hinaus. Meiner Meinung nach ist dieser Überschwang ein Warnsignal. Jede mit dem Attribut «The Sky is the Limit» versehene Aktie stürzt über kurz oder lang ab. Vorerst erwarte ich, dass sie vorerst weiter ansteigt. Ich empfehle deshalb, an den Geberit-­Titeln festzuhalten. Wenn sie die Grenze von 450 Franken überschreiten, würde ich an einen Verkauf denken. Halten

Jahreshöchstkurse

Die Aktien der Windenergiezulieferer Schweiter und Gurit kennen nach den Halbjahreszahlen von Vestas, dem grössten europäischen Hersteller von Windkraftanlagen, kein Halten mehr. Beide Titel quittierten das gesteigerte Wachstum des dänischen Unternehmens mit laufend neuen Jahreshöchst­kursen. Weil Grossanleger in den kommenden Jahren weiter steigende Investitionen in die Windkraft­anlagen erwarten, stocken sie ihre Positionen bei beiden Zuliefereraktien weiter auf. Wer an den beiden Aktien festhält, wird sich weiterer Kursgewinne erfreuen können. Halten und geniessen