CS, UBS und Julius Bär ­profitieren von Dollarstärke

«Sommer der Turbulenzen»? Anleger sollten auf die erstarkende US-Wirtschaft setzen. Foto: Getty Images

«Sommer der Turbulenzen»? Anleger sollten auf die erstarkende US-Wirtschaft setzen. Foto: Getty Images

Goldman Sachs erschreckte in der Wochenmitte die globalen Aktienmärkte. Die US-Investmentbank stufte Aktien generell auf Neutral zurück. Grund sei der bevorstehende «Sommer der Turbulenzen»: Der drohende Brexit, die US-Zinserhöhungen und die Präsidentschaftswahlen in den USA machen den Bankern Sorgen. Sie sind primär in Bezug auf US-­Aktien skeptisch. Die angesichts der immer besseren Wirtschaftszahlen zu erwartende Dollarstärke werde Spuren in den Unter­nehmens­bilanzen hinterlassen. Kurzfristig rät Goldman Sachs, Barmittel überzugewichten, um nicht von drohenden Aktienmarktkorrekturen in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Dollarexponierte Unternehmen wie Roche, Swatch Group und die Schweizer Finanzwerte halten

Raum für Erholung des US-Dollars

US-Dollarkäufe können sich in diesem Jahr auszahlen, schafft doch die US-Zentralbank Raum für eine ausgedehnte Erholung der US-Währung. Mit einer Dollar-Long-Position wie etwa einem Call-Warrant auf den USD/CHF kann am Comeback der Währung partizipiert werden. Long-Position im Dollar kaufen

Bankenbranche wird wieder attraktiv

Die meisten Mitglieder des US-Notenbankkomitees beurteilen eine zweite US-Zinserhöhung beim kommenden Meeting Ende Juni als «wahrscheinlich angemessen». Das verbessert die Lage der international engagierten Banken. Credit Suisse, Julius Bär und UBS Group werden nach den unmissverständlichen Zinssignalen am Markt wieder zuversichtlicher eingeschätzt. Die steigenden kurzfristigen Dollarzinsen verschaffen den Grossbanken willkommene Margengewinne, welche die Aussichten angesichts der zuletzt präsentierten, trüben Zahlen aufhellen. Am Markt reagieren einerseits die Banken-Leerverkäufer mit Deckungskäufen: Sie fürchten, dass die Kurse anziehen. Auch einzelne, eher wagemutige institutionelle Anleger kaufen. Deshalb erwarte ich eine breite Erholung der Branche. Credit Suisse, UBS und Julius Bär kaufen

Konsortium zeigt Interesse an Vögele

Charles Vögele ist gemäss Gerüchten ins Visier eines britischen Käuferkonsortiums geraten. Die in Europa verankerte Vögele bietet in der Tat auch für angelsächsische Textilproduzenten einen Einstieg ins kontinentale Modegeschäft. Die Frage stellt sich allerdings, ob die Interessenten die Risiken tragen können, bis Vögele irgendwann wieder die Gewinnschwelle erreicht. Aktie meiden

Unsichere Aussichten für Telecomtitel

Bei der Swisscom sorgt die näher kommende Service-public-Abstimmung für Gerede. Der Bund hält die Mehrheit am Konzern. Mit einer Platzierung von beispiels­weise drei oder fünf Prozent der Titel am Markt könnte sie allfäl­lige Probleme nach einem Ja zur Initiative elegant bereinigen, weil das Unternehmen dann nicht mehr im Hauptbesitz der öffentlichen Hand wäre. Die Aussichten für den Titel sind ungewiss. Titel meiden

Übernahmekandidat oder gute Anlage?

Der Vermögensverwalter GAM fällt tageweise mit steigenden Kursen auf. Dank ihnen konnten sich die angeschlagenen Titel über der Marke von 12 Franken halten. Im ersten Quartal kam es bei der ­Gesellschaft zu beschleunigten Mittelabflüssen. Die von Analysten mehrheitlich neutral eingeschätzten Titel weisen meiner Meinung nach nun mehr Aufwärts- als Abwärtsrisiken auf. Einzelne Marktteilnehmer glauben, das Unternehmen sei mit seinem «Schönwettergeschäftsmodell» am Ende seines Lateins angekommen und darum ein Übernahmekandidat. Gewinne mitnehmen, ­Leerverkäufe eindecken

Fonds an Basilea-Aktien interessiert

Basilea sind wieder ins Gespräch gekommen. Die vom britischen Lord Jim O’Neill in einem Bericht verlangte Kampagne zur Eindämmung von Infektionen in Spitälern und Medikamentenresistenzen bringt die Antibiotikaprodukte des Unternehmens Basilea ins Spiel. Aus dem Handel höre ich, dass sich erste Fonds wieder in Basilea-Aktien engagieren. Die Gesellschaft werde in diesem Jahr die Früchte ihrer Anstrengungen und Investitionen ernten. Sollten sich die Basilea-Mittel gegen die resistenten Bakterien in den Spitälern vermehrt etablieren, werden die Kurse anziehen. Aktie kaufen

Warten auf Brexit-Abstimmung

Gold und Silber werden sich angesichts der Dollarhausse in die Defensive gedrängt sehen. Noch haben die Grossanleger, Fonds und Exchange Traded Funds (ETF) ihre Edelmetallpositionen kaum gesenkt. Wendet sich das Blatt, wird es zu Abflüssen aus Edelmetall­anlagen kommen. Doch bis dahin bleibt den Anlegern ausreichend Zeit, um allfällige Gewinne mitzunehmen. Bis in vier Wochen ein Entscheid über den möglichen Austritt Grossbritanniens aus der Eurozone fällt, ist Abwarten die sinnvollste Haltung. Gold und Silber halten