Nestlé steht vor einem Wachstumsschub

Blick in die Produktion der Raketen Glace anlaesslich des 50 jaehrigem Jubilaeum von Frisco am Donnerstag, 15. April 2010 in Rorschach. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Der Nestlé-Aktie fehlt der Schub: Raketen-Glace von Frisco. Foto: Ennio Leanza/Keystone

Nestlé wird von Beobachtern ein Wachstumsschub zugetraut. Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern hält am 24. und 25. Mai eine Investorentagung ab, von der sich Analytiker neue Impulse erhoffen. Wegen der Kostensenkungsprogramme von Konkurrenten wie Danone und Unilever ist Nestlé in Zugzwang geraten. So kann sich die UBS ein neues Kostensenkungsprogramm von Nestlé vorstellen. Ein solches könnte den Aktienkurs, der sich seit mehr als zwei Jahren seitwärts bewegt, nach oben treiben. Positive Erwartungen hegt auch Morgan Stanley, die von erhöhten Gewinn- und Wachstumszielen ausgeht. An Schwächetagen kaufen bzw. aufstocken

Grossanleger kaufen wieder Schweizer Substanzwerte

Antizyklisch durch volatile Monate ist eine von Fondsmanagern wieder vermehrt geschätzte Strategie, wie ich aus Fondskreisen höre. So wurden in den letzten Tagen die Positionen an den drei grossen ­Defensiven Nestlé, Novartis und Roche aufgestockt. Noch im April gab es grosse Abflüsse von US-­Investoren aus grossen Schweizer und europäischen Aktien. Jetzt ­haben die massiven Verkäufe aus Übersee nachgelassen. Das führt dazu, dass inländische Grossanleger wieder vermehrt Schweizer Substanzwerte kaufen. In prominenten Zyklischen wie Lafarge­Holcim und ABB wurden hingegen weiter Positionen gesenkt. Alle drei Leaderwerte weisen für 2016 Wachstums- und vereinzelte Trendwendefantasien auf, etwa Novartis. Nestlé, Novartis und Roche in Schwächen kaufen

Kursgewinne bei den Sachversicherern

Zurich Insurances und ihrem ­neuen Konzernchef Mario Greco gelang ein optimaler Jahresstart. Erstmals seit Jahren konnten die pessimistischen Markterwartungen übertroffen werden. Trotzdem schleckt keine Geiss weg, dass der Gewinn im ersten Quartal um 30  Prozent einbrach. Woher am Markt die Zuversicht kommt, dass auf eine Dividendensenkung ­verzichtet wird, ist offen. Dennoch sind von den Namenaktien des grössten Sachversicherers der Schweiz gerade wegen der starken Dividendenaussichten weitere Kursgewinne zu erwarten. Einmal mehr beweist die Versicherungsindustrie und speziell die Zurich, dass die Fokussierung auf das Kerngeschäft für Versicherungen die richtige Strategie ist. Halten und geniessen

Service-public-Initiative verunsichert Anleger

Swisscom geriet wieder vermehrt ins Privatisierungsgerede, erst recht, nachdem im Parlament eine bürgerliche Mehrheit das Sagen hat. Unter den Anlegern schaffen die Spekulationen jedoch Verunsicherung, weil im Fall einer grossen Platzierung die Bewertung der Aktien leiden könnte. Sollten gar die drohenden neuen Reglementierungen der Service-public-Initiative für staatliche und staatsnahe Betriebe den Privatisierungsprozess beschleunigen? Das Unternehmen könnte eine Privatisierung mit Minderheitsanteil des Staates anstreben, damit es keine personellen Talente verliert. Meiden

Hoffnung auf positive Entwicklung der Margen

Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont bewegen sich seit Mitte Januar seitwärts, in einem Band zwischen 60 und 67 Franken. Mit den bevorstehenden ­Jahresabschlusszahlen am 20.  Mai könnten Lagerbereinigungen bei der wichtigsten Marke Cartier für ein Aufatmen sorgen. Damit würde eine grosse Ungewissheit wegfallen: Man hat Angst, dass Cartier auf vollen Lagern sitzt, was einen Abschreiber nötig macht. Unklar ist, ob der Konzern gesenkte Umsatzziele mitteilen wird, was sich auf die bestehenden Konsens­erwartungen auswirken könnte. Wartet Richemont mit positiven Margenfakten und ungebrochen positiven Jahresaussichten auf, werden die Aktien ihren oberen Rand des Seitwärtstrends testen können. Abwarten, bis Richemont Klarheit schafft

Leerverkäufe verhindern Erholung des Titels

Der Solarausrüster Meyer Burger wird Tag für Tag von Verkäufen von Grossaktionären belastet. Dazu entstehen immer wieder Leerverkäufe, die den Titeln in Erholungsversuchen beständig zusetzen. In den Auftragseingängen fehlen weiterhin die grossen ­neuen Bestellungen. Ich befürchte ­deshalb, dass die Aktie weiter von Positionsverkäufen dominiert bleiben wird. Unklar ist, ob das Unternehmen seinen Verpflichtungen im kommenden Jahr ohne Bankenhilfe nachkommen kann. Wie soll Meyer Burger bei einer derart ­geringen Cash-Generierung im Frühjahr ihre fällige Anleihe zurückzahlen? Meiden

Novartis hält bis jetzt 36,5 Prozent am Joint Venture

Novartis könnte vom Kooperationspartner GlaxoSmithKline das Gemeinschaftsunternehmen für rezeptfreie Medikamente übernehmen, wie ich von Investmentbankern aus London höre. Bisher besitzt Novartis einen Anteil von 36,5 Prozent am Joint Venture, das vor einem Jahr aus der OTC-Sparte von Novartis und der Consumer-Health-Sparte von Glaxo gebildet wurde. Wird Novartis ihre Expansion in den Endverbrauchermarkt fortsetzen und mit den ­Glaxo-Produkten ihr Angebot attraktiv aufforsten, wird der Markt positiv reagieren. Halten

Starkes Wachstum in Servicebereich

Die Titel des Bankensoftware-­Anbieters Temenos sind angesichts des grossen Investitionsdrucks im Bankensektor zu einer sicheren Wachstumsaktie herangereift. Die Titel profitieren nun wieder von ausserbörslichen Kaufimpulsen. Die Chancen stehen gut, dass sie im positiven Marktumfeld ein ­neues Jahreshoch über 54 Franken erreichen können. Temenos wächst immer stärker im Servicebereich, weshalb ich die Aussichten zuversichtlich einschätze. Als Wachstumsanlage kaufen