Ein Tisch voller Tapas

 

Der Sommer will und will kein Ende nehmen. Der Appetit der Besseresser nach sommerlichen Gerichten und Aperitifs ist ungebrochen. Deshalb machten wir einen Abstecher nach Spanien, wo die Apérohäppchen sich zu einer veritablen Essenskultur entwickelt haben. Spanien war in unserem Fall in der hinteren Länggasse, wo seit einigen Jahren neben der Metzgerei Lehmann die Tapas- und Weinbar Entre nous angesiedelt ist.

Um den Tisch mit Tellerchen und Schälchen voller Tapas füllen zu können, hatten die Besseresser diesmal Verstärkung mitgenommen. So sassen wir zu acht am Tisch und liessen uns zuerst – ebenfalls passend zum lauen Septemberabend, einen Rosé (Château L’Afrique 2015, 39 Fr.) aufstellen. Dazu bestellten wir Focaccia mit Salz und Rosmarin (12 Fr.) – nicht ganz stilgerecht, dafür aber frisch aus dem Ofen und wunderbar als Vorspeise.

Danach bestellten wir zwölf verschiedene Tapas und konzentrierten uns dabei mehr oder weniger auf die typisch spanischen. Dafür musste zuerst die Mitte des Tisches freigeräumt werden. Dennoch hatten die zig Teller und Platten nicht genug Platz. Aber das ist der Spass an dieser Art von Essen: Ständig taucht ein neuer Teller auf, von dem man sich ein bisschen nehmen kann. Grosse Renner waren die Albondigas (Fleischbällchen in Tomatensauce, 18 Fr.), die gegrillten Pilze mit Petersilie (8 Fr.) und die verschiedenen Versionen von Kroketten mit Fisch (13 Fr.), Kartoffeln (12 Fr.) oder Auberginen (14 Fr.).

Auch die Riesencrevetten vom Grill (29 Fr.) und ein Teller zarte Lammracks an Knoblauchsauce (25 Fr.) waren schnell vertilgt. Dazu kamen leckere Pimientos del Padron (8 Fr.), Chorizo in Rotweinsauce (15 Fr.), Pan y Lomo (Schweinsnier­stück auf Brot, 15 Fr.) und frittierte Calamaretti (17 Fr.), die ebenfalls an Sommer am Meer erinnerten. Am Schluss blieb einzig eines der Pouletflügeli (16 Fr.) etwas länger liegen – die Marinade mit geräuchter Peperoni war ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Nach geschlagener Schlacht – man braucht lange Arme, um an alle Teller zu kommen – waren sich die Besseresser einig, dass sich ein Besuch im Entre nous weniger für ein Tête-à-tête eignet. Mit mehr Leuten am Tisch lässt sich aber fast die ganze ­Karte durchprobieren und ein prächtiges Menu zusammen­stellen.

Entre nous Tapas et vin, Neufeldstrasse 32, 3012 Bern031 301 66 88; Entrenous-bern.ch Mo–Fr 17.30–24 Uhr, Sa 18–24 Uhr. 

Die Quittung

Auf dem Tisch: Tapas, von typisch spanisch bis italienisch.
Abgerechnet: Eher teuer, dafür aber grosse Portionen.
Aufgefallen: Zur Rechnung wird stilgerecht wie in Spanien ein ­Likör spendiert.
Abgefallen: Obwohl das Restaurant hübsch zurechtgemacht ist, kann es nicht über den 70er-Jahre-Block, in dem es sich befindet, hinwegtäuschen.

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