Von der Strasse in die Küche

145_234_76_26Tacos, Ceviche, Bruschetta, Falafel oder Frühlingsrollen: Essen, das auf der Strasse verkauft wird, heisst Streetfood. Ist gerade sehr angesagt. Auch weil es immer mehr Streetfood-Festivals gibt, Grossanlässe, an denen man sich durch die Welt schlemmen kann, indem man sich an verschiedenen Essenständen oder Foodtrucks etwas bestellt, und – ganz wichtig! – eine Serviette schnappt (Foodfestivals in der Region: Bern: 27.– 29. Mai, Biel: 23.–24.  September, Thun: 16.– 17. September). Da solche Feste jeweils so viel zu schnell vorüber sind, ist es höchste Zeit, sich ein Streetfood-Buch anzuschaffen.

Zum Beispiel „Streetfood“ von Dorling Kindersley. Es ist das zehnte Buch der Foodbloggerin Jennifer Joyce, die eine wahre Meisterin des Foodstylings ist. Es ist schön gemacht, das heisst: mit ganz unglaublichen Bildern ausgestattet. Auch gut: Nach Regionen geordnet findet man schnell, was man sucht, sei es «typisch amerikanisch», «orientalische Küche» oder «mediterrane Genüsse». Die karamellisierten Schweinefleischhäppchen im Bild gibt es in Hanois Strassen – oder in der eigenen Küche (Schweinehackfleisch, Fischsauce und Muscovadozucker und ein bisschen Fantasie). Apropos Schweinefleisch: Leider fehlt im Buch das typische kubanische Sandwich aus «Kiss the Cook» (das ist der Film von und mit Jon Favreau, der als Carl Casper die Sterneküche verlässt und fortan Cuban Sandwiches aus einem Foodtruck heraus verkauft. Übrigens ein wunderschönes Beispiel, wie man anhand eines Spielfilms etwas erklären kann, in diesem Falle die Streetfood-Küche. Scarlett Johansson spielt auch mit, und Robert Downey Jr. und, und, und). Also. Das Kubanische fehlt, doch in diesem Buch gibt es viele, viele Inspirationen.

(Jennifer Joyce: Streetfood. Bratwurst, Raclette, Pommes oder Pizza. Dorling Kindersley, 271 S., ca. 35 Fr.)

eatonthestreeetNicht ganz so umfangreich ist das nächste Buch: «Eat on the Street». Aber sehr sorgfältig gemacht! Das Buch, das sich auf Essen aus ausgewählten Städten beschränkt, hebt sich dadurch ab, dass es so unspektakulär aussieht. Das ist ein falscher Eindruck, es ist reich an abgefahrenen Rezepten! Mir gefällt das Kapitel «Berlin, Hamburg, München und Co.» mit Currywürsten, Fischbrötchen oder Nürnberger Waffeln am besten – aber das ist natürlich Geschmackssache. Ich finde halt: Warum weit reisen, wenn die fast heimischen Strassen solches Essen liefern? Da ist es auch nicht so schlimm, wenn das kubanische Sandwich auch hier fehlt, ich behaupte mal: So ein Fischbrötchen kann locker darüber hinaus trösten.
(Mennerich, Braun: Eat on the Street, ZS-Verlag, 176  S., ca. 32 Fr.)

streetfoodHier muss man erst gar nicht nach dem Cuban Sandwich suchen, das normalerweise mit Schweinefleisch gefüllt wird, in diesem Buch ist das Streetfood vegan. Doch, doch! Das ist saugut! Also, ich meine: gut! Vor allem die Burger-Rezepte überzeugen. Ausgerechnet!

(Horn, Mayer: Vegan Street Food, Edition Fackelträger, 143  S., ca. 29 Fr.)

(Grosses Bild: Schweinefleischhäppchen aus dem Buch Streetfood)

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