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Diese Newsportale werden von China gesperrt

Von Marc Brupbacher, 8. Juni 2015 8 Kommentare »
Ein Tool macht transparent, welche Nachrichtenportale zurzeit in der grossen, chinesischen Firewall hängen bleiben.
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Propublica, die Non-Profit-Redaktion für investigativen Journalismus, listet seit dem 17. November 2014 täglich internationale Nachrichtenseiten auf, welche innerhalb Chinas nicht aufrufbar sind. Fünf Kategorien werden unterschieden:

  • gesperrt
  • wahrscheinlich gesperrt
  • ohne Ergebnis
  • wahrscheinlich zugänglich
  • keine Zensur entdeckt

Am heutigen Tag sind von den 18 von Propublica überwachten Portalen 12 gesperrt. Der Datenblog hat zusätzlich einige deutschsprachige Portale überprüft. Die grösseren Schweizer Newssites sind zurzeit alle erreichbar.

Für die tägliche automatische Überprüfung verwendet Propublica Greatfire.org – einen chinesischen Zensurmonitor, den es seit 2011 gibt (mehr zur Methodik). Jeder kann diesen Dienst nutzen, um zu überprüfen, ob Websites in China zensiert werden. Es ist kinderleicht: URL eingeben und etwa eine Minuten warten. Dann spuckt das Tool das Resultat aus.

Der Langzeitvergleich zeigt:

  • Twitter, Facebook, «Wallstreet Journal», Bloomberg und die «New York Times» sind seit Monaten gesperrt.
  • CNN, BBC English und Propublica sind meistens zugänglich.
  • Bei der «Washington Post», bei Huffington Post und beim «Guardian» ist die Erreichbarkeit uneinheitlich.

8 Kommentare zu “Diese Newsportale werden von China gesperrt”

  1. Nick sagt:

    Als ich 1994 den Sommer über in Beijing war, da konnte ich Twitter und Google+ nicht erreichen 😉
    Hingegen war es ein leichtes, in die Büros der grossen Multis zu gehen, und sie nach dem Vorgehen im neuen Chinesischen Markt zu befragen.
    Information war damals noch etwas, was man sich zu Fuss über Mittelsleute mühsam beschaffen musste.
    Womit gleichzeitig eine persönliche Beziehung entstand.
    Heute hat man dafür 7326 persönliche Facebook Freunde…

  2. Rolf sagt:

    Nicht immer ist es die Zensur, gerade am erwähnten Beispiel Tagi kann es auch am Netzbetreiber liegen. Oft sind die so überlastet dass die Kommunikation mit dem angewählten Server nicht klappt. Wer in China wirklich problemlos auf alle Portale zugreifen will sollte sich schon vor der Abreise einen VPN Account einrichten. Für Android Smartphones oder Tablets gibt es auch kostenlose VPN Apps die ganz gut funktionieren. Achtung: ohne VPN ist der Google Playstore geblockt, also Apps noch zu Hause runterladen oder alternative Stores benützen.

  3. J.Staub sagt:

    War im Mai in China.
    Blick war de ganze Zeit nicht erreichbar.
    NZZ nur schwer mit elend langen Ladezeite, hängt sicher mit den vielen Zusätzen zusammen die mitgeladen werden, absolut frustrieren.
    Tagi ging recht gut.
    St Galler Tagblatt laden und Seitenwechsel gingen richtig flott.
    Spiegel.de war de ganze Zeit nicht erreichbar.
    Stern.de funktionierte recht gut.
    PCTipp.ch und Heise.de laufen recht gut.

  4. Marcel Liechti sagt:

    Von China ist man sich solche Sachen ja gewohnt aber ich wollte kürzlich am Flughafen Heathrow in London mit deren WiFi auf die Website von Blick und die war tatsächlich explizit mit entsprechender Meldung gesperrt.

  5. Walter Brun sagt:

    Mich stört nur wirklich, dass Google Map in China nicht verfügbar ist. Für die meisten Dienste oder Quellen gibt es entsprechende Pendants in China. Für Google Map auch, allerdings ist alles in chinesisch. Damit kann man sich nirgendswo zurechtfinden.

    • Rolf sagt:

      Die einzige mir bekannte Lösung: VPN. Funktioniert einwandfrei, zumindest in Nanning wo ich lebe.

      • Maiko Laugun sagt:

        Auch wenn es einige tun, VPN und Proxy Server sind in China von Gesetzes wegen verboten, also illegal. Zusätzlich risikieren Sie Ihre Aufenthaltsbewilligung. Gruss aus der Provinz Fujian. Da lebe nämlich ich.

  6. Reisender sagt:

    Als ich anfangs 2014 in China war, konnte ich auch nicht auf http://www.tagesanzeiger.ch zugreifen.