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Unfälle, schlechte Luft und Lärm: Was Autofahrer die Gesellschaft kosten

Von Marc Brupbacher, 15. April 2015 64 Kommentare »
Verkehr hat schmerzhafte und stinkende Nebenwirkungen: Umweltschäden und Unfälle kosten die Gesellschaft ein Vermögen. Was verursacht die Kosten? Und vor allem: Wer trägt sie?

Die Gesamtkosten des Verkehrs in der Schweiz beliefen sich im Jahr 2010 auf 94,7 Milliarden Franken. Dies entspricht pro Einwohner rund 12‘000 Franken. Die Kosten setzen sich zu 78 Prozent aus der Anschaffung, dem Betrieb, dem Unterhalt der Verkehrsmittel sowie dem Ausbau der Infrastruktur zusammen. Mehr zur gestern veröffentlichten Statistik zu den Kosten und der Finanzierung des Verkehrs des Bundesamtes für Statistik (BFS) finden Sie hier.

Dieser Beitrag soll nur von jenen 22 Prozent Verkehrskosten handeln, die häufig vernachlässigt werden und schmerzhaft und schmutzig sind: Unfall-, Umwelt- und Gesundheitskosten. Also die negativen Auswirkungen des Verkehrs. Ein beträchtlicher Teil dieser Kosten wird nicht von den Verursachenden übernommen, sondern auf andere Personen abgewälzt. So sieht das im Detail aus:

1. Unfallkosten (13 Prozent der Verkehrskosten)

12 Milliarden Franken Unfallkosten verursachte der Strassen-, Schienen- und Luftverkehr im Jahr 2010. 99 Prozent dieser Kosten fielen im Strassenverkehr an – zum grössten Teil verursacht durch Autos, Motorräder, Velos und Fussgänger. Zu bezahlen sind unter anderem medizinische Leistungen, Sachschäden und Anwaltskosten.

 

2. Umwelt und Gesundheitskosten (9 Prozent der Verkehrskosten)

8,5 Milliarden Franken kosteten 2010 die negativen Auswirkungen des Verkehrs auf unsere Umwelt und die menschliche Gesundheit. Der grösste Anteil dieser Kosten (Luftverschmutzung, Lärmkosten, Klimaschäden) verursachte mit 4,8 Milliarden Franken wiederum Auto- und Töfffahrer. Ins Gewicht fielen auch Lastwagen mit 1,7 Milliarden Franken und der Flugverkehr mit 0,95 Milliarden Franken. Ferner die Schiene (Personen- und Güterverkehr) mit 723 Millionen Franken.

 

3. Wer bezahlt? Verursacher oder Allgemeinheit?

Verkehrspolitisch von besonderem Interesse sind nun jene dieser oben genannten Kosten, welche der Verursachende nicht selber zahlt, sondern von Dritten getragen werden. Diese Kosten nennt man externe Kosten. In dieser Abwälzung auf die Allgemeinheit liegt die politische Brisanz. Externe Kosten entstehen zum Beispiel dann, wenn Teile der Bevölkerung aufgrund verkehrsbedingter Schadstoffemissionen an Erkrankungen der Atemwege leiden.

Die höchsten auf die Gesellschaft abgewälzten Unfall-, Umwelt- und Gesundheitskosten verursachten 2010 mit 5,5 Milliarden Franken Auto- und Töfffahrer. Es folgen Fussgänger/Velofahrer (915 Millionen Franken), Lastwagen (857 Millionen Franken) und die Fliegerei mit 923 Millionen Franken. Am wenigsten Kosten der negativen Auswirkungen wälzt die Schiene auf die Gesellschaft ab (724 Millionen Franken).

Immerhin zahlen Auto- und Töfffahrer 52 Prozent der von ihnen verursachten Schäden (Grafik 1 und 2) selber – abgewälzt werden aber dennoch 5,5 Milliarden.

Externer Nutzen bei Fussgängern

Bei den Fussgängern und Velofahrern standen den externen Kosten ein externer Nutzen von 1,3 Milliarden Franken gegenüber. Dieser Betrag kam dadurch zustande, dass sich die positiven Gesundheitseffekte auch aus volkswirtschaftlicher Sicht bezahlt machen, etwa in Form eingesparter Produktionsausfälle infolge krankheitsbedingter Absenzen für Arbeitgeber.

 

«Da die externen Kosten die Konsumentscheidungen der Verursachenden kaum beeinflussen, entsteht ein Marktversagen, welches zu Wohlfahrtsverlusten führt. Dies kann durch politische Massnahmen korrigiert werden.» Kosten und Finanzierung des Verkehrs 2010, BFS

 

 Was sind Internalisierungsbeiträge?

Mittels zumeist staatlicher Lenkungseingriffe wird der Preis der Mobilität für die Verursachenden erhöht, um so den Konsum zu senken. Solche Internalisierungsbeiträge zur Verminderung der externen Kosten sind im Verkehrsbereich der Klimarappen auf Treibstoffe, Teile der Schwerverkehrsabgabe sowie die lärm- und emissionsabhängigen Gebühren im Flugverkehr.

64 Kommentare zu “Unfälle, schlechte Luft und Lärm: Was Autofahrer die Gesellschaft kosten”

  1. David sagt:

    Komisch, dass dieser Artikel zu einem Hickhack zwischen ÖV und Individualverkehr wird.
    Eigentlich können wir uns doch glücklich schätzen wohnen wir in einem Land mit allen Freiheiten. Fast jeder kann sich aussuchen, wie er unterwegs sein will.
    Was heute selbstverständlich ist, war früher nur wenigen vorbehalten, denn es konnten sich nur wenige leisten. Und hier liegt auch wahrscheinlich der Hund begraben. Nicht das Auto fahren per se ist das Problem, sondern dass es so viele machen. Auch der ÖV ist mit dem Service Public Versprechen viel zu hoch getaktet. Die vielen leeren Plätze, die ausserhalb der Rushhour herumfahren, verbrauchen eigentlich auch nur unnötige Ressourcen.
    Ich selbst habe ein GA, einen Smart, einen Roller und ein Velo. Wenn ich meine Gebrauchsstatistik anschaue dann kommt darin täglich mein Roller und mein GA vor, wöchentlich zwei Mal das Velo und monatlich ein Mal der Smart. Sollte ich mal was grösseres transpoertieren kann ich noch auf Mobility umsteigen.
    So habe ich meine Mobilität individuell auf alle heutigen Möglichkeiten verteilt und nehme dann jeweils dasjenige, das auf die Situation am besten passt.
    Ich denke es ist mit allem so. Es gibt nie ein klares Dafür oder Dagegen und wenn wir alle auf die eigenen Bedürfnisse und das des näheren Umfeld achten sollten wir doch gut zusammen leben können, auch wenn das alles Geld kostet.

  2. Roman Meier sagt:

    Sind die möglichen Umweltschäden, bzw. Aufräumkosten von Abfällen, wie Verpackungsmüll, Zigarettenschachteln, etc., die häufig aus Autos heraus geworfen werden (auch in Wiesen und Felder), auch mit eingerechnet worden? Aus Bussen und Zügen heraus kann ja wegen der geschlossenen Fenster heute kein Müll mehr geworfen werden.

    • Remo Brunner-Schori sagt:

      Ach sie guter Mensch! Ich reise täglich 450 Kilometer mit der Bahn und könnte ihnen tolle Geschichten über das Müll-Verhalten der Reisenden in Zügen erzählen. Aber behalten sie ihre Illusionen, es gibt ja nur noch so wenige!

  3. Walter Brun sagt:

    Das ist doch purer Unsinn: Die Unfallkosten werden fast vollständig von den Versicherungen bezahlt. Diese bezahlen auch die Glasschäden der Chaoten, die Bergunfälle und vieles mehr. Und die Umwelt- und Gesundseitkosten kann jeder nach seinem belieben und seiner Ideologie rechnen..

    • Roman Meier sagt:

      Das heisst dann wohl nach Ihrer Ideologie, dass Schadstoffe von Verbrennungsmotoren nicht schädlich sind, wahrscheinlich ebensowenig wie Zigarettenrauch. Mit welchem Recht nötigen Sie eigentlich andere Menschen Ihre Abgase einzuatmen? Ich wohne an einer Autobahn (noch bevor sie gebaut wurde), wo täglich 20’000 Motorfahrzeuge vorbeifahren, sodass es die meiste Zeit nach Abgasen stinkt, die Fenstersimse jeweils nach kurzer Zeit grau sind vom krebserregenden Dieselruss und man die Fenster praktisch nur in der Nacht aufmachen kann. Dagegen machen kann ich nichts. Dafür ist es mir aber auch völlig egal, wenn einer dieser Typen, die da vorbeifahren, tödlich verunfallt. Einer weniger, der die Luft verpestet, mehr nicht!

  4. Marco Meier sagt:

    Mittlerweile wissen wir, dass z.B. die Folgen von Skiunfällen, Wintersportunfällen oder Risikosportarten allgemein oder so ganz einfache Dinge wie das Rauchen kosten im Milliardenhöhe verursachen. Niemand kommt aber auf die Idee irgendwelche Kosten hier auf die Verursacher abzuwälzen. Beim Autoverkehr ist alles anders. Ich wage zu behaupten, dass in 10-20 Jahren, der Invidualverkehr absolut geräuschlos und abgasfrei verkehren wird (Strom!). Neuartige Schutzsysteme (Elektronik etc.) für den Langsamverkehr (Velo, Fussgänger) die Anzahl Unfälle weiter verringern wird…und was wird dann wohl passieren? Man wird Wege finden um den Autoverkehr weiter in irgendeiner Form finanziell zu belasten. Ganz einfach. Es geht hier nur um Ideologie, grüne, diktatorische Ideologie. Aber die Menschen sind nicht ganz so blöd wie gewisse Politiker denken.

    • Roman Meier sagt:

      Soso, in 10-20 Jahren abgasfrei! Und was ist mit dem Abgasterror der vergangenen Jahrzehnte, der Menschen gesundheitlich geschädigt und unzählige auf dem Gewissen hat. Vergeben und Vergessen? Eigentlich sollte man die Verursacher der Umweltverschmutzung, sei es Strasse oder Schiene, schon längst auf Schädigung der Gesundheit verklagen, denn bis heute sind diese ungerechterweise noch immer alle strafffrei geblieben.

  5. Hannes Müller sagt:

    Zum “stinkenden” Verkehr: Ein moderner Benzinmotor lässt Luft aus dem Auspuff, die besser ist als die übliche Stadtluft.

  6. weisse Ratte sagt:

    Die Schweiz ist ein technisierter Konsumtempel. Die allergrösste Mehrheit ist nicht hier, um zu sparen oder sich in Verzicht zu üben. Und alle, die noch nicht hier sind und erst noch in die Schweiz ziehen, ebenfalls nicht. Und ich auch nicht.

    • Roman Meier sagt:

      Keine Sorge, der Verzicht kommt noch! Aber unfreiwillig! Und dann werden wieder diejenigen im Vorteil sein, die ihren Hintern noch selber in Bewegung setzen können und dazu keinen Motor brauchen.

    • Peter Keller sagt:

      Es geht nicht um Konsumverzicht. Es geht darum ob man seinen Konsum selber bezahlt oder ihn von seinen Mitbürgern subventionieren lässt. Z.z. bezahlt jeder Schweizer ca. 1000 Fr pro Jahr an die Unfallschäden der MIV Fahrer. Das ist absurd.

  7. Fritz sagt:

    Eh ja, dann stellen wir die Autos doch mal unter und benutzen diese ca. 5 Tage nicht. Nimmt mich ja dann mal Wunder, wer dem Bäcker sein Mehl herbeischleppt, auf dem Land die Äpfel beim Bauern holt, die Mehrkosten von Neubauten trägt, dem Sanitär sein Werkzeug rumfuhrwerkt, unendlich lange wartet, bis endlich jemand da ist, der sich um irgendwelche Problemchen kümmert, eine Woche auf die Post wartet, am Flughafen irgendwelche exotischen Früchte abholt, die Kleider direkt in der Fabrik in Zürich oder weiss wo holen geht, usw. usf.
    Die ersten, welche das Auto wieder hervorholen würden, wären wohl diejenigen, die hier am Lautesten “Kosten! Kosten! Kosten!” rumschreien.

    • Peter Keller sagt:

      Tun Sie das. Der Bäcker wird sich sogar freuen wenn er seine Brötchen mal wiedermohne Stau ausfahren kann. Unnötiger Freizeitverkehr sollte nicht noch subventioniert werden. Das ist absurd.

  8. Agnes Bernauer sagt:

    Typisch Grüne Angstmache in einer saturierten Gesellschaft. Mit solchen Themen bewirtschaften die Grünen ihr politisches Feld, mit Angst versuchen sie, ihre Wähler an die Urnen zu treiben. Seit den Wahlen in Basel, Luzern, Appenzell und Zürich wird evident, dass diesem grünen Geschwafel keiner mehr glaubt. Die grünen Politiker werden abgestraft und abgewählt, weil die grünen Weltuntergangs-Szenarien von Anfang an unglaubwürdig waren und heute nicht mehr ziehen. 8,5 Milliarden Franken kosteten 2010 die negativen Auswirkungen des Verkehrs auf unsere Umwelt und die menschliche Gesundheit? Das ist eine unfundierte politische Behauptung und basiert auf der Voodoo-Oekonomie der Grünen und Linken. Die Grünen manövrierten sich von einer Klamauk- und Angstmacherpartei durch ihre nachhaltige Unglaubwürdigkeit ins Lächerliche. So sehens die mündigen Wähler heute.

  9. Roman Meier sagt:

    Jahrzehntelang wurden vom Motorverkehr hochgiftige Schwermetalle, wie etwa Blei ausgestossen, die die Gesundheit von Mensch und Tier geschädigt und sich in unseren Böden angereichert haben (Böden entlang stark befahrener Strassen sind hochgradig giftig und müssen wohl irgendwann mal auf Kosten der Allgemeinheit gesäubert werden). Mir ist nicht bekannt, dass je einer dieser Luftverschmutzer für seine Untaten mal irgendetwas bezahlt hätte.

    • peter sagt:

      Was finden Sie entlang der Eisenbahntrassen? wer verheimlicht hier etwas?
      1. Atrazin und andere schädliche Pflanzengifte die auch das Grundwasser in der Umgebung stark gefährden
      2. Diverse Feinstäube von Abrieben der Bremsen und Fahrleitungen, z.T. hochgiftiges Beryllium
      3. Konzentrate von Fäkalien während über 100 Jahren direkt aus den Bahn- WC auf die Trassen gesschleudert
      4. Oele und Fette von Lokomotiven und Wagen, verschiedene Altlasten von Unfällen, Stichwort Balsberg
      5. Erdströme die durch das Erdreich fliessen
      6. Gesundheitsschädliche Magnetfelder http://www.wohngesundheit.ch/_PDF-Dateien/12_13_Bahnstrom.pdf
      7. Uebermässiger schädlicher Lärm dank dem “Schienenbonus” von sagenhaften 5 bis 15 dB(A)
      8. Uebermässige für Mensch und Gebäude schädliche Vibrationen und Erschütterungen

      • Roman Meier sagt:

        Atrazin ist heute in der Schweiz verboten und wird von der SBB seit Anfang der 1990-er Jahre nicht mehr eingesetzt. Es wurde übrigens nicht nur von der Bahn eingesetzt, sondern auch von der Landwirtschaft (wahrscheinlich in noch grösserem Masse). Feinstäube von Abrieben produziert der Strassenverkerhr vier mal mehr als die Bahn! Oele dürften von den fast 6 Mio. Motorfahrzeugen auch viel mehr in die Umwelt gelangen als von der Bahn. Schienenlärm ist örtlich stark begrenzt und lässt sich darum leichter eindämmen als Autolärm. Und schliesslich werden im Strassenverkehr im Schnitt 10 mal mehr Menschen pro Jahr getötet als im Bahnverkehr. Die meisten im Bahnverkehr getöteten sind ausserdem Angestellte der Bahn und keine Fahrgäste.

        • peter sagt:

          1. Und was ist mit den über Jahrzehnte durch den Einsatz von Atrazin geschaffenen grossflächigen Altlasten?
          2. Und wie “umweltverträglich” sind die Ersatzprodukte und wieviele tausend Tonnen werden pro Jahr versprüht?
          3. Und was ist mit den Imprägnierungen der Eisenbahnschwellen, deren Einsatz für die normalen Bürger verboten wurde, und deren Gifte seit vielen Jahrzehnten in den Bahntrassen sind und deren Umgebung infiltrieren?
          4. Und was ist mit den exponierten Schmierstoffen der Weichen und Stellwerkinstallationen?
          5. Und wieso werden bekannte Umweltverschmutzungen der Bahn (Tankwagen Balsberg) nicht saniert?
          6. Und was ist sonst noch an unbekannten und nicht deklarierten Altlasten dieser “Geisterbahn” vorhanden?

          • Peter Keller sagt:

            Sollen das Gründe sein den Autoverkehr weiterhin zu subventionieren? Autoabgase verursachen 1000 bis 5000 Tote pro Jahr.

  10. Louis Odermatt sagt:

    Hier werden einseitig nur irgendwelche negativ konotierten Kosten angegeben. Grösster Fehler dabei die Nennung sog. “Klimaschäden”. Was genau, Herr Brupbacher meinen Sie damit? Wer kann das überhaupt beziffern? Das erscheint doch ziemlich unseriös. Weiter: Die positiven Effekte,wie z.B. (1) Arbeitsbeschaffung im Strassenbau z.B. für spezifische Schichten, die nicht so hoch ausgebildet sind wie Sie als Journalist, (2) der positiv zu rechnende Wirtschaftsfaktor “Auto” wird hier überhaupt nicht berücksichtigt. Der positive Effekt des Warentranspotes als wichtiges suppyl chain Elemen bleibt unkalkuliertt Eine mehr als einseitige Darstellung von Herrn Brupbacher. Schaun Sie sich das Ganze doch nochmals genauer an. Kommt mir doch etwas ideologielastig vor.

    • Roman Meier sagt:

      Arbeitsbeschaffung im Strassenbau? Ja, Arbeitsbeschaffung für Menschen aus anderen Ländern vielleicht, die sich dann von ihrem abgesparten Lohn in der eigenen Heimat ein Haus bauen! Schweizer arbeiten in diesem Bereich nicht sehr viele!

    • Peter Keller sagt:

      Odermatt: Arbeitsbeschaffung ist wirklich ein blödes Argument. Sonst müssten wir wieder Pferdefuhrwerke einführen. Was wir brauchen ist Effizienz. Die wird nur erreicht wenn Kostenwahrheit besteht. So einfach ist das.

  11. Pat Geering sagt:

    Zahlen sagen immer das aus was man will das sie aussagen Nicht umsonst heisst es: trau keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast.
    Ja, es entstehen durch den Fzg Verkehr externe Kosten, mehr als in anderen Bereichen.
    Und ja, es entstehen dadurch leider auch ungewünschte Nebenwirkungen (wie sie überall anfallen, auch bei guten Dingen wie Medikamenten etc.). Kein Licht ohne Schatten! Aber:
    1. Muss man dies auch in Relation setzen zu wieviel Transportkapazität im Strassenverkehr (täglich) im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln stattfindet.
    2. werden viele der gelisteten externen Kosten, v.A. im Gesundheits und Rechtsbereich, nicht wirklich auf die Gesellschaft abgewälzt, sondern durch Krankenkassen, Versicherungen und andere privaten Institutionen abgedeckt.
    3. muss man den Nutzen gegenüberstellen: d.h. wo wären wir heute als Gesellschaft wenn der Individualverkehr nicht stattfinden würde? wer gerne in der Steinzeit leben und auf all die kleinen und grossen Annehmlichkeiten unserer Zivilisation verzichten möchte … De Föifer und´s Weggli gits nid!
    4. Viele Unfallkosten auf der Strasse verursachen leider Tote, aber mehrheitlich mehr oder minder schwer verletzte. Dass dies einen hohen Anteil an Gesundheits- und Rechtsverfahrenskosten nach sich zieht ist selbstredend. Im Vergleich dazu sind Incidents v.A. im Luft (aber auch Schienenverkehr) meist fataler. Ein Toter wird beerdigt und generiert damit massiv weniger kosten als ein Verletzter. nicht umsonst ist die maxime in der Kriegsführung auch dahin ausgelegt, dem Feind möglichst viele Verletzte, nicht Tote zu generieren. Denn das belastet um Faktoren mehr.

    Bevor hier also das grosse Autobashing los geht sollte sich jeder selber sehr gut überlegen, ob er tatsächlich auf allen Mehrwert generiert im Zusammenhang mit Strassenverkehr verzichten möchte. Dies schliesst auch öffentlichen Verkehr (Bus etc.) und Wahrentransport ein. Wer also keinen Computer braucht, um seine Blogs zu schreiben, keine Mobiles um zu kommunizieren, kein Toilettenpapier, nur selbstanbau betreibt und im Wald in einer Höhle lebt, der darf gerne loslegen. An alle anderen: in einem Glashaus mit Steinen herumzuwerfen ist nicht sehr zielführend!

    • Roman Meier sagt:

      Autos gibt’s seit etwas mehr als hundert Jahren! Aber davor war für Sie wohl noch die Steinzeit! Und wie kommen Sie dazu, den Warentransport und den nicht notwendigen Freizeitverkehr von Menschen, die einfach nur bequem sind, in einen Topf zu werfen?

    • Peter Keller sagt:

      Geering: zu 1): das tut die Untersuching ja. Haben sie diese nicht gelesen? Dann holen sie das doch nach. Zu 2): und der Strom kommt aus der Steckdose – Ihre Sicht ist extrem beschränkt. Die Versicherung wälzt die Kosten natürlich weiter. Die bazahlen das nicht selber. Am schluss bezahlt es der Prämienzahler, also auch der Nicht-autofahrer und somit die Allgemeinheit. Zu 3): Gerade weil die Nutzen so hoch sind sollte es ja kein Problem sein wenn die Autofahrer sämtliche Kosten bezahlen würden. 4): Auch da liegen sie falsch. Tote verursachen Einkommensausfälle und Schmerzensgelder die Mitgerechnet werden müssen. Wieviel würden sie einem Mörder bezahlen dass er sie nicht Tötet? Ihr ganzes Vermögen sowie noch mehr. Das ist der Wert des Lebens. Diese Kosten sollten einberechnet werden. Falls das nicht gemacht wurde, wie sie vermuten, müsste das korrigiert werden. Und dann würden die externen Kosten des Autofajrens noch höher.

  12. H. Gruening sagt:

    Mich schockt die immer noch verkürzte Sichtweise: Gesundheitskosten Auto: 6,8 Milliarden, Fusgänger, Velos etc. 4,3 Milliarden!
    Warum finde ich das verkürzt?
    Hier wurden den Fussgängern und Velos Kosten aufgebrummt, weil sie als “Schuldige” galten. Ohne die Präsens der Autos aber wären die meisten dieser Unfälle ja wohl gar nicht erst geschehen – sprich: Wären die Autos nicht, wäre auch dieser Kostfaktor viel kleiner.

    Fazit: Wir hier im Westen denken noch immer in Bahnen des “Schuldigen”. In Japan dagegen geht es praktisch immer zu Lasten des Stärkeren. Ist das nicht viel gerechter? Wäre es nicht langsam an der Zeit, auch hier umzudenken?

    Sorry, “liebe” Autofahrer. Aber für euch bzw. diejenigen unter euch, die die Unfälle erzeugen, möchte ich wirklich nicht länger “den Kopf hinhalten”. Und ihr müsst doch einsehen: Unter japanischer Rechtssicht würden sich auch hier eure Artgenossen weitaus vorsichtiger verhalten.

    • Pat Geering sagt:

      Na ja, ohne die Präsenz der Velofahrer und Fussgänger wären auch viele Unfälle gar nicht geschehen, die jetzt dem Strassenverkehr als ‘Schuldigen’ oder ‘stärkeren’ angelastet werden. Ohne Sonne hätten wir auch keinen Hautkrebs. Ohne das Vorhandensein von Flüssen, Seen und Meere auch keine Ertrinkungsopfer. Wollen sie deswegen die Sonne und die Gewässer abschaffen?
      Die Welt ist nicht Schwarz oder weiss, sie lässt sich nicht auf gut oder böse, stark oder schwach reduzieren. Die Welt ist ein komplexes Ökosystem, sowohl in Fauna/Flora als auch in Wirtschaft und Gemeinwesen.
      Jede Schraube die man dreht hat Auswirkung auf ganz unterschiedliche Bereiche. Grüner Fundamentalismus bringt niemanden weiter, sondern nur ein gemeinschaftliches Miteinander.
      Dass nun u.a. im Kt. ZH diverse Grüne abgewählt wurden, u.a. auch Hans Läubli aus Affoltern a.A. kommt nicht von ungefähr: das hat zum einen mit der momentanen wirtschaftlichen Lage zu tun: wenn’s ans lebendige geht dann ist einem das Hemd immer noch näher als die Jacke, sprich Umweltschutz steht an.
      Hauptsächlich ist diese Abwahl aber damit zu begründen, dass diese grünen Politiker am Grossteil des Volkes vorbeipolitisieren und nun den Denkzettel erhalten haben. Wer das Wohl von Fröschen und Lurchen höher wertet als das Wohl und die Sicherheit von Schulkindern und Bewohner, der darf sich nicht wundern wenn er den Hut nehmen muss.
      Persönlich bin ich der Meinung, dass es die Grünen braucht, als Balance und als Gewissen. Aber nicht als Schulmeister und nicht als Ökotalibans und Nein-Sager. Das gilt auch für alle ähnlich gearteten Taliban-Organisationen wie VCS etc.
      (Grüne) Konsenspolitik: Ja – Grüner Fundamentalismus: Nein

      • Roman Meier sagt:

        Wer auf das Wohl von Schulkindern oder noch kleineren Kindern wirklich Wert legt, der fährt nicht Auto! Wer Auto fährt, nimmt stillschweigend in Kauf, dass ihm mal ein Kind vor den Wagen springt und dabei schwer verletzt oder getötet wird.

        • Pat Geering sagt:

          @RM: klar: Autofahrer sind Mörder. Wie einfach die Welt mit einem Talibansichtweise doch sein kann … was denken Sie wie der Computer mit dem Sie solche fundierten Erkenntnisse hier platzieren in den Laden gekommen ist wo sie ihn gekauft haben, resp. wie er bei ihnen angeliefert wurde falls sie ihn online bestellt haben: mit dem Hochsee Containerschiff direkt von China zu ihrer Haustüre resp. zum Laden.
          Qualifiziertes Denken kann manchmal schon zur Glücksache ausarten wenn man die fundamentalistische Brille aufhat

      • H. Gruening sagt:

        Hallo, Pat Geering.
        Wer denkt hier schwarz-weiss? Und was halten Sie da für “grünen Fundamentalismus”?
        Ich zitiere: “ohne die Präsenz der (Velofahrer und) Fussgänger wären auch viele Unfälle gar nicht geschehen,”
        Hallo! Welcher Autofahrer ist nicht auch mal Fussgänger? Wie also stellen Sie sich eine Welt ohne Fussgänger vor?
        Eine Welt ohne Autos – oder doch wenigstens mit weit weniger, dafür aber weit rücksichtsvolleren und weit weniger gestressten – so eine Welt dagegen kann ich mir sehr wohl vorstellen.
        Klar machen auch Fussgänger und Velofahrer Fehler – auch grobe. Wer aber leidet dann wirklich darunter? Vielleicht kann es Sie etwas beruhigen, wenn ich Ihnen gestehe, dass ich nicht grundsätzlich etwas gegen die Autofahrer habe – ich selbst sitzte auch schon mal hinter einem Steuer – aber weniger wäre schon besser, und eine bessere Entkopplung von Autos und Langsamverkehr könnte auch sehr helfen.

  13. Oppliger Max sagt:

    Bei aller Skepsis über den wahnsinnigen Autoverkehr, hat noch niemand erklärt, was denn die Umweltkosten genau bedeuten. Was muss da bezahlt werden? Der Bau einer neuen Strasse ist ja wohl nicht a priori ein Umweltschaden und wie man den Abgasausstoss als Kosten berechnet ist ja wohl ebenso unklar.

  14. Ivonne Gerstenberger sagt:

    Und mal wieder wird beim Artikel vernachlässigt, dass der Strom, mit dem der öV betrieben wird, aus einem AKW kommt. Welche Kosten verursacht die Entsorgung oder Aufbereitung der Brennstäbe? Oder die graue Energie der Urangewinnung? Mal ganz ehrlich: Ich würde lieber neben einer Hauptverkehrsstrasse wohnen als neben einem Atommüllendlager. Aber der öV ist ja angeblich so sauber. Haha. Ist das jetzt schon die Propaganda gegen die Milchkuhinitiative?

    • Roman Meier sagt:

      Der Strom, den die SBB beziehen, kommt zu 25% aus AKW’s. Denken Sie etwa, dass Autos ohne Atomstrom hergestellt werden? Ein Toyota aus Japan wird ziemlich sicher fast ausschliesslich mit Atomstrom produziert!

  15. Fritz Weber sagt:

    “Was Autofahrer die Gesellschaft kosten” dem sollte doch auch anderes gegenübergestellt werden: zum Beispiel das ein grosstel der Autofahrer dies zum ausführen ihrer beruflichen Tätigkeiten machen, zudem das die Versorgung mit Lebensmittel und Gütern über die Strasse erfolgt (oder hat jemand zu Hause einen Bahnanschluss?), es sollte auch dargelegt werden was der Strassenverkehr bringt an Arbeitsplätze und das eine Gesellschaft wie wir sie kannen sonst gar nicht mehr funktionieren würde oder was der Strasseberkehr jedes Jahr direkt in die Bundeskasse spühlt, DAS wäre eine Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen aber für Stimmungsmache genügt der Artikel natürlich, in anbetracht der kommenden Abstimmungen 😉

    • markus schellenberg sagt:

      Nachdem vor etwa 30 Jahren das Schweizer Strassen- und Schienennetz soweit fertig gebaut war, dass der Grundbedarf des Transportes weitgehend erfüllt war, stellt sich seither bei Ausbauprojekten die Frage nach Zusatznutzen und Zusatzkosten des Ausbaus. Hier ist die Bilanz desaströs: Taktverdichtung bei IC und S-Bahn, Autobahn- und Kantonsstrassenausbau und städtische Buslinien bis 15 km aus den Zentren heraus haben uns zwar vermeintlich mobiler gemacht: Es zeigt sich jedoch, dass die Zusatznutzen immer kleiner wurden, während die entsprechenden Kosten weiter gestiegen sind. Es ist anzunehmen, dass wir über das Ziel hinausgeschossen sind. Und so können wir uns fragen, ob es entsprechende Rückbauprojekte gäbe, deren Zusatznutzen die Zusatzkosten übersteigen.

  16. Fred sagt:

    Es ist bedaurlich wie sehr jeder Autofahrer seine Verantwortung gegenüber der Natur und der Allgemeinheit negiert und ignoriert. Eine Studie, die das Ausmass der Externalitäten zu erfassen versucht, wird gleich als Progagandainstrument der Bahnlobby verstande. Obwohl noch lange nicht alle mit einberechnet sind! Allein der Landverbrauch für den Individualverkehr ist enorm… Autofahrer, stellt Euch der Realität – eure heutigen Kosten sind zu tief!

    • Stephan Olmann sagt:

      Und ÖV brauchen kein Land ? Fliegt bei ihnen der Bus, der Zug und das Tram ?

      • Andreas sagt:

        Natürlich braucht der ÖV auch Land, aber weniger. Kürzlich war hier im Datenblog der Vergleich: Wenn alle Personen vom Ostern-Gotthard-Stau von Autos in Busse umsteigen würden, dann verkürzt sich ein 10km Stau auf ein paar hundert Meter.

    • peter sagt:

      NEIN!
      1. Der Automobilist verfügt über 3 einzigartige Eigenschaften, er denkt selber, er lenkt selber und er bezahlt selber!
      2. Der Automobilist bezahlt eine Flut von direkten und indirekten Steuern und Abgaben für die Strassen.
      3. Die Strassen dienen allen Bewohnern der Schweiz in Stadt und Land, früher mehr den Reitern, den Pferdefuhrwerken und Kutschen, heute auch dem Velo, dem Autobuss, dem Postauto, der Feuerwehr, der Sanität, etc.

      • Peter Keller sagt:

        1): leider bezahlt er nicht alles sondern lässt sich stark subventionieren.
        2): leider nicht genug um die enormen Kosten zu decken
        3): leider erzeugt er in den Städten mehr Unfallkosten als er für die Strassen bezahlt. Bitte den Bericht lesen.

  17. Matthias Probst sagt:

    Bei all den selbstgebastelten Analysen die hier für das Auto abgegeben werden. Es macht die Fakten nicht besser. Diese Studie reiht sich ein mit tausenden von anderen Untersuchungen, die alle zum gleichen Schluss kommen. Der motorisierte Individualverkehr verursacht sehr hohe externe Kosten v.a. über Klima und Gesundheitsschäden.
    Wer das heute noch negiert ist entweder sehr schlecht informiert oder absichtlich Ignorant. Eine Krankheit die leider auch in der Politik weit verbreitet ist.

  18. beat graf sagt:

    Die Frage ist doch, was will ich mit dieser Rechenaufgabe erreichen? Welche Faktoren lasse ich bewusst weg, damit ich “mein” Ziel, nämlich die Schlechtmachung des Autos zu erreiche. Was wäre die Bundeskasse ohne Einnahmen aus dem Auto, direkt und indirekt, z.B. Steuerreinnahmen von Autohäusern, Garagegewerben, Mitarbeiterinnen, Stempelabgaben auf Versicherungen, Bussgeldern und dergleichen mehr? Bahnfahren wäre dann wohl dreimal teurer.

    • Peter Keller sagt:

      Der Bericht macht Autos nicht schlecht. Bitte lesen Sie ihn doch mal. Er legt nur offen wie hoch die Autos subventioniert werden. Wer gegen die Subventionierung von Autos ist, ist noch lange nicht gegen Autos. Da verwechseln Sie etwas.

  19. Meier Pirmin sagt:

    Ein rein ideologischer Artikel. Was das Auto nur bringt, damit Grosseltern gratis Kinder hüten können, ist schon über eine Milliarde wert, dazu die kulturellen Veranstaltungen auf dem Lande im Sommer, der Sport, nicht nur Schwingen, auch Gottesdienstbesuche in abgelegenen Kirchen usw. Selber kann ich als Forscher mit meinen Körben voller Bücher ohne das Auto keine Bibliothek besuchen. Die Gesamtleistungen des Automobilverkehrs können in keiner Weise angemessen kompensiert werden. Nach Leuthard ist das Schlimmste, dass Autos immer weniger Benzin verbrauchen und damit die Bundeseinnahmen schmälern könnten.

    • Peter Keller sagt:

      Herr Pirmin: gerade weil die Nutzen des Autos so hoch sind, ist es völlig unnötig die Autos zu subventionieren. Die Subventionierung führt nur dazu dass Fahrten gemacht werden die einen sehr geringen Nutzen haben und Sie darum dann im Stau stehen. Gerade wer einen eine hohen Nutzen hat am Autofahren sollte darum für Kostenwahrheit sein.

  20. Josef Marti sagt:

    Der externe Nutzen des Verkehrs für die Volkswirtschaft wird bei all diesen Berechnungen systematisch ausgeblendet. Dieser Nutzen ist ein Mehrfaches aller Kosten wert. Die sog. Unfall und Gesundheitskosten sind darüber hinaus gesamtwirtschaftlich alles andere als Kosten, sie stellen nämlich nichts anderes als BIP Wachstum dar. Die Gesundheitsbranche ist die Boom Branche schlechthin und sorgt in Zeiten von stagnierendem BIP pro Kopf noch für das grösste Wachstum und Innovation.

  21. Peter Shaw sagt:

    Wieso wird denn in dem Artikel nicht der volkswirtschaftliche Nutzen dargestellt, d.h. was Autofahrer der Gesellschaft nutzen? Ich führe hier bspw. die gesamtgesellschaftliche Mobililtät an (die einfach kein anderes Verkehrsmittel auch nur annäherend bieten kann), den Wirtschaftsfaktor Automobil der ganze Industriezweige finanziert, den Innovationsfaktor Automobil der in punkto Vernetzung & Innovation anderen Industrien weit voraus ist, die Tatsache, dass wir dank Auto deutlich schneller insbesondere an abgelegenen Zielen sind und hier somit weniger Opportunitätskostenverlust durchs Pendeln haben etc
    Im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung erwarte ich von Marc Brupbacher eine Gegenüberstellung beider Seiten. Die hier negativ beschriebenen Seiten sind mit Sicherheit alle nicht falsch, dennoch würde auch ich die Qualität der Daten in Frage stellen.

    • Peter Keller sagt:

      Herr Shaw, die von ihnen erwähntenNutzen sind interne Nutzen, nicht externe. Das wird im Bericht ausführlich erläutert. Bitte lesen Sie doch den Bericht. Wenn ich einen abgelegen Ort erreichen will, etwa um eine Wanderung zu machen, sollte ich das auch selber bezahlen. Sie haben ja nichts davon, und darum sollte ich das auch nicht von ihnen subventionieren lassen.

  22. Felix Stern sagt:

    Ein lächerlicher Beitrag. Der grösste Teil: Anschaffung und Ausbau wird ausgeblendet. genau dort finanzieren die Autofahrer den ganzen Rest – und zwar um einiges mehr als was bei diesen an den Haaren herbei gezogenen Kosten anfällt.

  23. Roger Martin sagt:

    Soviel mal zu den Kosten und den negativen Auswirkungen der einzelnen Fortbewegungsmitteln. Nun soll aber bitte auch noch der volkswirtschaftliche Nutzen, speziell der Autos und Motorräder beziffert werden. Der übersteigt den volkswirtschaftlichen Schaden aber bei weitem. Ich bin es mir leid, so einseitige Statistiken vorführen zu lassen welche letztlich nur auf die Brieftasche des Autofahrers zielen, über welchen jetzt schon vieles Querfinanziert wird. Es ist eben nichts gratis zu haben, oder in welcher naiven Welt leben wir heute.

  24. Martin sagt:

    Und wo ist das externe Nutzen des Auto und Schienenverkehrs? Wie kommt die Ware in die Geschäfte? Wie kommen die Leute in die Arbeit damit diese Geld verdienen und Steuern zahlen können.

    • Peter Keller sagt:

      Wenn Wahren in ein Geschäft kommen, sind das nur Nutzen für das Geschäft und den Käufer. Die sollen den Transport selber bezahlen. Wenn man alle Tätigkeiten die Steuern erzeugen um den Steuerertrag subventionieren wollte, könnte man gleich die Steuern weglassen. Das geht nicht auf.

  25. Hans Schmid sagt:

    Höchst tendenziöser Beitrag, bei dem verschwiegen wird, dass
    a) der grösste Teil der Unfallkosten via Haftpflichtversicherung von den Verursachern getragen wird
    b) der ÖV zwar geringe Umwelt- und Unfallkosten hat, aber dafür jedes Jahr mit Milliarden subventioniert wird. Diese werden via Steuern auch von der Allgemeinheit getragen.

    • Sabine Meier sagt:

      Falsch Herr Schmid, Kosten, die von der Versicherung übernommen werden, werden nicht grösstenteils vom Verursacher getragen, sondern von allen Versicherten, auch den unfallfreien, also auch von der Allgemeinheit.

      • Toni Freytag sagt:

        Auch das ist nicht ganz richtig. Kosten werden von Denen gezahlt, welche eine entsprechende Versicherung besitzen. Wer keine Versicherung hat (weil er sie nicht braucht, z.B. kein Auto), zahlt nicht. Natürlich wird pro Versicherungskonzern ganz sicher umverteilt (also Haftplicht generell, für Schadensfälle des Autos etc.) – nur das ist nicht nachweisbar/messbar. Frei nach der Bilanz der SBB – 200 Mio Gewinn, aber x,x Milliarden Subvention vom Bund – juhu…

    • Peter Keller sagt:

      1): Zwei meiner Angestellten hatten einen Unfall. Die Versicherung hat nichts für den Arbeitsausfall bezahlt, weil er “zu kurz” gewesen sei. Also vergessen Sie das mit der Versicherung bezahlt den grössten Teil.
      2): Die Versicherung hat auch keine Schmerzensgelder bezahlt.
      3): Die Versicherung bezahlt auch nichts für die Zeitverluste beim Unfall, beim Arzt, bei der Reha, bei der Reparatur, usw.
      Die Versicherung bezahlt ca. 1/6 der Gesamtkosten – das hat mir einer von einer Versicherung gesagt.

  26. Pfenninger Werner-Patrick sagt:

    …und wieder eine rein politisch motivierte Kostenanalyse. Wer sie bestellt hat, wird als nächstes mehr Geld vom Strassenverkehr – konkret von den Autofahrern – fordern und/oder versuchen, mit diesen “Argumenten” z.B. die Milchkuhinitiative zu bodigen.
    Nicht mit mir. Mehrabgaben des Strassenverkehrs NEIN, Milchkuhinitiative JA.

  27. Martin Schwizer sagt:

    Ich frage mich, ob das eine wirklich profunde Vollkostenrechnung ist? Produktion der Fahrzeuge, Entsorgung, Strassenbau- / Schienenbau und Entsorgung des Verschleissmaterials usw. Das geht aus dem Text nicht wirklich hervor.

    • Michael Berger sagt:

      Natürlich ist es keine wirkliche Vollkostenrechnung. Das ist gar nicht möglich, sondern nur Annäherungen. Weiter sind die Aufteilungen und Zuweisung der Kosten zwischen den verschiedenen Verkehrsmittel teilweise fragwürdig und man muss daher hinsichtlich Schlüssen vorsichtig sein. Der Langsamverkehr verursacht bspw. nur in Kombination mit Motorisiertem Verkehr so hohe Unfallkosten. Auch die Berechnung der Infrastrukturkosten für Langsamverkehr ist schwierig, da dieser ja die Infrastruktur mitbenutzt,welche auf Motorisierten Verkehr ausgerichtet sind.
      Bemerkenswert an dieser und vergleichbaren Studien sowie der zugehörigen politischen Diskussion ist das Ignorieren der Opportunitätskosten, also des verlorenen Gewinns, den man hätte, wenn man Geld und Land (für Strassen und Schienen) anders nutzen würde.

    • ClBr sagt:

      Hr. Schwizer, lesen Sie doch einfach die beiden ersten Abschnitte: “Die Kosten setzen sich zu 78 Prozent aus der Anschaffung, dem Betrieb, dem Unterhalt der Verkehrsmittel sowie dem Ausbau der Infrastruktur zusammen.
      (…)
      Dieser Beitrag soll nur von jenen 22 Prozent Verkehrskosten handeln, die häufig vernachlässigt werden und schmerzhaft und schmutzig sind: Unfall-, Umwelt- und Gesundheitskosten.”
      Somit geht aus dem Text genau hervor, wie gerechnet wurde.

  28. kurt sagt:

    Und trotzdem… ich fahre weiterhin Auto!

  29. peter sagt:

    Die “Umweltkosten” der Bahn sind völlig falsch da diese mit vielen “Tricks” um Faktoren zu tief ausgewiesen werden,

    der antiquierte Schienenbonus ist ein grossflächig wirkender = Faktor 3! bei 10dB(A) “amtlich bewilligter” Betrug

    • Peter Keller sagt:

      Sie verwechseln Schallenergie mit Lautstärke. Ausserdem ist der Lärmstress evolutionsgeschichtlich gesehen ein Resultat der Bedrohung. Leute werden von Strassenverkehr viel stärker bedroht als von Schienenverkehr. Darum ist eine Gewichtung des Strassenverkehrs um eine Faktor 100 nichts als logisch. Der heutige Faktor ist somit viel zu tief. Ich weiss das weil ich wohne nahe an einer Bahnstrecke. Früher wohnte ich nahe an einer mässig befahrenen Strasse.