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Wer wann wo in Rente geht

Von DB, 27. September 2014 27 Kommentare »
Für zahlreiche Länder ist es ein grosses Problem, dass viele Arbeiter zu früh in Rente gehen. Ein Ländervergleich zeigt: Schweizer arbeiten lang - sehr lang.
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Von Manfred Rösch, «Finanz und Wirtschaft»

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Ein Kernproblem der grossen Eurozoneländer Frankreich und Italien erschliesst sich auf den ersten Blick: Die Leute gehen zu früh in Rente. Franzosen im Durchschnitt mit etwa sechzig Jahren, Italiener nur geringfügig später. Das vermindert die hohen Jugendarbeitslosenraten in diesen Ländern nachweislich überhaupt nicht: Eine Volkswirtschaft floriert umso mehr, je höher die Erwerbsquote ist; ältere berufstätige Menschen sind flüssiger als bloss mit Renteneinkünften und konsumieren dementsprechend mehr. Das hilft, die Wirtschaft in Schwung zu halten, zum Vorteil aller Generationen.

Bestrebungen in Deutschland, das gesetzliche und mithin das tatsächliche Renteneintrittsalter zu erhöhen, sind politisch ad acta gelegt oder ins Gegenteil verkehrt worden. Für die Schweiz geht die OECD von überdurchschnittlich hohen Werten aus. Das signalisiert, dass das hiesige Gefüge von Altersrente und Arbeitsmarkt etwas weniger lottrig ist als in den meisten ähnlich strukturierten Ländern.

Die Spitzenstellung Mexikos dürfte mit schierem materiellem Zwang zu einem langen Arbeitsleben zusammenhängen, weil die Vorsorgeeinrichtungen bescheiden sind.

Diese Grafik erschien zuerst in der Printausgabe der «Finanz und Wirtschaft». Alle Grafiken der Rubrik «Was zählt» finden Sie hier.

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27 Kommentare zu “Wer wann wo in Rente geht”

  1. gregor sagt:

    In der Schweiz ziert man sich davon zu reden, dass für Aeltere Mitarbeiter, wenn man sie weiter bschäftigen will oder muss. eine Reduktion des Einkommens nötig ist. Das ist nur logisch, ausgenommen man ist Vorgesetzter(Chef etc.In Japan ist das längst gang und gäbe.Der Vorteil ist klar.Unternehmen wäre eher bereit , sich die Kompetenz und das Wissen zu sichern, wenn es nicht so teuer wäre wie jetzt.

  2. gregor sagt:

    Habt Ihr eine Ahnung. Ein Bevölkerungsstatistiker stellte fest, dass von den jetzt Geborenen jeder zweite 100 Jahre alt wird.Was heisst das? Das heisst, dass diese Personen bis zum 70sten, ja bis zum 75sten arbeiten müssen, wenn sie nachher 25Jahre lange Rente haben wollen.Wer das nicht aushalten will, der kann/muss sich rechtzeitig bei Exit anmelden.Auch die Selbstvorsorge (sparen) wird wichtige denn je. Hört auf mit Eurem leichtsinnigen Konsum. Niemand wird Eure Kosten übernehmen.Ihr müsst allenfalls mit der Hälfte zufrieden sein müssen, bei AHV, Pension etc.

  3. Warum müssen wir so lange und so viel arbeiten? Weil wir alles haben wollen. Alles zweimal. Alles immer wieder. immer in anderen Farben und in anderen Formen, aber immer mit derselben Funktion. Alltagsartikel, Kleider, Haushaltgeräte, Autos, usf.

    Kämen wir mit weniger Variationen aus, arbeiten wir weniger lang weil wir weniger Geld zum ausgeben brauchen. Vielleicht reicht eine Reparatur oder eine Überholung eines Gerätes. Dafür kann man die gewonnene Zeit mit Menschen verbringen, was an und für sich ein Gewinn ist und der Gesundheit gut tut. Das wiederum macht weniger Arztbesuche nötig, weniger Medikamente und weniger Spitalaufenthalte. Das heisst auch, weniger Verkehr, weniger Umweltbelastung, und wiederum bessere Lebensbedingungen. Am Ende bleiben uns vielleicht 5 Arbeitstage mit je 3 Stunden Arbeit übrig, was wohl den meisten Menschen Angst und Entsetzen einjagen wird. Damit ist der Herzinfarkt vorprogrammiert, der Spital reserviert, die Ambulanz bereit und die Familie eingeschüchtert. Was für Aussichten. ich wähle weniger Arbeit und mehr Freizeit, weniger Konsum und mehr Freiheit. Macht da irgendeiner mit? Gibt es bessere Ideen?

    Als Gedanke nur, Amerikanische Indianer haben wohl in Zelten gelebt, aber sind gesund gewesen und haben alles zum Leben vorgefunden. Steuern gab es keine. Politiker auch nicht. Auch keine Versicherungen, wenn einer vom Pferd fällt ioder sich mit dem Bogen in den Fuss schiesst. Schulen und Universitäten? Denen hat es gen¨gt, den Mond zu bewundern und keine Raketen hinauf zu schiessen. Warum auch? Kostet zu viele Büffelfelle. Studieren? Warum denn, wenn das Wetter schön bleibt und die Fische anbeissen. Chemische Reinigung? Der Fluss ist nah und frisches Trinkwasser auch.

    Zugegeben, das Leben war nicht sehr komfortabel, aber warum zieht es immer mehr Menschen in die Natur? Warum wandern die Schweizer so gern? Warum diese Schulerreisen mit Rucksack, Schüblich und Bürli? Wir haben doch alles, was es dafür braucht, auch das Sackmesser.

  4. Küsel sagt:

    Da muss man schon etwas genauer sein, als nur eine Grafik zu zeigen. In vielen Ländern wird z.B. nach einer best. Anzahl Arbeitsjahren pensioniert. Wer also nicht studiert und mit 15 schon arbeitet, darf auch früher in die Rente. Es gibt also auch innerhalb der Länder grosse Schwankungen – von einzelnen Berufszweigen, welche Frühpensionierungen möglich machen, mal gar nicht zu sprechen. Altersarbeitslosigkeit ist in vielen Ländern ein Thema, das jedoch möglichst nicht angesprochen wird, man will ja das Rentenalter hochfahren, also die Arbeitslosen- und Sozialversicherungskasse soll zahlen, anstatt die AHV. Trotzdem, in der Schweiz und vielen EU-Ländern liegt der Löwenanteil des Volksvermögens in den Händen der Pensionierten. Konsumieren die jetzt mehr deshalb? Über die Konsequenzen der Überalterung einer Gesellschaft lasse ich den Mantel des Schweigens flattern.

  5. Meier John sagt:

    Gottseidank arbeiten Schweizer/innen lang! Doch unser System lässt das ja gar nicht zu. 45+ werden ausgeschert! Eine Schande, dass ausgerechnet gleiche Jahrgänge in Bundesbern nicht für diese Generation sorgen, dass ein Gesetz an Unternehmen gehört “wer im Inland lebende ab 45+ nicht mehr anstellt, höhere Steuer bis Busse zahlen muss…”. Denn das was jetzt so abgeht, ist volkswirtschaftlich hoch schädlich für ein Land…

  6. Ingo Nimbus sagt:

    Ich denke daß die gezeigte Statistik nicht als Vergleich taugt weil die sozialen, demographischen und ökonomischen Randbedingungen in den aufgeführten Volkswirtschaften einfach zu unterschiedlich sind.

  7. Renato sagt:

    Es gibt nach meiner Auffassung eine EU, mehr oder weniger eine Währung. Wann endlich werden auch die wöchentlichen Arbeitsstunden die Vereinheitlichung des Rentenalters eingeführt. Dann hätten alle Länder gleich lange Spiesse.

  8. Goran sagt:

    Das stimmt total! Sie arbeiten zu lange und oft im bideren Lebensdasein! Ausser man heisse wie das ehemalige CVP Regierungsmitglied im Kanton BS, der in seinem Gesundheitsdepartament ein kleines “Skandaelchen” vorzuweisen hatte! Da kann man sich in der neuen Kaderposition bei der Schmerzklinik dann gemuetlich machen! Und vielleicht sogar den verkrampften Ruecken ausmassieren lassen! War nie gut in Mathe, aber der liebe Mann haette halt schon besser auf seine Schaefchen aufpassen sollen, was sie auf den Blaettern herumkritzeln! Sein Nachfolger (auch ein Christ, von der Christlichen Volkspartei natuerlich) ist als Nachfolger nominiert worden!

  9. Hans Koller sagt:

    Was hat den in Rente gehen mit der Jugendarbeitslosigkeit zu tun? Alle Südländer sind klassische Auswanderer Länder und heute bleiben die Jungen halt zuhause weil man es sich leisten kann und es Sozialsysteme gibt. Die heutige Jugend ist halt nicht mehr Leistungsorientiert und da liegt wohl das Problem.

  10. Roland K. Moser sagt:

    Grundsätzlich gehört man mit spätestens 60 pensioniert.
    Das Geld dazu ist im Asyl- und Flüchtlingswesen zu holen. Evt. muss die Lohnschere auf 1 : 3 netto bei einem 100 % Pensum verkleinert werden, damit die Beitragssätze leicht angehoben werden können.

  11. Ronnie König sagt:

    Also, wer nun die Arbeitslosenzahlen nimmt und mit der obigen Graphik vergleicht, der sieht, dass länger Arbeiten doch pure Polemik ist! Und die Stellen wo man arbeiten könnte im Alter so schlecht entlöhnt werden, dass es sich so nicht mehr lohnt. Wäre die Arbeit besser verteilt, und das ginge sehr oft, nur nicht immer, dann wäre dies eine müssige Diskussion. Aber die Kapitalkonzentration bei wenigen Menschen und Firmen will ja gar keine vernünftige Lösung. Eines der grundsätzlichsten Probleme. Dies gefährdet letztlich die Wirtschaft dann wiederum selbst, vorher aber das Gemeinwesen und die Demokratie! Vielleicht ist da auch schlicht und einfach das Ziel einiger. Ich weiss es nicht, habe aber manchmal die Vermutung, denn alles andere scheint mir kaschierendes Gebastel zu sein. Den Gegenbeweis finde ich leider nicht. Worte schon.

    • heidi reiff sagt:

      Ach in der heutigen Zeit glauben wir ja nichtmehr an Ammen Märchen Gebrüder Grimm und Andersen glaub Logenbrüder aus Dänemark, ich war auch mal arbei tslos im alter von 40, die Massnahme war das RAV nicht RAF, so Organigramme kenne ich gut, die Auflage war, mindestens 10 Bewerbung monatlich vorzulegen schriftlich. sonst wurde einem das Arbeitslosengeld gekürzt , ja die Bünzlischweizerinnen und Schweizerinnen haben ja nichts mehr zu sagen im eigenen Land , die Bananrepublik hat jetzt das Sagen, die Sommaruga weiss bestens Bescheid, nicht verzagen, Sommaruga fragen
      glaub die Justizia der CH.

  12. Martin Renold sagt:

    Frühe Pensionierung soll “ein Kernproblem” sein? Ich denke es ist eher ein Zeichen von Wohlstand. Vielleicht ist es sogar ein besserer Indikator für Wohlstand wie das Wirtschaftswachstum. Wirtschaftswachstum ist vor allem deshalb wichtig weil unser heutiges System in sich zusammenkracht wenn “nur” gleich viel Güter produziert werden wie im Vorjahr.

    • Ernst Bucher sagt:

      @M.R. Dass Nullwachstum zum Zusammenbruch der Wirtschaft führen soll ist eine leere Behauptung und von der Nachhaltigkeit und endlicher Ressourcen gesehen absurd, genauso wie die Mentalität der schrankenlosen Habgier, dass der Gewinn jedes Jahr gesteigert werden muss, ansonsten der Betrieb als kränklich eingestuft wird .Umdenken und sich den Realitäten zu stellen scheint offenbar das schwierigste Problem der Menschheit zu sein!!

    • Gerhard Engler sagt:

      Wohl eher umgekehrt: Wohlstand ist das Ergebnis von später Pensionierung. Deshalb sind Schweden, Schweiz und Japan weiter oben in der Liste und Italien, Griechenland uns Spanien weiter unten.

  13. Christian Schaer sagt:

    Denke das Ganze ist nicht soo simpel wie es ausschaut. Ich hätte gerne noch eine Grafik zur Lebenserwartung gesehen, schliesslich muss dies beachtet werden wenn man die hier gezeigte Grafik seriös interpretieren will.

  14. KurtF sagt:

    Ein typischer Propagandaartikel aus der engstirnigen Sicht der Bewohner der Schweiz. Wie gut sind doch die Schweizer, haben die beste Arbeitsmoral der Welt… und sehen dabei nicht, dass das Wirtschaftswunder der letzten 10 Jahre va vom der ungebremsten Einwanderung angetrieben wird. Am Tag wo dies zu Ende geht, werden sich alle die Augen reiben und sich wundern wer nun die Renten bezahlen soll. Und dann werden in der Schweiz als erstes die über 50-jährigen ihren Job verlieren, wie dies heute in vielen Firmen in der EU gang und gäbe ist (kenne Beispiele von Firmen wo unabhängig von der Leistung Mitarbeiter wenn sie 40 bzw 45 Jahre alt werden, entlassen werden). Dann können sie noch so viel von Arbeitsmoral plappern, aber diese Leute finden keinen Job mehr. Dies ist einer de wichtigsten Gründe, warum die Leute trotz gesetzlich zT sogar höherem Rentenalter als in der Schweiz eben schon viel früher zur Untätigkeit gezwungen werden.
    Die einzige Lösung sehe ich darin, dass infolge der stetigen Produktivitätssteigerungen das Rentenalter gesenkt wird. Damit gibt es auch in Zukunft Arbeit für alle. Um dies zu finanzieren genügt es all die Steuerschlupflöcher zu stopfen und die Unternehmensgewinne in Europa (incl Schweiz) einheitlich zu besteuern.

  15. Sacha Meier sagt:

    Seit der Umwandlung der sozialen Marktwirtschaft in den globalistischen Neofeudalismus mit den WTO-Beschlüssen 1995 frage ich mich, wozu wir denn noch überhaupt noch ein teures Rentensystem brauchen. Besonders, wenn das Renteneintrittsalter auf bald 67, dann 70 und später auf 75 Jahre angehoben werden wird (Letzteres hat Japan schon de facto eingeführt). Schliesslich besteht die einzige Daseinsberechtigung von uns, dem einfachen Volk, einzig darin, den Reichtum, Wohlstand und Einfluss unserer führenden gnädigen Elite unermüdlich zu mehren. Wenn unser letzter Arbeitstag gleich auch der ist, an dem sich der Deckel unseres Sarges für immer schliesst, würde unsere Wirtschaft jährlich Billionen an Sozialbeiträgen sparen. So wäre die Sache einfach: Wer keine Arbeit findet, der bekommt Sozialhilfe. Wer zu krank zum Arbeiten ist, erhält IV. Und wer arbeiten könnte, aber nicht will, würde als Leibeigener verkauft.

  16. fabian sagt:

    Je später die Leute in Pension gehen, desto mehr Geld kann aus dem Arbeitsmarkt in die Portemonnaies der Kapitalisten fliessen.

  17. Aufranc Char, ist das les sagt:

    Wenn man mit der Rente überleben kann ist das alles Schön und Gut. In den meisten obenannten Ländern mit später Pensionierung, z.B. den USA, haben die Leute keine andere Wahl als noch weiterzuarbeiten. Viele verloren ihr Altersguthaben da mit dem Geld spekuliert wurde.

  18. Markus sagt:

    Wohlstand hängt nur davon ab wie hoch der erarbeitete Mehrwert ist und wie viel das Volk bzw. die Arbeiter vom diesem Mehrwert abbekommen. Wichtig ist, dass der Mehrwert beim Volk/Arbeitnehmer ankommt. Mit Mehrwert meine ich die Definition von Marx/Engels. Wir sind heute so Produktiv, das 5 Stunden Arbeit pro Woche für ein gutes Leben reichen würde.

  19. Tom sagt:

    Wie kann der Autor aus dieser Statistik ein Vorteil der späten Pensionierung sehen? Deutschland liegt genau zwischen Spanien und Griechenland, die wirtschaftliche Entwicklung dieser Staaten könnte aber nicht unterschiedlicher sein. Daraus ein Argument für längeres Arbeiten zu ziehen ist mehr als abenteuerlich.

  20. Walter Haug sagt:

    Wenn die reichsten der Welt ihre Kohle nicht eigenbrödlerisch scheffeln würden, könnte man schon mit 40 in Pension gehen.

  21. Daniel Wigger sagt:

    Dass das späte Pensionierungsalter verantwortlich ist für eine gut funktionierende Wirtschaft halte ich für falsch argumentiert. Es ist wahrscheinlich umgekehrt: In Ländern wo die Arbeitsmoral höher ist, wächst die Wirtschaft besser, und dank der Arbeitsmoral arbeiten auch die Arbeiter länger. Es ist auch nicht rational nachzuvollziehen, weshalb die hohe Altersarbeitsquote die Jugendarbeitslosigkeit reduziert. Es ist wahrscheinlich viel mehr so, dass in Ländern, wo eine hohe Arbeitsmoral bei den Alten herrscht, auch eine niedrigere Arbeitslosenquote zu messen ist.

    • Markus Schneider sagt:

      Arbeitsmoral ist kein statstischer Wert, also sehen Sie bitte zukünftig davon ab. Ich vermute sogar, das Wort ist irgendwie rassistisch oder menschenverachtend.

    • handufsherz sagt:

      @ daniel wigger. interessant, wär wichtig zu wissen, welche Begründung stimmt. Wie findet man das raus? Eine Meinungsumfrage ist wohl bei dieser Fragestellung nicht viel wert ?!

  22. Kaegio Paul sagt:

    Warum sich unsere Politiker nicht um unsere Rente kümmern ist darin zu begründen, dass sie selber fürstlich entschädigt werden durch Parlamentsrentenansprüchen und nicht auf den Zustupf einer AHV angewiesen sind, wie die Mehrheit der Rentner. Auch für ihre eingenen Erhöhungen sind sie immer grosszügig.