Logo

Sion schrumpft, Thun hat weniger Assistgeber

Von Barnaby Skinner, 3. August 2016 Kommentarfunktion geschlossen
Noch bis Ende August dürfen Super-League-Vereine Spieler kaufen und verkaufen. Der Datenblog zeigt in fünf Grafiken, wie sich die Teams im aktuellen Transferfenster verändert haben.

Der Serienmeister FC Basel beklagt zu Beginn jeder Saison gerne, wie viel Spielerfahrung er zu ersetzen hat, weil ihm die besten Spieler weggekauft werden. Die Analyse aller 171 Transfers der aktuellen Transferperiode zeigt allerdings, dass die Umbrüche bei anderen Vereinen teils viel grösser sind. Und oft nicht, wie im Falle des FC Basel, kompensiert werden können. Insgesamt hat Basel rund 15 Millionen Franken für Neuerwerbungen auf den Tisch gelegt. Der Rest der Liga 8 Millionen Franken – alle Vereine zusammengezählt.

SL_Transfer_Bilanz

 

Der FC St. Gallen hat mit Abstand am meisten Erfahrung verloren. Vergleicht man die Anzahl Spiele der verkauften Spieler mit den Neuzugängen, schneiden die Ostschweizer in dieser Transferperiode am schlechtesten ab. Ihre Neuzugänge haben insgesamt über 1300 Spiele weniger auf dem Buckel als die verkauften Spieler. Nur zwei Clubs, beide kämpften letzte Saison gegen den Abstieg, sind in dieser Wertung im Plus. Luganos Neuzugänge haben 600 Spiele mehr absolviert als die verkauften. Der FC Vaduz kommt auf 180 Spiele mehr.

Erfahrung

 

Bei den Toren schwingt der FC Basel obenaus. Basels neue Spieler (mit Seydou Doumbia, Eder Balanta oder Gaber Omar) kommen insgesamt auf über 100 Treffer mehr als Embolo, Degen und Samuel. Bei den Vorlagen halten sich die Basler Neuen mit den Alten ungefähr die Waage. Überraschenderweise spielt auch hier der Abstiegskandidat Vaduz vorne mit. Die Neuerwerbungen der Liechtensteiner haben gegen 100 Tore mehr vorbereitet als diejenigen, die den Club verlassen haben.

Tore

 

Auch bei der Grösse der Spieler gibt es Verschiebungen. Über alle Clubs gerechnet sind die Neuankömmlinge in der Super League 1,5 Zentimeter grösser als die Spieler, die weitergezogen sind. Zwischen den Teams gibt es allerdings grosse Unterschiede. Die Verpflichtungen der Berner Young Boys sind zwei Zentimeter grösser als die Spieler, die den Club verlassen haben. Beim FC Sion hingegen sind sie 6 Zentimeter kleiner.

Groesse

 

Besonders grosse Sorgen machen muss sich der FC Thun. Die neu verpflichteten Spieler haben deutlich weniger Tore vorbereitet als die Spieler, die den Club verlassen haben. Das Team erzielte letzte Saison lediglich 45 Treffer, was der drittschlechteste Wert der Liga war. Wenig deutet darauf hin, dass sich der Wert diese Saison verbessern könnte. Die Neuverpflichtungen der Berner Oberländer haben in ihrer Karriere über 100 Tore weniger vorbereitet als die Abgänge. Der Vergleich der Vorlagen drückt auch aus, mit wie viel Substanzverlust die meisten Super-League-Vereine zu kämpfen haben. Auch der FC Basel liegt in dieser Wertung im Minus. Allerdings weit weniger als die Konkurrenz.

 

Vorlagen

 

Daten
Grundlage der Analyse waren die Spielerprofildaten der öffentlich zugänglichen Fussballdatenbank Transfermarkt.com. Für die Leistungsdaten wurden alle Spiele in der höchsten Spielklasse des jeweiligen Landes berücksichtigt, inklusive Spielen mit der Nationalmannschaft. Mehr zur Dokumenation der Auswertung hier.

Kommentarfunktion geschlossen.