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Das Märli von weissen Weihnachten

Von DB, 18. Dezember 2015 Kommentarfunktion geschlossen
Auch dieses Jahr gibt es keine weissen Weihnachten im Flachland. Wer jetzt denkt, früher habe es an den Festtagen öfter Schnee gegeben, sollte sich diese Daten anschauen.
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Ist der Klimawandel schuld daran, dass es so selten weisse Weihnachten gibt? Nein. Ein Blick in die Statistik zeigt, auch früher lag am 24., 25. oder 26. Dezember im Raum Zürich nicht öfter Schnee. Über die fast 80-jährige Messreihe ist kein eindeutiger Trend zu erkennen. So gab es die längste Phase von grünen Weihnachten von 1941 bis 1949.

Laut Meteo Schweiz liegt an der Station Zürich-Fluntern im Durchschnitt nur jedes vierte Jahr an allen drei Weihnachtstagen Schnee. Besser sieht es aus, wenn man ausrechnet, wie oft es wenigstens an einem der drei Tage mindestens einen Zentimeter schneite: Dann steigt die Wahrscheinlichkeit auf gut 44 Prozent.

Betrachtet man nur die vergangenen Jahre, zeichnet sich eine längere schneearme Phase ab. Durchgängig weisse Weihnachten gab es in Zürich zuletzt 2003 – in Bern letztmals 2008. Teilweise Schnee gab es in Zürich 2008 (25. Dezember) und 2010 (25./26. Dezember). Seit 1991 gab es aber nur zweimal (2001 und 2003) Schnee an allen drei Weihnachtstagen. Solch eine lange Phase mit so wenig Schnee an Weihnachten gab es in Zürich seit 1931 noch nie.

 

 

Übrigens: Auf den ersten in London gedruckten Weihnachtskarten 1843 suchte man Schnee noch vergeblich, schreibt der Schweizer Klima-Forscher . Erst spätere Weihnachtskarten zeigten dann oft Schnee. Denn 1860 fuhren die ersten Engländer über die Feiertage in die Schweizer Berge. Sie importierten die Idee von weissen Weihnachten ins Flachland. Heute schneit es selbst auf australischen Weihnachtskarten.

Von Balz Rittmeyer, Marc Fehr und Marc Brupbacher